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Der US-Arbeitsmarkt läuft fantastisch, Feuer frei für die FED!

08.08.2022  |  Christian Buntrock
Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1,0185 (06:00 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1,0159 im US-Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 135,11. In der Folge notiert EUR-JPY bei 137,61. EUR-CHF oszilliert bei 0,9791.


Die Lage an den Kapitalmärkten

Die Aktienmärkte in Europa wie auch in den USA schlossen am Freitag trotz eines guten Starts etwas schwächer. Der US-Dollar lag gegen allen Währungen der G10-Länder deutlich im Plus, Gold gab die Hälfte seiner Wochengewinne am letzten Handelstag ab. Auf der Zinsseite tendierte der Bundfuture schwächer, auch die US-Zinsen stiegen deutlich. Der Grund für diese Bewegung lag in den positiv ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten, die die Marktteilnehmer überraschte, teils sogar auf dem falschen Fuß erwischte.


Keine Spur von Rezession am US-Arbeitsmarkt

Laut dem US-Amt für Arbeitsstatisik stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft in den USA im Juli um 528.000 und lag damit mehr als doppelt so hoch wie die Konsenserwartung von 250.000. Bereits im Juni wurden 398.000 zusätzliche Stellen aufgebaut, diese Zahl wurde von 372.000 nachträglich nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote selbst sank von 3,6% auf 3,5%.

Damit befindet sich die Arbeitslosenquote auf dem Niveau von Januar 2020, also dem Vor-Corona Niveau. Auf der Arbeitsmarktseite sind im verarbeitenden Gewerbe ebenfalls noch keine Rezessionstendenzen zu sehen, die Manufacturing Payrolls stiegen von 29.000 auf 30.000. Damit schlugen sie die Erwartungen der Analysten um 10.000.

Das Wachstum der durchschnittlichen Stundenlöhne beschleunigte sich von 0,3% auf 0,5%, annualisiert käme es zu einem Wachstum über 6%. Auch hier wurden die Erwartungen übertroffen.

Was bedeuten die Zahlen für die Märkte?

Die vom US-Arbeitsmarkt ausgehende Wirkung wird auf die Inflationsrate einen stärker treibenden Effekt haben, als der Markt bisher antizipiert hat. Damit liegen die durchschnittlichen Markterwartungen hinsichtlich der Zinserhöhungsschritte der US-Notenbank immer noch zu niedrig.

Die Warnung Powells, dass die Federal Reserve bereit ist, eine Rezession in Kauf zu nehmen, um die Inflation unter Kontrolle zu bringen, wollte von vielen Marktteilnehmer nicht gehört werden. Dies birgt spätestens Verlustpotenzial an den Märkten, wenn die US-Inflation trotz Basiseffekten auf Grund der Konsumnachfrage weiter über den Erwartungen liegt. Auf der positiven Seite sollte sich der Zinsspread gegenüber Europa ausweiten, so dass europäische Anleger von einem weiter anziehenden US-Dollar profitieren könnten.


Bundesnetzagentur warnt vor Gasmangel

Der Chef der Bundesnetzagentur Müller warnt, dass sich nur über die Reduzierung des Gas-Verbrauchs von 20% ein Gasmangel verhindern lasse. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag", äußerte er, dass sich durch die Reduktion der russischen Gaslieferungen ein Mangel nur noch in zwei Best-Case-Szenarien verhindern lasse. So seien die privaten Haushalte in Falle einer Gasmangellage nicht vor verordneten Einschränkungen geschützt. Es seien auch Verordnungen denkbar, die nur noch das Beheizen einzelner Räume erlaubten. Zugleich würde er es mit Sorge sehen, dass viele Menschen strombetriebene Heizlüfter kauften. Diese wäre immer noch 50 Prozent teurer, als mit Gas zu heizen.

Wie stellt sich die Bundesnetzagentur die Umsetzung einer Verordnung zum Heizen einzelner Räume vor? Soll die Polizei mit Thermometern ausgestattet werden und kontrollieren? Mit Heizlüftern zu heizen, ist sicherlich für Deutschland nicht praktikabel. Es ist fraglich, ob die Netze einer solchen Belastung überhaupt standhalten würden, nach derzeitigen Preisen sind die Kosten in der Tat zu hoch. Aktuell nutzen knapp 50% der deutschen Haushalte Erdgas als Energieträger.

Ein anderes Bild haben wir in Frankreich. Hier werden 40% der Wohnungen mit Strom beheizt. Da dieser zu 70% aus den französischen AKW‘s stammt, ist die Versorgungsicherheit höher und der negative Einfluss auf das Klima geringer als in Deutschland. Es wäre - wenn man denn wollte - mittelfristig eine Co2-arme Alternative durch dem Einsatz von Kernkraft zu heizen. Auch wenn die Versorgungssicherheit in Deutschland über LNG in 2024 hergestellt sein sollte, bleibt die Frage, wie der durchschnittliche Haushalt die Gasrechnung bezahlen soll.



Amazon übernimmt iRobot für rund 1,7 Milliarden US-Dollar

Amazon gab bekannt, dass es iRobot Corp., den Hersteller des Roomba-Staubsaugers, für 1,65 Milliarden Dollar kaufen wird. Mit diesem Schritt setzt der E-Commerce-Riese seinen Vorstoß in internetverbundene Haushaltsgeräte und Robotik fort. Amazon wird für iRobot 61 Dollar pro Aktie in bar zahlen, wie es in einer Erklärung vom Freitag heißt. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 22% auf den letzten Schlusskurs von iRobot vor der Ankündigung. Amazon bildet mit der Alexa-Sprachsoftware und den zugehörigen intelligenten Echo- Lautsprecher den Knotenpunkt für vernetzte Geräte. In diese Netzwerk werden auch die mittlerweile mit Kameras ausgestatteten Putzroboter eingebunden.

Somit wird der weltgrößte Einzelhändler wissen, wir groß die Wohnungen seiner Kunden sind, ob sie Teppichware nutzen und welche Technik im Haushalt noch fehlt. Sie wundern sich? Über die Kamerafunktion der Roboter ist eine Geräteerkennung problemlos möglich. Die Übernahme ist weniger ein Fall für das Kartellamt, als mehr für die Datenschutzbehörden .

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem EUR favorisiert. Ein Überschreiten des Widerstandsniveaus bei 1.0450 - 1.0480 neutralisiert den positiven Bias des USD.

Viel Erfolg!


© Christian Buntrock
Netfonds Gruppe



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