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Gold war noch nie so attraktiv

28.09.2022
So etwas wie die sich entwickelnde Wirtschafts- und Finanzkrise haben wir zu unseren Lebzeiten noch nicht erlebt. Die steigenden Zinssätze liegen weit, weit hinter dem zurück, wo sie sein sollten.

Die Zinssätze haben den anhaltenden Kaufkraftverlust in allen wichtigen Währungen noch nicht berücksichtigt. Die Theorie der Zeitpräferenz legt nahe, dass die Zinssätze der Zentralbanken um ein Vielfaches höher sein sollten, um den derzeitigen Kaufkraftverlust der Währungen, das erhöhte Kontrahentenrisiko und die sich rapide verschlechternden wirtschaftlichen und monetären Aussichten auszugleichen.

Es besteht kein Zweifel daran, dass sich die Mehrheit der Anleger nicht einmal des wahren Ausmaßes der Gefahr bewusst ist, die von den Zinssätzen für ihre Finanzanlagen ausgeht. Einige wohlhabendere, vorausschauendere Anleger sind erst im Anfangsstadium, sich Sorgen zu machen. Aber wenn sie Ihr Portfolio auflösen, bleiben Sie auf wertlosem Bargeld sitzen, das nur unzureichend verzinst wird. Was können Sie tun, um der Fiat-Währungsfalle zu entkommen?

In diesem Artikel wird argumentiert, dass die Tatsache, dass alles in Fiat-Währungen gehalten wird, das Problem ist. Die Lösung ist eine Flucht in echtes Geld, d. h. nur physisches Gold - der Rest sind schnell abwertende Fiat-Kredite. Der Besitz von echtem Geld ist die einzige Möglichkeit, dem Unheil zu entgehen, das unsere derzeitige Wirtschafts-, Finanz- und Fiatwährungswelt verschlingt.


Risiko für das eigene Kapital vermeiden

Aus Gesprächen mit Familienmitgliedern und Freunden geht hervor, dass man sich des zunehmenden Risikos für Investitionen nicht bewusst ist. Es gibt zwei große Lager. Das erste und die Mehrheit sind sich nur darüber im Klaren, dass die Zinsen steigen und ihre Aktien und Anteile an Wert verlieren, aber sie können den Zusammenhang nicht vollständig herstellen. Das zweite Lager beginnt sich Sorgen zu machen, dass etwas sehr ernsthaft falsch läuft.

Die Anleger des ersten Lagers haben ihre Anlageentscheidungen in der Regel an Finanzberater und über diese an Portfoliomanager von Investmentfonds delegiert. Sie haben es sich bequem gemacht, die Anlageentscheidungen den Experten zu überlassen, und sind - abgesehen von dem einen oder anderen Schluckauf der Märkte - mit einigermaßen konstanten Gewinnen belohnt worden, jedenfalls seit Anfang des ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts und in vielen Fällen auch schon davor. Sie vertrauen ihren Beratern. Derweil werden ihre Berater durch das Volumen der von ihnen verwalteten Vermögenswerte oder durch Gebühren belohnt.

Beide Methoden der Entlohnung sorgen dafür, dass die große Mehrheit der professionellen Manager und Berater bullish gestimmt sind, was durch den langfristigen Aufwärtstrend noch verstärkt wird.

Dies führt dazu, dass die Mehrheit der Anleger davon überzeugt ist, dass fallende Werte von Finanzanlagen eine Kaufgelegenheit darstellen. Schließlich haben sie seit geraumer Zeit die Erfahrung gemacht, dass es falsch ist, zu verkaufen, wenn die Märkte fallen, weil sie sich immer wieder erholt haben und gestiegen sind. Dieser Ansatz wird auch von den meisten professionellen Finanzdienstleistern vertreten, da sie stets optimistisch sind.

Das andere, weitaus kleinere Lager besteht aus denjenigen, die mehr für sich selbst denken. Sie beginnen, einen Zusammenhang zwischen steigenden Zinsen und fallenden Märkten herzustellen, unterschätzen aber das Ausmaß, in dem die Zinsen steigen sollten, erheblich.

Dieses Lager weiß, dass es sinnvoll ist, Finanzanlagen zu verkaufen, wenn die Zinssätze erheblich steigen. Sie wissen, dass Investitionen in Sachwerte ebenso gefährlich sind, da die Preise durch die Hypothekenzinsen bestimmt werden, die jetzt steigen. Aber sie stellen auch fest, dass es unattraktiv ist, nur auf Bargeld zu sitzen, da die Verbraucherpreise steigen und die Kaufkraft des Geldes schwindet. Was ist also zu tun?

Das Geld einfach auf der Bank zu lassen, bringt lächerliche Zinsen. Außerdem übersteigt der Erlös aus der Auflösung von Portfolios in der Regel die staatliche Einlagensicherung (= 100.000 € pro Konto), was bedeutet, dass man das Risiko eines Bankzusammenbruchs in Kauf nehmen muss. Es gibt einige Möglichkeiten, wie z. B. die Investition in kurzfristige Staatsanleihen als vorübergehende Lösung und vielleicht der Kauf von inflationsgeschützten Staatsanleihen (TIPS).

Abgesehen von der Investition in TIPS bleibt das Problem des Kaufkraftverlusts jedoch ungelöst. Und in zunehmendem Maße wird diesen versierten Anlegern das Währungsrisiko bewusst, insbesondere wenn sie Briten, Europäer oder Japaner sind. Die Kosten für die Investitionssicherheit in fast allen Währungen steigen im Verhältnis zum Dollar.

Ich sage diesen Leuten, dass das Problem ganz einfach ist: Sie haben alle ihre Eier in einem Fiat-Währungskorb. Die Schwarz-Weiß-Lösung besteht darin, aus der Fiat-Währung auszusteigen, indem man Finanzanlagen verkauft, und das dadurch erhaltene Fiat-Geld in echtes Geld umwandelt und dieses hortet, d. h. in physisches Gold in Barren- und Münzform. Das Argument stößt in der Regel auf taube Ohren, weil die Menschen die monetäre Rolle von Gold nur vor dem Zweiten Weltkrieg verstanden haben. Diese Generation ist größtenteils verstorben. Warum Gold so wichtig ist, muss einem skeptischen Publikum immer wieder aufs Neue erklärt werden.

Dann stoßen wir auf zwei weitere Hindernisse, die von den Skeptikern aufgeworfen werden: Gold wirft nichts ab, während die Anleger daran gewöhnt sind, Dividenden und Zinsen zu erhalten. Und wenn Gold die Antwort ist, warum schneidet es dann so schlecht ab? Auf diese Fragen wird eingegangen.

Aber es steht alles auf dem Spiel. Wenn die Zinsen noch weiter steigen und die Baisse (= der Kursverfall) weiter anhält, werden Anleger, die sich auf Anlageverwalter und Finanzberater verlassen, fast alles verlieren.


Eine Neuauflage der siebziger Jahre

Die heutigen globalen Wirtschaftsbedingungen ähneln auffallend den britischen Finanzmärkten Ende 1972 und Anfang 1973. Zuvor, im Herbst 1970, war der neue Finanzminister Tony Barber von Premierminister Edward Heath unter Druck gesetzt worden, die britische Wirtschaft durch ein inflationäres Haushaltsdefizit in Verbindung mit einer absichtlichen Senkung der Zinssätze von 7% auf 5% anzukurbeln. Heath war ein Jünger des Keynesianismus (= heutige vorherrschende Volkswirtschaftstheorie der Makroökonomie). Und die Bank of England unterstand damals direkt der Regierung Heath, ihre so genannte Unabhängigkeit kam erst viel später.

Die Preisinflationsrate stieg leicht von 6,4% im Jahr 1970 auf 7,1% im Jahr 1972. Die inflationären Folgen des Barber-Booms und der Senkung der Zinssätze auf negative Realwerte begannen zu wirken. In der Zwischenzeit hatten die Anleger eine Hausse an den Aktienmärkten erlebt. Die Verbraucherpreisinflation begann nun ernsthaft zu steigen. Im Jahr 1973 lag sie bei 9,1%, 1974 bei 16% und 1975 bei schwindelerregenden 24,2%. All dies wiederholt sich heute - wir sind wahrscheinlich dort, wo Großbritannien Ende 1972 war.

Während der dramatische Anstieg der Preisinflationsrate 1972 unvorhersehbar war, wirkt sich der Anreiz der Haushaltsdefizite und der niedrigen Zinssätze heute viel schneller aus. Die Kluft zwischen den offiziellen Zinssätzen und der Preisinflationsrate ist um ein Vielfaches größer: Der Leitzins der Bank of England liegt bei 1,75%, während die Verbraucherpreise um 8,6% steigen. Selbst die Bank of England rechnet mit deutlich höheren Verbraucherpreisindex (VPI)-Raten, und unabhängige Schätzungen gehen von noch höheren VPI-Raten im neuen Jahr aus.

Ähnliche Entwicklungen sind weltweit zu beobachten. Der Vergleich mit dem Vereinigten Königreich in den frühen 1970er Jahren lässt vermuten, dass die Folgen der Inflation und der Zinssätze für Finanzanlagen und die Währungen selbst heute wahrscheinlich noch dramatischer sein werden.

Was jetzt geschieht, unterscheidet sich in einigen wichtigen Punkten von dem, was im Vereinigten Königreich Anfang der siebziger Jahre geschah. Ausgehend von negativen und Null-Zinssätzen ist ein wesentlich stärkerer Anstieg der Zinssätze in Aussicht gestellt.

Der Abstand zwischen den Anleiherenditen und der Verbraucherpreisinflation ist heute in den USA, der EU und dem Vereinigten Königreich viel größer als in den frühen siebziger Jahren. Das deutet darauf hin, dass die Folgen eines Zinsanstiegs heute wahrscheinlich weitaus heftiger ausfallen werden, als dies im Vereinigten Königreich zwischen Mai 1972 und Januar 1975 der Fall war. Wir können von Glück reden, wenn die Aktienmärkte dieses Mal nur 74% verlieren.


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