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SNB gefährdet Wohlstand der Schweiz - Metallsektor mit Rallye

08.11.2022  |  Markus Blaschzok
Die US-Notenbank hatte am Mittwochabend ihren Leitzins erneut um 75 Basispunkte auf nun 4% angehoben, womit sie dem hohen Anstieg der Konsumentenpreise von 8,2% in September Rechnung trägt. Während der Markt initial mit steigenden Notierungen auf einen dovishen Zinsentscheid reagierte, hämmerte US-Notenbankchef Jerome Powell die Erwartungen und die Kurse in der anschließenden Pressekonferenz wieder nach unten.

Er wiederholte, dass man die Zinsen so lange anheben werde, "bis der Job (der Inflationsbekämpfung) erledigt sei". Am wichtigsten war jedoch die Aussage, dass es besser sei die Zinsen anzuheben, bis etwas in der Wirtschaft brechen würde, anstatt der Inflation freien Lauf zu lassen, da die US-Notenbank bewährte Werkzeuge hätte, um bei einer Krise einzugreifen.

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Die US-Notenbank hob ihren Leitzins um weitere 75 Basispunkte auf 4% an, während die Inflationsrate in den USA bei 8,2% liegt


Powell machte klar, dass die US-Notenbank beabsichtige den Leitzins so lange anzuheben, bis die Wirtschaft einbrechen würde und man später immer noch mit ihren bewährten Werkzeugen intervenieren könne. Dies sei besser, als der Inflation freien Lauf zu lassen. Daraufhin schoss der US-Dollar nach oben, während der Gold- und Silberpreis zusammen mit dem Aktien- und Anleihemarkt einbrachen, da es erst noch schlimmer kommen müsse, bevor die FED in Panik geraten würde, was die Hoffnungen des Marktes auf ein baldiges Ende der Zinsanhebungen enttäuschte.

Die FED hat ein duales Mandat zur Sicherung der Preisstabilität sowie der Vollbeschäftigung in der Wirtschaft. Man kann sich daher sicher sein, dass die US-Notenbank eingreifen wird, sobald im nächsten Jahr aufgrund der Rezession die Arbeitslosigkeit in den USA stark ansteigen wird.

Der Goldpreis fiel auf den Zinsentscheid zurück auf seine Unterstützung bei 1.616 $, die dieser nun zum dritten Mal getestet und erfolgreich verteidigt hatte. Der Silberpreis fiel zwar ebenfalls um einen US-Dollar, doch konnte dieser seine Unterstützung bei 19 $ verteidigen, womit nicht erneut das Tief getestet wurde.

Ich bin der Überzeugung, dass Powell bei einem erneuten Markteingriff ausschließlich an das Drucken von neuem Geld denkt, um aufgrund der hohen Inflationsrate und der durch neue QE-Programme weiter steigenden Preise, einen weiteren Zinsanstieg zu managen. Der weitere Zinsanstieg lässt sich nicht verhindern und Leitzinssenkungen würden in diesem Umfeld gar nichts mehr bewirken, weshalb ihm nur die Druckerpresse bleibt. Es ist das typische Bild der Stagflation der siebziger Jahre, den ich bereits in 2019 exakt vorhergesagt hatte.


Edelmetalle machen Verluste wieder wett

Am Freitag machten Gold und Silber ihre Verluste jedoch wieder mehr als wett, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten zwar gut ausgefallen waren, doch die Zahl der arbeitslosen Amerikaner auf den höchsten Stand seit Februar anstieg. Daraufhin preiste der Markt ein früheres Einlenken der US-Notenbank und ein niedrigeres Zinshoch ein, wovon Gold und Silber stark profitierten. Hier zeigt sich, wie überspannt die Spekulation auf der Shortseite ist und wie schnell ein Einlenken der US-Notenbank zu einem starken Anstieg des Goldpreises führen kann.

Die Gold- und Silberminenaktien waren am Mittwochabend noch stark eingebrochen, nur um am Freitag alle Verluste mehr als wettzumachen und neue Wochenhochs zu erreichen. Die große Trendwende kommt immer näher und der Fahrplan steht fest, wie Powell am Mittwoch klar sagte. Sobald die Arbeitslosigkeit aufgrund der Rezession im nächsten Jahr stark ansteigt, beginnt erneut das Drucken von Geld aus dem Nichts. Spätestens dann muss das vermeintliche QT ausgepreist und neue QE-Programme eingepreist werden, was zu einer schnellen Rallye des Goldpreises auf neue Allzeithochs führen dürfte.

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Gold und Silber konnten am Freitag die Wochenverluste wieder wettmachen


Rekordverlust der Schweizer Nationalbank gefährdet die Schweiz

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen Verlust von 142 Milliarden Franken eingefahren. Dieser Verlust ist größer als die vermeintlichen Gewinne der letzten fünf Jahre und entspricht dem Großteil der Gewinne der letzten 10 Jahre in Höhe von 172 Mrd. Franken. Die äußerst fragwürdige Geldpolitik der SNB erweist sich nun als Schildbürgerstreich, der den Schweizer Bürgern einen großen Vermögensverlust beschert hat.

Der Einbruch der Aktien- und Anleihenmärkte aufgrund der Rezession sowie der Kaufkraftverlust des Euro rissen der SNB ein riesiges Loch in ihre Kasse, welches der Schweizer Steuerzahler letztlich wieder stopfen muss.

Die Bilanz der SNB wurde in den letzten zwölf Jahren durch den Kauf von Fremdwährungen aufgeblasen, mit dem Ziel eine zu schnelle Aufwertung des Frankens zu verhindern, indem man diesen künstlich abwertete. Nur ein Viertel der Devisenreserven ist in Aktien investiert, wogegen der Rest in Schuldpapiere gesteckt wurde, die aktuell den Bach hinuntergehen und zusätzlich aufgrund der hohen Inflation in der Eurozone und den USA real an Wert verlieren. Auch die Aktienmärkte befinden sich am Anfang einer mehrjährigen inflationsbereinigten Baisse.

Die Verluste, die die SNB einfährt, sind nicht wieder rückgängig zu machen und weitere Wertberichtigungen sind in Sichtweite. Die SNB ist zu einem Hedge-Fonds verkommen, der im Verhältnis zur Größe der Schweizer Wirtschaft so groß ist, dass sie den Wohlstand der Alpenrepublik gefährden könnte.

Die SNB ist der falschen Ansicht, dass eine starke Währung und eine Deflation eine Katastrophe für die Schweizer Exporteure wäre. Diese Annahme ist in vieler Hinsicht falsch und die Wahrheit ist diametral gegensätzlich. Seit 2008 herrschte in der Schweiz zumeist Deflation, während das Bruttoinlandsprodukt jedes Jahr zwischen 2% und 3% wuchs. Dies, wie unzählige weitere Beispiele, widerlegt auch die Behauptung von Christine Lagarde, wonach Deflation schlecht für eine Volkswirtschaft sei, die eine Notenbank vermeintlich bekämpfen müsse.

Aufgrund der verfehlten Geldpolitik der SNB stiegen die Konsumentenpreise in der Schweiz im September bereits mit 3,3% auf den höchsten Stand seit 1993 an.


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