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Zeit für den Absprung vom Krypto-Crash. Springen Sie auf den Goldzug auf!

22.11.2022  |  Egon von Greyerz
Ist der 32 Mrd. $-Zusammenbruch der Kryptobörse FTX der Impulsgeber für den Einbruch des Finanzsystems? Wir werden es bald erfahren. Doch zumindest wurde die GOLD-KRYPTO-Debatte letzte Woche entschieden - gegen alle, die daran geglaubt hatten, dass Krypto Vermögensicherung sei.

Ich habe immer argumentiert, dass Kryptoformate ein binäres Investment sind. Seit Jahren bin ich der Ansicht gewesen, dass Bitcoin entweder auf 1 Million $ steigen oder auf null fallen kann. Also: Kein gutes Risikoverhältnis und ganz sicher kein Investment für schwache Herzen, Witwen und Waisen. Natürlich bin ich nie der Meinung gewesen, dass Bitcoin 1 Million $ wert sei oder im Grunde überhaupt etwas. Allerdings gehen Manien durch Exzessphasen, bevor sie zusammenbrechen.

Erneut haben wir erfahren, dass Kryptos wie ein Lottoschein sind. Er kann viel wert sein oder gar nichts.

Was vor einer Woche noch 24 Mrd. $ wert war, ist heute NULL, NIX, NADA wert! Vor nicht allzu langer Zeit war FTX, die damals zweitgrößte Kryptobörse, noch 32 Mrd. $ wert, dann sank sie auf 24 Mrd. $ und heute auf null. Aua! Das war ein heftiger Schlag für alle Investoren, die sich in dieses Ponzi-System gestürzt hatten.

Doch es sind nicht nur irgendwelche Investoren, auch Namen wie Blackrock, Lightspeed Venture, Brevan Howard, Tiger Global, SoftBank und viele andere große Institutionen gehören dazu. Die meisten der Großinvestoren sind Risikokapitalgesellschaften oder Hedgefonds und wissen über Risiko Bescheid. Es ist erstaunlich, wie Gier und die Angst, zu kurz zu kommen (FOMO, Fear Of Missing Out) alle ins Boot zieht - vom Präsidenten bis zum Sportstar. Siehe unten, Blair und Clinton.

Doch leider zogen Gier und FOMO auch normale Investoren und gierige Pensionsfondsverwalter an. Zu diesen Investoren zählt bspw. auch ein kanadischer Pensionsfonds für Lehrer (Ontario Teachers’ Pension Plan). Natürlich ist es völlig inakzeptabel, wenn Pensionsfonds die Notgroschen von Pensionären auf’s Spiel setzen, wenn sie in Ponzi-Systeme investieren, bei denen es keine Vermögenswerte, keine echten Finanztitel, sondern lediglich nicht nachweisbare, ungeprüfte elektronische Einträge auf verschiedenen Computern gibt.

Allem Anschein nach verfügte die Bilanzierungssoftware von FTX über eine Hintertür, die es dem Management erlaubte, Milliarden zu entnehmen, ohne dass Alarme oder Finanzprüfungen ausgelöst wurden. Als bekannt wurde, dass viele Großinvestoren auf den Zug aufsprangen, bekamen auch die Pensionsfonds das Gefühl, sie hätten es mit einem Mainstream-Investment zu tun und daher mit einer akzeptablen Anlage.

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Der durchschnittliche Pensionsfondsverwalter fühlt sich immer auf der sicheren Seite, wenn er das tut, was auch die anderen Großinvestoren machen, selbst wenn bestimmte Investitionen dabei wertlos werden. Unser Unternehmen hat einen Partner in den USA, der viele der großen Pensionsfondsverwalter kennt. Interessanterweise ist kein Pensionsfonds an physischem Gold interessiert. Und das, obwohl Gold nicht nur das perfekte Vermögensschutzinvestment ist, sondern auch noch eine exzellente Absicherung beim Portfolioausgleich.

Gerade Folgendes ist besonders wichtig in den heutigen Zeiten hoher Inflation und sinkender Vermögensmärkte: Gold funktioniert auch als exzellente Inflationsabsicherung. Ich weiß allerdings auch, wie Pensionsfonds ticken. Sie werden solange warten, bis Gold steigt und in den Schlagzeilen ist. An diesem Punkt werden viele von ihnen auf der Gold-Zug aufspringen, zu viel höheren Preisen.

Auch eine Reihe von Top-Prominenten und Sportstars haben mit FTX zu tun. FTX-Gründer Sam Bankman Fried (SBF) war ein Superstar im Kryptogeschäft, er konnte sogar Tony Blair (britischer Ex-Premier) und Bill Clinton bewegen, an seiner Krytokonferenz 2022 auf den Bahamas teilzunehmen. Ich weiß nicht, ob die beiden Top-Politiker dafür irgendwelche FTX-Anteile bekamen, jedenfalls werden sie für die Teilnahme an diesem Ereignis sehr gut bezahlt worden sein.

Doch zurück zu den Kryptos. Vor genau 12 Monaten war der gesamte Kryptomarkt 3 Billionen $ wert.

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Heute, ein Jahr später, ist der Markt 885 Mrd. $ wert - ein Verlust von 70%. Natürlich meine ich damit nicht, dass er diese Summe auch wirklich wert ist (gutgläubige Anleger glauben das zumindest). Meiner Einschätzung nach haben die Kryptoformate überhaupt keinen intrinsischen Wert, auch wenn der heutige Markt sie mit 0,9 Bill. $ bewertet.


Nächstes Bitcoin-Ziel 3.000 - 5.000 $. Dann runter auf Null?

Bitcoin dominiert den Kryptomarkt und hat einen Gesamtmarktanteil von 39%. Klar, alle, die Bitcoin in einer Preisspanne zwischen 10 $ und, sagen wir, 1.000 $ kauften, haben hier ein Vermögen gemacht. Doch wie wir auch wissen, sprang der Großteil der Investoren erst sehr spät auf den Zug auf. Deswegen sind die meisten BTC-Anleger heute wahrscheinlich im Minus.

Das Problem ist: Ausgehend vom Maximalgewinn haben die Investoren ohnehin schon 75 % verloren (also vom damaligen Bitcoin-Kurs von 70.000 $). Und jetzt werden sie beten und auf die nächste Aufwärtsbewegung hoffen, so wie die meisten gierigen Investoren.

Angesichts solcher Volatilität ist es nahezu unbegreiflich, wie jemand glauben kann, dass sich BTC jemals als gute Alternative zu Gold und selbst Fiat-Geld eignen würde.


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