Silber, Gold und Minen auf Höhenflug – Vorzeichen einer neuen Krise?
25.09.2025 | Markus Blaschzok
Der Goldpreis kletterte am Mittwoch auf ein neues Rekordhoch bei fast 3.800 $, während der Silberpreis am Dienstag mit 44,45 $ ein 15-Jahreshoch erreichte und damit in Reichweite seines Allzeithochs bei 50 $ handelt. Die Kaufpanik herrscht auch am Goldminenmarkt, wobei der HUI-Goldminenindex mit 608 Punkten ebenfalls den höchsten Stand seit 14 Jahren erreichte und damit exakt an seinem Allzeithoch handelt. Die Goldminenaktien vollzogen in diesem Jahr eine Aufholjagd zum Goldpreis von über 100%, wobei sich die Notierungen einiger Titel vervielfachten.
Der Goldpreis fliegt "to the moon!"
Getrieben wurde der neuerliche Preisanstieg vor allem durch einen Anstieg der Investmentnachfrage, nachdem erst der Silberpreis und folgend Gold vor vier Wochen aus einer mehrmonatigen Konsolidierungsphase nach oben ausbrechen konnten. Dieser Ausbruch zog neue Spekulanten und Investoren an, die auf eine kurzfristige Rallye bis zu 4.000 $ hoffen und sukzessive kaufen.
Einerseits wird diese Rallye durch eine starke physische Nachfrage getrieben und nur wenig bis gar nicht über den Terminmarkt, wie die neuesten Daten der Terminmarktaufsicht CFTC zeigen. Andererseits sind weder die Nachfrage in ETF-Produkte noch der Einzelhandel ausschlaggebend für diese neuerliche Rallye, womit es von dieser Seite noch viel Aufholpotenzial geben dürfte in der Zukunft, während gleichzeitig Fragen zu dieser Rallye offen bleiben.
Unterstützt wird dieser neuerliche Preisanstieg durch die kürzliche Zinssenkung der US-Notenbank und insbesondere die Erwartung zwei weiterer Senkungen in diesem Jahr, wofür die Fed Funds Futures eine Wahrscheinlichkeit von aktuell 77% zeigen. US-Notenbankchef Powell äußerte sich zuletzt dovish, wobei er konstatierte, dass die Zentralbank vor einer "herausfordernden Situation" stehe mit dem Risiko einer höher als erwarteten Inflation, während das schwache Beschäftigungswachstum Sorgen über die Gesundheit des Arbeitsmarktes aufkommen lasse.
HUI-Goldminenindex mit 200% Rallye
Noch zu Jahresbeginn notierte der HUI-Goldminenindex bei 275 Punkten. Während der Goldpreis bereits im vergangenen Jahr eine starke Rallye vollzog, hinkten die Minenaktien zunächst hinterher und stiegen nur moderat von 200 auf 275 Punkte (+37%). Mit dem Fortsetzen der Goldrallye in diesem Jahr, dem Short Squeeze am Terminmarkt bei den großen vier Händlern und dem Anstieg des Goldpreises auf 3.400 $, wurde klar, dass die Aufwärtsbewegung nachhaltig sein würde und sich die Ergebnisse der Minenunternehmen deutlich verbessern dürften. Daraufhin floss zunehmend Kapital in den Minensektor, was die Kurse sukzessive nach oben trieb.
Von 275 Punkten zu Jahresbeginn kletterte der HUI-Index inzwischen auf 608 Punkte und legte damit über 100% zu. Damit wurde das Allzeithoch aus den Jahren 2010/2011 erreicht. Nach dieser starken Rallye bildet sich nun ein markanter Widerstandsbereich zwischen 500 und 600 Punkten, den Trader im Blick behalten sollten. Die erwartete Aufholbewegung der Minenaktien hat sich eindrucksvoll bestätigt.
Bereits bei 200 Punkten hatte ich meinen Premium-Abonnenten ein klares Kaufsignal gegeben und empfohlen, antizyklisch nicht nur konsequent einzusteigen, sondern auch Hebelprodukte zu nutzen. Nachdem die Nachhaltigkeit der Rallye immer offensichtlicher wurde, gab ich ein weiteres Kaufsignal und riet dazu, investiert zu bleiben.
Seit dieser initialen Empfehlung verzeichnen wir nun ein einfaches, ungehebeltes Plus von 200% innerhalb von zwei Jahren. Mit Hebelprodukten und gezielten Stockpicks war sogar noch eine deutlich höhere Rendite möglich. Nicht nur Gold hat den breiten Aktienmarkt klar outperformt, sondern auch die Minenaktien waren in den letzten Jahren das beste Investment und haben NASDAQ wie S&P 500 um ein Vielfaches geschlagen. Diese Entwicklung war absehbar und wir haben sie erfolgreich gehandelt. Wenn Sie künftig ähnliche Chancen frühzeitig erkennen und nutzen möchten, informieren Sie sich über unseren Premium Service unter www.blaschzokresearch.de.

HUI-Goldminenindex erreicht Allzeithoch nach einer Rallye um über 200%
Goldrallye und Zinssenkungen: Vorboten einer Stagflationskrise?
Die Fed hat ihren Leitzins um 25 Basispunkte gesenkt, sowie zwei weitere Zinssenkungen in diesem Jahr in Aussicht gestellt, obwohl die Kern PCE Inflation im August bei 2,9% lag und den vierten Monat in Folge wieder anzog. Dieser Zinsschritt erfolgte, während der Aktienmarkt auf Rekordniveau handelt und die Renditen am Anleihemarkt tendenziell weiter ansteigen.
Reagiert die Fed bei einer Abschwächung der Wirtschaft erneut mit mehr Liquidität und billigeren Krediten, steigen voraussichtlich die Inflationserwartungen, worauf die langfristigen Zinsen, trotz Zinssenkung wieder ansteigen sollten, womit sich das stagflationäre Umfeld nur weiter verschärfen würde. Die Fed hat sich längst in eine Ecke gepinselt, aus der es diesmal kein Entkommen gibt.

Die langfristigen Zinsen werden sich nur kurzzeitig entspannen, bevor sie weiter ansteigen werden, wie in den siebziger Jahren