Gold über 4.000 $ – Stärkste Rallye seit 1979 – Silber fast bei 50 $
08.10.2025 | Markus Blaschzok
Der Goldpreis an der US-Warenterminbörse COMEX stieg am Montagmorgen im Februarkontrakt erstmals über die Marke von 4.000 $ an, während diese psychologische Schwelle am Spotmarkt erst heute, am 8. Oktober, mit inzwischen 4.039 $ überschritten wurde. Auch der Silberpreis bewegt sich mit 48,95 $ nun unmittelbar unter seinem nominalen Allzeithoch von 50 $.Der Goldpreis stieg in der vergangenen Woche zum siebten Mal in Folge an, was die starke Aufwärtsdynamik seit dem Ausbruch aus der viermonatigen Konsolidierung Ende August bei 3.400 $ widerspiegelt. Seit Jahresbeginn ergibt sich damit ein Plus von 43%, der stärkste Anstieg seit 1979. Diese Rallye vollzieht sich in einem Umfeld, in dem auch die Aktienmärkte und der Bitcoin in dieser Woche neue Allzeithochs erreichten, was diese Entwicklung umso bemerkenswerter macht. Im vergangenen Jahr konnte der Goldpreis bereits um 32 % zulegen, womit sich das Plus seit Anfang letzten Jahres auf rund 103% summiert.

"to the moon!" am Goldmarkt war gestern – die Goldbugs sind bereits auf dem Weg zum Mars
Die jüngste Aufwärtsbewegung wurde zunehmend durch spekulative Käufe angetrieben, da viele Anleger fürchten, einen weiteren Anstieg zu verpassen. Dieses Verhalten, auch bekannt als FOMO (Fear of Missing Out), ist typisch für deutlich fortgeschrittene Phasen einer Rallye. Nach einer Verdopplung des Goldpreises innerhalb von zwei Jahren richtet sich seit einigen Monaten auch die Aufmerksamkeit vieler Fondsmanager und Privatanleger auf den Gold-, Silber und Minenmarkt. Die Stimmung ist euphorisch, und viele Marktteilnehmer wollen noch einsteigen, aus Sorge, die Kurse könnten weiter in den Himmel klettern, was die Zuflüsse in ETF-Produkte in den letzten Monaten belegen.
Von April bis Ende Oktober konsolidierte der Goldpreis in einer engen Handelsspanne und brach Ende August aus dieser dynamisch aus. Das deutliche Kaufsignal bot Raum für einen Preissprung von 300 $ bis 400 $, wobei es wahrscheinlich war, dass der Markt die psychologisch wichtige Marke von 4.000 $ sehen und abarbeiten wollen würde. Nach diesem weiteren Preissprung um 17% binnen etwas mehr als einem Monat ist nun die Gefahr eine Korrektur hoch. Auch dieses Signal hatten wir im kostenpflichtigen Premium-Research, den sie auf www.blaschzokresearch.de abonnieren können, exakt gegeben, wie die Kauf- und Verkaufssignale im folgenden Chart belegen.

Die Rallye des letzten Jahres mit meinen taktischen Kauf- und Verkaufssignalen aus dem kostenpflichtigen Premium-Research
Gold steigt gegen das gewohnte Muster, der Terminmarkt bleibt Zuschauer
Überraschend an der aktuellen Goldrally ist, dass sie in einem Umfeld steigender Aktien- und Kryptomärkte stattfindet. So stieg die Nasdaq seit dem Korrekturtief im April um 51% an, was Erinnerungen an die Dot-Com-Blase von 2000 weckt, nur dass der Goldpreis damals auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren bei rund 250 $ je Feinunze gehandelt wurde. Besonders bemerkenswert ist, dass sich die Aufwärtsbewegung seit Mitte 2024 weitgehend ohne nennenswerte Beteiligung des Terminmarktes vollzogen hat. Auch die jüngste Entwicklung zeigt, dass der Terminmarkt derzeit keinen entscheidenden Einfluss auf den Preisanstieg ausübt.
Dies ist ungewöhnlich, denn üblicherweise sind zyklische Tiefpunkte am Goldmarkt durch umfangreiche spekulative Shortpositionen gekennzeichnet, während ein fundamentales Defizit am physischen Markt eine Bodenbildung einleitet. Hochpunkte entstehen dagegen in der Regel, wenn spekulative Longpositionen die Preisbewegung dominieren und der physische Markt in ein Überangebot übergeht. Gerade am Goldmarkt ist dieses Muster typisch, da aufgrund des hohen Stock-to-Flow-Ratios nach starken Rallys in der Regel das physische Angebot schnell ansteigt.