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Nehmen Sie Ihre Finanzen endlich selbst in die Hand

16.03.2008  |  Manfred Gburek
Für die folgenden Ausführungen brauchen Sie starke Nerven. Falls Sie die nicht haben, sollten Sie lieber nicht weiter lesen. Die Quellennachweise finden Sie sowohl bei den Thesen als auch weiter unten.
  • Deutschland ist auf dem Weg in eine Art zweiter Weimarer Republik: Zersplitterung der Parteien und leider noch mehr. "Der Staat schürt Angst. Der Staat trickst. Und der Staat vergeht sich an seinen eigenen Gesetzen." (Auszug aus einem lesenswerten Interview in der FAZ vom 3. März mit Franz Konz, Autor der erfolgreichsten Steuersparbücher)

  • Um gewählt zu werden, ist Politikern fast jedes Mittel recht: Kaum haben sie genug auf Liechtenstein herumgehackt und in Hessen peinliche Spielchen getrieben, wollen sie die Rentner schon zum 1. Juli mit einem Rentenanstieg um 1,1% beglücken und dazu die Rentenkasse plündern.

  • Zweistellige echte Inflationsraten auf Jahresbasis sind an der Tagesordnung. Sie werden nicht nur die Rentner hart treffen, sondern alle, darunter allerdings vor allem die Armen und die Mittelschicht, also Haushalte, deren Ausgaben für immer teurer werdende Grundnahrungsmittel, fürs Wohnen, für Verkehrsmittel usw. einen besonders hohen Anteil am häuslichen Etat haben. Das erklärt auch den Linksschwenk aller Parteien.

  • Stagflation ist die fatale Mischung aus Inflation und Rezession, sprich Wirtschaftskrise. Sie hat bereits begonnen.

  • Die Tricks der Banken, Sparkassen, Versicherungen und sonstigen so genannten Finanzdienstleister kennen kaum Grenzen, wenn es darum geht, ihre Kunden abzukassieren und Gebühren zu verschleiern. "Das ist ein Chaos. Normale Bürger haben keine Chance, alles zu vergleichen." Diese Aussagen stammen nicht etwa vom Stammtisch einer Verbraucherzentrale, sondern aus einem Vortrag von Uwe Wystup, Professor an der von Banken, Versicherungen usw. gesponsorten Frankfurt School of Finance & Management, den er dort am 12. März hielt. Thema: "Ist die Riester-Rente vor allem ein Geschenk der Politik an die Finanzindustrie?" Wer Wystup zugehört hat, weiß: eine rhetorische Frage.

  • Die Preise vieler Wohn- und Gewerbeimmobilien in ungünstigen Lagen (zum Beispiel Wohnimmobilien weit jenseits von Metropolen oder lukrativen Städten) werden zurückgehen. Die meisten Eigentümer machen sich immer noch Illusionen über den möglichen Preis. Die bereits tief gefallenen Kurse der Immobilienaktien sind Vorboten. Die erzielbare Rendite wird zum entscheidenden Kriterium.

  • Aktien werden den bisherigen Salamicrash weltweit fortsetzen. Das Geld, das die Notenbanken in einem bis vor Kurzem unvorstellbaren Umfang in die Finanzmärkte gepumpt haben, kommt vor allem den Banken zum Stopfen ihrer Bilanzlöcher zugute, nur temporär den Aktienmärkten.

  • Gold (mit Einschränkungen auch Silber) hat sich spätestens mit Überschreiten der 1.000-Dollar-Marke als die einzig wahre Währung ins Bewusstsein breiter Bevölkerungskreise eingeprägt. Nicht von ungefähr hat die FAZ am Freitag daraus ihre oberste Schlagzeile gemacht - nicht erst im Wirtschaftsteil, sondern schon auf der Titelseite. Oder um Bud Conrad, Chefvolkswirt von Casey Research, aus einem Interview mit dem Goldreport vom 26. Februar zu zitieren: "Der Goldpreis wird in diesem Jahr steigen, auch wenn der Dollar nicht gegen andere Währungen fallen sollte. Das bedeutet ganz einfach, dass das Vertrauen in alle Währungen verloren gegangen ist." Kurzfristige Rückschläge, wie hier vor einer Woche analysiert, sind also für Goldanleger zu verschmerzen.

Die bereits erwähnte Frankfurt School of Finance & Management lädt oft hochkarätige Referenten ein. Das war am 12. März neben Ex-Arbeitsminister Riester und dem zitierten Professor Wystup auch Claus-Dieter Gorr, Chef einer spezialisierten Frankfurter Versicherungsmaklerfirma (www.gvm.de). Wenn Ihnen schon die bisherigen Ausführungen nahe gegangen sind, so dürfte das bei den folgenden erst recht der Fall sein.

Gorr begann sein Referat mit der Aussage: "Was das Statistische Bundesamt als Inflation ausrechnet, ist jenseits jeglicher Realität." Dann legte er mit der kumulierten Inflation für 35 Jahre zwischen 1965 und 2008 nach: Wohnungsmieten 513%, Briefporto 538%, Brötchen 1.095%, Bild-Zeitung 1.173%, Herrenfriseur 1.788%, Einfamilienhaus 2.934%. Die beiden letzten Beispiele sind insoweit interessant, als hier schon eine Gegenbewegung eingesetzt hat: Wer die vielen türkischen und sonstigen ausländischen Frisiersalons mit Preisen um 10 Euro pro Haarschnitt, die wie Pilze aus dem Boden schießen, genau verfolgt und mit der Zahl der Kunden gewichtet, kommt wahrscheinlich zum Ergebnis, dass die Herrenfriseur-Inflationsrate dann doch nur dreistellig ist. Und die Inflation der Preise für Einfamilienhäuser umfasst eine Zeit des Bevölkerungswachstums, wie sie wahrscheinlich so schnell nicht wiederkommt.

Doch bei allem Wenn und Aber, Gorr hat auch mehr als nur einen Blick in die Zukunft geworfen und ist zu Ergebnissen gekommen, die sich heute kaum jemand bei noch so viel Phantasie vorstellen kann. Zwei Beispiele:

1. Ein heute 30jähriger, der in 35 Sparjahren 3000 Euro Monatsrente real absichern möchte, muss bei einer jährlichen Inflationsrate von durchschnittlich 4% zusätzlich 9.000 Euro pro Monat berappen, um am Ende der Sparzeit, im Jahr 2043, den realen Bedarf von monatlich 12.000 Euro zu decken.

2. Wer im Jahr 1991 eine repräsentative Kapitallebensversicherung abschloss, erhielt seinerzeit für das angepeilte Ende der Laufzeit im Jahr 2021 eine Auszahlungsgarantie von 67.671 Euro und eine Prognose für die Gesamtleistung von 164 125 Euro. Die Garantie blieb natürlich - und bleibt weiter - bestehen, doch die Prognose sank bis zum Jahr 2005 auf nur noch 81.876 Euro, also knapp die Hälfte.

Fazit: Glauben Sie keinem Politiker und im Voraus auch keinem Finanzdienstleister. Nehmen Sie Ihre Finanzen endlich selbst in die Hand, denn im Zweifel wird Ihnen niemand von sich aus dabei helfen, sondern nur so tun als ob. Natürlich sind Sie, was Details betrifft, auch auf Auskünfte von Anlageberatern, Versicherungsspezialisten und sonstigen Helfern angewiesen. Lassen Sie sich von ihnen aber vorher, nicht erst nachher, die entscheidenden Formulare geben und unverständliche Details erklären. Und bauen Sie rechtzeitig mit einem hohen Anteil an Gold (und Silber) der drohenden Inflation vor, auch zur Altersvorsorge.


© Manfred Gburek
www.gburek.eu





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