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Analyse zu Palladium: Palladiumpreis korrigiert nach Rallye auf 1.600 $

06.11.2025  |  Markus Blaschzok
Terminmarkt: COT-Report

Der COT-Report wird immer freitags seitens der US-Terminmarktaufsicht (CFTC) veröffentlicht, wobei der Stichtag der Datenerhebung der Schlusskurs vom Dienstag ist. Die COT-Daten werden also immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium Abonnenten von Blaschzok Research erhalten vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber und Platin. Die COT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt ermöglichen. Mit ihnen hat man einen Vorteil im Trading am Rohstoffmarkt.


COT-Daten für Palladium vom 26. September

HINWEIS: AUFGRUND DES GOVERNMENT SHUTDOWN IN DEN USA HAT DIE CFTC SEIT EINEM MONAT KEINEN NEUEN COT-REPORT MEHR VERÖFFENTLICHT. DIESER COT-REPORT UND SEINE ANALYSE DAZU IST DEMNACH SCHON EINEN MONAT ALT.

Der Palladiumpreis stieg zur Vorwoche um 36 $ an, während die Spekulanten in der gleichen Zeit mit 400 Kontrakten Long gingen, was eine Stärke zeigt. Der COT-Index hat sich dementsprechend um 4 Punkte auf 10 Punkte verschlechtert.

Die Terminmarktdaten sind so überkauft wie seit sieben Jahren nicht mehr und es gibt massives Long-Drop-Potenzial. Doch solange die Investmentnachfrage stark bleibt, weil Gold, Silber und Platin steigen und Investoren auf den Zug aufspringen, kann in dem besonders kleinen Palladiummarkt noch viel passieren.

Das bedeutet, der Anstieg des Palladium-Preises ist fundamental nicht untermauert, auch nicht über den Terminmarkt. Solange Gold stark bleibt, kann sich Palladium halten, doch sobald Gold korrigiert, dürfte gerade Palladium massiv unter Druck kommen. Palladium ist aktuell das schwächste aller vier Edelmetalle. Kurzfristig bleibt die Investmentnachfrage preisbestimmend. Sollte der Palladiumpreis weiter nach oben getrieben werden, so böte das dann später auch eine neue gute Short-Chance.

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Mit einem COT-Index OI von 2 Punkten ist der Terminmarkt im Verkaufsbereich


Technische Analyse

Nachdem Goldpreis im August über seinen Widerstand bei 3.400 $ ausbrechen konnte und auch Silber seinen Widerstand bei 35,50 $ überwand, sprangen Spekulanten auch bei Platin und Palladium auf, worauf die Investmentnachfrage bei den beiden Industriemetallen stark anstieg. Dies mag fundamental unbegründet sein, doch wie auch beim Platin, handelt es sich beim Palladium um einen vergleichsweise kleinen Markt, in dem bereits moderate Zuflüsse auf der Investorenseite zu kurzfristigen Preisspitzen führen können.

Die zentrale Frage ist wie nachhaltig dieser Anstieg tatsächlich ist. In der Regel sind spekulativ getriebene Bewegungen über den Terminmarkt nur von begrenzter Dauer. In den letzten COT-Daten zeigte sich wieder eine deutliche Verschlechterung in den letzten Wochen mit einem COT-Index von nur 10 Punkten, was darauf hindeutet, dass dieser Anstieg in erster Linie spekulativ getragen wurde und die Spekulanten ihr Pulver weitgehend verschossen haben.

Mit dem Ausbruch am Goldmarkt im August über 3.400 $ gab ich auch ein Kaufsignal für Palladium mit dem möglichen Ziel bei 1.600 $, da ich mit erneuten spekulativen Käufen gerechnet hatte. Das gegebene Ziel um den Widerstand bei 1.600 $ für Gewinnmitnahmen stellte sich als treffend heraus. Da der Palladiummarkt eigentlich unter einem strukturellen Überangebot leidet, sagte ich bereits im Vorfeld, dass man dort die Gewinne mitnehmen und auf die Shortseite wechseln sollte. Kurzfristig erwarte ich einen erneuten Test der Unterstützung bei 1.300 $ bis 1.350 $ je Feinunze.

Langfristig ist es jedoch in einer Rezession möglich, dass die Unterseite der Handelsspanne bei 860 $ erneut angelaufen wird, wobei sich erst bei Bereinigung des überkauften Terminmarktes eine neue Chance auf der Longseite ergeben dürfte. Aktuell dürften kurzfristig weiterhin die Bären am Zug sein.


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