WGC: ETFs verzeichnen im Oktober Rekordabflüsse in Europa
Der World Gold Council (WGC) hat kürzlich die neuesten Daten zu den weltweiten physischen Goldbeständen in börsengehandelten Fonds (ETFs) veröffentlicht. Die Daten fassen die Entwicklungen im Oktober zusammen. Demnach verzeichneten die Fonds im Oktober insgesamt erneut ein Plus, jedoch lag dieses deutlich unter dem Niveau des Vormonats, da es zu Abflüssen in Europa kam. Der WGC meldet Nettozuflüsse von 54,9 Tonnen bzw. 8,2 Mrd. $. Im Vormonat wurden Zuflüsse in Höhe von 145,7 Tonnen im Wert von 17,3 Mrd. $ gemessen. Die in Nordamerika registrierten Fonds verzeichneten im September Zuflüsse in Höhe von 47,2 Tonnen im Wert von 6,5 Mrd. $. Laut WGC hielt der Preisrückgang seit dem 21. Oktober die nordamerikanischen Fonds davon ab, einen weiteren Rekordmonat zu verzeichnen. Entscheidende Faktoren wie geopolitische Risiken, niedrigere Renditen und die Überhitzung der Aktienmärkte konnten die Gewinnmitnahmen allerdings weitgehend ausgleichen.
Die europäischen Fonds verzeichneten hingegen ein Minus von 37,4 Tonnen bzw. 4,5 Mrd. $. Dies war der zweitgrößte Abfluss innerhalb eines Monats. Trotz Zuflüssen in der Schweiz überwogen Abflüsse, vor allem aus dem Vereinigten Königreich und Deutschland, wo der stärkste bzw. zweitstärkste Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen wurde. Der WGC weist auf eine Kombination aus Gewinnmitnahmen und systemischen Portfolioanpassungen als Ursache hin.
Die asiatischen Fonds schlossen den zehnten Monat des Jahres mit Zuflüssen von 44,8 Tonnen im Wert von 6,1 Mrd. $ ab. China verzeichnete dabei den höchsten Zuwachs. Die Anfang Oktober eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China sowie der hohe Goldpreis weckten erneut das Interesse lokaler Anleger an Gold. Auch das verlangsamte Wachstum im dritten Quartal verstärkte die Nachfrage nach sicheren Anlagen. Fonds in anderen Regionen verzeichneten im Oktober ebenfalls Zuflüsse in Höhe von 0,1 Mrd. $ bzw. 0,3 Tonnen. Die Zuflüsse aus Australien konnten die Abflüsse aus Südafrika im letzten Monat etwas kompensieren.

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