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Wenn Zentralbanken ihr Gold verkaufen - fällt ihre Währung!

13.10.1999  |  Reinhard Deutsch
Die Stärke einer Währung im Verlauf der Zeit hängt gewiss von vielen Faktoren ab, die hier nicht im einzelnen diskutiert werden sollen. Es gibt aber einen sehr bedeutenden Faktor, der zu einer Abwertung der Waehrung führt - nämlich wenn eine Zentralbank die törichte Entscheidung trifft, ihre Goldreserven zu verkaufen. Egal mit welchen zweifelhaften Erklärungen die herrschenden Politiker diesen Schritt auch begründen moegen.

Mit dieser Analyse sollen empirische Daten geliefert werden, die speziell die These stützen, daß Goldverkäufe der Zentralbanken zu Währungsabwertungen führen. Die folgende Aufstellung zeigt die offiziellen Goldreserven, die während der letzten 8 Jahre von den bedeutendsten Zentralbanken gehalten wurden.

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Lassen Sie uns nun die abnehmenden Goldreserven der Zentralbanken mit der Stärke ihrer jeweiligen Waehrungen vergleichen – oder besser gesagt, der abnehmenden Stärke. Ganz unzweideutig kann man einen Zusammenhang zwischen Goldverkäufen der Zentralbanken und einer anschliessenden Abwertung der Währungen gegenüber dem Dollar erkennen. Offen gesagt sind die Ergebnisse von überwältigender Überzeugungskraft – was mich allerdings nicht überrascht.

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Nachfolgend sehen Sie Charts der Währungen von 7 unglückseligen Laendern, die in den vergangenen Jahren einen grösseren Teil ihrer Goldreserven verkauft und damit eine beträchtliche Abwertung ihres Papiergeldes bewirkt haben. Insbesondere der kanadische und australische Dollar, der österreichische Schilling, belgische Franc, holländische Gulden, die schwedische Krone sowie der portugiesische Escudo wurden schwer gestraft, weil man sich törichterweise von den Goldreserven getrennt hat. Und diese Währungsabwertung geht bis heute weiter.

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Schlussfolgerungen

Eine Reihe offensichtlicher Schlußfolgerungen kann aus den obigen offiziellen Daten der Goldreserven der Zentralbanken, dem anschliessenden Verkauf von Goldreserven und der daraus folgenden Abwertung der jeweiligen Landeswährung gezogen werden:
  • Sieben größere Länder haben in den vergangenen Jahren einen beträchtlichen Teil ihrer Goldbestaende verkauft. Ihre Goldreserven verringerten sich um durchschnittlich 48 %. In der Folge verloren die Währungen dieser sieben Verkaufsländer etwa 26% in einem Zeitraum von 9 - 19 Monaten - und sie verlieren weiterhin an Wert zur Zeit der Entstehung dieses Berichtes.

  • Elf größere Läender haben in dieser Zeit nicht eine Unze ihres Goldes verkauft - was die falsche Theorie infrage stellt, dass Gold nur noch geringen Wert habe.

  • Die gesamten Goldreserven, die von den größeren Zentralbanken gehalten werden (1.143,8 Millionen Unzen) haben sich in dieser Zeit nur um 3,8 % verringert. Dies widerlegt die von den internationalen Nachrichtenmedien verbreitete Behauptung, daß es massive Goldverkaufe der Zentralbanken gebe. Was wiederum bedeutet, daß die Zentralbanken eine unwahre Geschichte verbreitet haben, um den Goldpreis zu druecken.

  • Im vergangenen Dezember hat die argentinische Regierung ihre gesamten Goldbestaende in Höhe von 124 metrischen Tonnen verkauft. Es wird berichtet, daß sie dafür U.S. Schatzanleihen gekauft hat. Und obwohl der argentinische Peso per Gesetz an den U.S. Dollar gebunden ist, wird der Weltmarkt sich bei der Bewertung einer Währung nicht an den "Papiergesetzen" orientieren. Deshalb glaube ich, gestützt auf die empirischen Daten dieses Berichtes sowie auf die Erfahrung vieler Jahrzehnte mit der Geldgeschichte von Bananenrepubliken, daß mit hoher Wahrscheinlichkeit der argentinische Peso zu Altpapier wird. Darüberhinaus wird die Wahrscheinlichkeit einer massiven Abwertung des argentinischen Peso beträchtlich erhöht, wenn sein wesentlichster Handelspartner, Brasilien, dem sich ausbreitenden Dominoeffekt zum Opfer fällt - wie es sich jetzt andeutet.

  • Auch dies hat unglücklicherweise politische Folgen. Argentinien hat seine gesamten Goldreserven am Markttief im Dezember 1997 verkauft - und dem Bericht entsprechend U.S. Schatzwechsel an ihrem Höhepunkt gekauft. Gesetzt der Fall, der Bullenmarkt beim Gold hat begonnen und er wird von weltweit steigenden Zinssätzen begleitet, nun dann hat die argentinische Regierung die unlösbare Aufgabe, das monetaere Fiasko bei der nächsten Wahl ihren erzuernten Wählern zu erklären - und wer weiss, vielleicht sogar schon früher - wie das üblich ist.



  • Die empirischen Daten zeigen, dass eine Landeswaehrung etwas mehr als ½% ihres Wertes verliert für jedes Prozent, um dass es seine Goldreserven verringert.



    © Dipl.-Kfm. Reinhard Deutsch (1997)



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