Worauf man beim Verkaufen von Altgold achten sollte

Wer Altgold verkaufen möchte, der sollte schon vorab ein Gefühl dafür haben was seine Schätze mindestens bringen müssen.

Alter Schmuck wird zu 99,9% von einem Händler nur zum Schmelzgoldpreis angekauft werden. Es ist so viel Altgold auf dem Markt, daß fast alles was beim Goldankauf landet auch tatsächlich eingeschmolzen und recycelt werden wird. Ausnahmen sind Markenschmuck von z.B. Cartier oder Bulgari, bzw. handwerklich ausgesprochen aufwändig gearbeitete Antikstücke.

Der Goldpreis zum Tage des Verkaufes ist für den zu erzielenden Verkaufserlös also entscheidend. Zunächst müssen Sie Ihren alten Schmuck in die Legierungen der verschiedenen Goldgehalte sortieren und auswiegen. Über den Goldgehalt gibt in der Regel die sogenannte Feingehaltspunzierung aufschluß. So bedeutet 333 bzw. 8K einen Goldgehalt von 33,3% des Gewichtes, 585 bzw. 14K einen Goldgehalt von 58,5%, und 750er bzw. 18K einen Feingoldinhalt von 75%.

Bei nicht in seriösen Geschäften, auf Flohmärkten oder im Auslandsurlaub erworbenen Schmuckstücken ist hierbei jedoch Vorsicht zu genießen, so kostet eine Stempelzange mit welcher sich eine solche Punzierung aufbringen läßt im Goldschmiedebedarfshandel nur wenige Euro, so daß durchaus auch in Fälschungen hochkarätige Punzierungen aufzufinden sind.

Haben Sie Ihren Schmuck nun entsprechend sortiert können Sie jede Legierung für sich auf der Küchenwaage auswiegen und ausrechnen wie viel Feingold in Ihrem Schmuck enthalten ist. Für Steine, eventuelle Hohlraumfüllungen andere Anhaftungen müssen Sie natürlich einen kleinen Gewichtsabschlag kalkulieren.

Dieser Feingoldinhalt in Gramm multipliziert mit dem aktuellen Goldpreis (in Gramm) ergibt den Goldwert Ihres Schmuckes. Für Überprüfung, Einschmelzen, Scheidung und Handelsspanne kalkulieren seriöse Ankäufer einen Abschlag von ca. 7% bis 10% vom Goldpreis. Dies ist dann der sogenannte Schmelzgoldpreis.

Nachdem Sie nun ca. wissen was Ihr alter Schmuck beim Verkauf bringen müßte können Sie anfangen einen Händler zu suchen welcher Ihnen diesen Preis auch bietet. Gehen Sie zum Goldankäufer oder Juwelier an der Ecke und das Gespräch geht so los: "Was haben Sie sich denn vorgestellt“, können Sie am besten gleich wieder gehen.

Ein seriöser Ankäufer wird wie oben beschrieben vorgehen. Zunächst überprüft er die Legierungen und dabei auch die Echtheit des Schmuckes, sortiert diesen entsprechend, verwiegt ihn, und rechnet dann anhand des Goldinhaltes für Sie nachvollziehbar den Ankaufspreis aus. Wer nicht von Geschäft zu Geschäft tingeln möchte um dort letztendlich meist nicht beim Preisbesten sondern beim Wortgewandtesten Händler seinen Schmuck zu verkaufen, der kann natürlich auch im Internet vorab Informationen einholen.

Durch einige Schwarze Schafe, welche mehr durch teure TV-Werbespots als durch faire Ankaufpreise aufgefallen sind, war die gesamte Internetankaufbranche zwar kurzzeitig in Verruf geraten, einige Anbieter haben sich aber im Laufe der Jahre einen sehr guten Namen erarbeitet und bieten neben marktgerechten Ankaufpreisen und professionellen Geschäftsabwicklungen auch gute Vorabinformationen auf den entsprechenden Webseiten an.

Bei Lockangeboten wie kostenlosen Versandumschlägen und Portoübernahme ist bei den Anbietern übrigens stets Vorsicht geboten, letztendlich werden diese "Servicedienstleistungen" meist in schlechtere Ankaufpreise einkalkuliert. Letztendlich landet alter Schmuck dann bei einer sogenannten Scheideanstalt welche das Altgold einschmilzt und recycelt um daraus neue Barren, Industrievorprodukte, oder neue Rohlinge für die Schmuckindustrie zu fertigen.

Wer direkt an eine Scheideanstalt verkauft, der bekommt in der Regel neben dem im Schmuck enthaltenen Feingold auch das als Legierungsnebenbestandteil enthaltene Silber und eventuell in Weissgold enthaltenes Palladium vergütet. Besonders wichtig ist dies bei Zahngold, da hier als Nebenbestandteil von Gold fast immer Silber, Palladium und oder Platin mit eingesetzt wird.

Die enthaltenen Edelmetalle und deren prozentualer Legierungsanteil sind beim Zahngold nicht genormt. In der Praxis wird zwischen dem "Gelben Zahngold" und einem "Silberfarbenen Zahngold" unterschieden. Das jeweilige Zahngold kann aus folgenden Zusammensetzungen bestehen:

a) Gelbes Zahngold:
- 50% bis 90% Gold
- 1% bis 30% Silber
- 0% bis 20% Palladium
- 0% bis 12% Platin
- Rest: Beimischmetalle

b) Silberfarbenes Zahngold:
- hochwertigen Gold-Platin-Legierung
- etwas weniger wertvollen Silber-Palladium-Legierung
- fast wertlosen Stahllegierung Molybdän, Chrom, Kobalt bzw. Titan


© Dominik Lochmann
ESG Edelmetall-Service GmbH & Co. KG in Rheinstetten


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