Gold nur der "Vorreiter"? Simon White prognostiziert 2026 als "Jahr der Rohstoffe"
08:31 Uhr | Redaktion
Gegen Ende des Jahres 2025 diskutieren viele Marktbeobachter, ob Gold nach seiner starken Rally in diesem Jahr seinen Höchststand erreicht hat. Der renommierte Makrostratege Simon White ist jedoch der Meinung, dass sich der Aufwärtstrend von Gold wahrscheinlich fortsetzen wird, wenn auch in einem langsameren Tempo, berichtet Futubull. White merkt demnach an, dass Marktkorrekturen zwar unvermeidlich sind, die Fundamentaldaten für Gold jedoch weiterhin robust sind – insbesondere, da die Inflation die Nachfrage nach Sachwerten wie Gold und Silber ankurbelt.
Die Zentralbanken der Schwellenländer, die nach der Finanzkrise 2008 begonnen hatten, aggressiv Gold zu kaufen, spielten bei dieser Rally eine Schlüsselrolle. Diese Käufe beschleunigten sich nach dem Beginn des Krieges zwischen Russland und der Ukraine weiter, da die Länder eine Diversifizierung weg von US-Dollar-Anlagen anstrebten. Obwohl sich das Tempo dieser Käufe stabilisiert hat, rechnet White nicht mit einer Umstellung auf groß angelegte Verkäufe. Ebenso könnten die Zentralbanken der Industrieländer, die mit Rekorddefiziten konfrontiert sind, ihre Goldkäufe wieder aufnehmen.
Auch Privatanleger, insbesondere in Asien, tragen zur Goldnachfrage bei, während nordamerikanische und europäische Anleger beim Kauf zurückhaltender sind. Gold-ETFs in diesen Regionen zeigen keine Anzeichen für eine Trendwende, was auf eine anhaltend starke Nachfrage hindeutet, so der Bericht.
White weist darauf hin, dass Gold in einer Welt voller finanzieller und geopolitischer Unsicherheiten nach wie vor ein wichtiger sicherer Hafen ist. Es biete Schutz vor Währungsabwertungen und finanziellen Schocks. Allerdings werden andere inflationsabsichernde Anlagen, insbesondere Rohstoffe, immer attraktiver.
In den 1970er Jahren erzielten nach Gold die Rohstoffe die höchsten Renditen. White glaubt, dass es 2026 zu einer breiteren Rohstoffrally kommen könnte, da die Märkte nach wie vor nicht auf eine mögliche Beschleunigung der Inflation vorbereitet sind. Wenn 2025 das Jahr des Goldes war, könnte 2026 das Jahr der Rohstoffe werden.
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