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Der nächste Kupfermangel wird strukturell bedingt sein, kein Hype

10:33 Uhr  |  Redaktion

In seinem Bericht „Transition Metals Outlook 2025” vom Dezember stellt BloombergNEF fest, dass Kupfer unter den Übergangsmetallen dem größten Druck ausgesetzt ist, was auf das rasante Wachstum von Rechenzentren, den Ausbau der Stromnetze und die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen zurückzuführen ist. Die Nachfrage nach Kupfer im Zusammenhang mit der Energiewende wird sich bis 2045 voraussichtlich verdreifachen, was zu einem anhaltenden Defizit auf dem Markt führen wird, sofern nicht Investitionen und Recycling verstärkt werden.

Kwasi Ampofo, Leiter des Bereichs Metalle und Bergbau bei BloombergNEF, erklärte gegenüber Mining.com, dass dieses Ungleichgewicht auf die steigende Nachfrage bei gleichzeitig langsamer Projektumsetzung zurückzuführen sei. „Bei Kupfer, Platin und Palladium ist die Kapazitätsausweitung sehr langsam, während die Nachfrage steigt“, erklärte er und bezeichnete diese Rohstoffe als diejenigen, die kurzfristig unter dem größten Druck stehen.

Während die Debatte über die Kupferknappheit häufig kurzfristige Preisbewegungen mit langfristigen Fundamentaldaten vermischt, basiert die Prognose von BloombergNEF laut Ampofo auf strukturellen Angebots- und Nachfragetrends. Um in diesem Jahrzehnt neue Lieferkapazitäten zu schaffen, sind nachhaltige Investitionen in den Ausbau bestehender Projekte, vereinfachte Genehmigungsverfahren und bessere Recyclingsysteme erforderlich.

Diese langfristige Sichtweise wird zunehmend auch von Bergbauunternehmen geteilt. BloombergNEF verzeichnet erneute Investitionen und Konsolidierungen bei Produzenten wie Anglo American, BHP, Glencore, Rio Tinto, Vale und Zijin. Ampofo erklärte, der Anstieg der Fusionen und Übernahmen sei ein Zeichen für den wachsenden strategischen Wert von Kupfer, eine Schlussfolgerung, die durch die Analyse des Unternehmens gestützt wird.


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