Reichsmark Silbermünzen

Reichsmark Silbermünzen

1933 - 1939
Silber
12,5 g, 5 g
DE: 19 %, AT: 20 %, CH: 8 %
k.A.
Die Reichsmark (Abkürzung: RM) war von 1924 bis 1948 gültiges Zahlungsmittel des Deutschen Reichs (1871-1945). Der Zeitraum umfasst einen Teil der Weimarer Republik (1919-1933), das Dritte Reich (1933-1945) und die besetzten Zonen (1945-1948) nach dem 2. Weltkrieg.

Die Reichsmark wurde als Ersatz für die in den Jahren 1922 und 1923 völlig entwertete Papiermark eingeführt. Der Umtauschkurs von alter Papiermark zu neuer Reichsmark betrug 1.000.000.000.000:1 (eine Billion zu eins). Damit war im täglichen Leben die Reichsmark wertgleich mit der Rentenmark.

Ab 1925 bis 1932 prägte die Weimarer Republik verschiedene Gedenkmünzen mit Nominalen von 3 und 5 Reichsmark (500/1000 Silber). Das Dritte Reich emittierte nur noch je zwei 2 RM (625/1000 Silber) und 5 RM (900/1000 Silber) Münzen dieser Art in Gedenken an den Reformator Martin Luther und den Dichter Friedrich von Schiller.

Neben diesen Gedenkmünzen wurden aber auch millionenfach Umlaufmünzen mit Nennwerten von 1-, 2-, 3- und 5-Reichsmark geprägt, die allerdings einen unterschiedlichen Silbergehalt (Legierungsmetall: Kupfer) aufwiesen.

Ab Mitte der 30er Jahre und während der Kriegsjahre kam es wegen der Finanzierung der Rüstungsproduktion zu einer massiven Ausweitung der Geldmenge. Da Goldmünzen nicht existierten, wurden die Silbermünzen zu 2 Reichsmark und 5 Reichsmark in großen Mengen von der Bevölkerung trotz eines Verbotes gehortet, so dass diese heute noch als Massenware zu bekommen sind.

Für Silberfans aufgrund des hohen Silbergehaltes besonders interessant sind die beiden 5 Reichsmark Münzen mit dem Motiv der Garnisonskirche zu Potsdam und dem Bildnis von Paul von Hindenburg. Beide Münzentwürfe stammen von Prof. Alfred Vocke (1886-1944) unter teilweiser Mitwirkung von Franz Paul Krischker (1896-1955). Alle sechs deutschen Münzprägestätten prägten beide Münzen millionenfach.

Beide Münzen weisen mit der unterschiedlichen Darstellung des Reichswappens eine Besonderheit auf, wobei die Hakenkreuz-Version etwas schwieriger zu bekommen ist, da hier eine stetige weltweite Nachfrage (besonders aus den USA) zu verzeichnen ist.

Die 5-Reichsmark-Münzen zählen, einmal von Sondersituationen und den speziellen Ausgaben abgesehen, zur Massenware, an denen ein Münzhändler fast nichts verdienen kann. Obwohl die Münzen seit mehr als 75 Jahren nicht mehr geprägt werden, tauchen immer wieder größere Bestände auf. Für einen Käufer lohnt sich der Kauf von Privat, da er so nicht nur die MwSt. umgehen kann, sondern mit etwas Verhandlungsgeschick die Münzen um den aktuellen Silberpreis erwerben kann.

Die vier Silber-Gedenkmünzen bzw. Silber-Umlaufmünzen nachfolgend im Detail beschrieben:


450. Geburtstag des Reformators Martin Luther
Zu Ehren des 450. Geburtstages von Martin Luther (1483-1546) wurde nur in 1933 eine 2 RM und eine 5 RM Gedenkmünze geprägt. Das Kopfbild von Luther blickt dabei nach links, umgeben vom Schriftzug "Martin Luther 1483-1933". Auf der anderen Münzseite ist der deutsche Wappenadler abgebildet, der vom Landesnamen "Deutsches Reich" und dem jeweiligen Nominal umgeben ist. Das Kürzel der Prägestätte befindet sich unter dem Schwanz des Adlers. Der Rand enthält die Inschrift "Ein feste Burg ist unser Gott" gefolgt von einem Plus-Zeichen.

175. Geburtstag des Dichters & Philosophen Friedrich von Schiller
Im Folgejahr wurde der 175. Geburtstag Friedrich von Schillers (1759-1805) gefeiert. Auch diese Silbergedenkmünze erschien nur in einem Prägejahr sowie als 2 RM und 5 RM Münze. Das Kopfbild des Jubilars blickt nach links, umkreist vom Schriftzug "Friedrich Schiller" und den Jahreszahlen "1759-1934", der durch zwei Eichenblätter getrennt wird. Zwischen den beiden Jahren befindet sich das Prägestättezeichen. Umseitig ist der Wappenadler vom Schriftzug "Deutsches Reich" und dem jeweiligen Nominal, getrennt durch zwei Eichenzweige, umgeben. Der Rand trägt die Inschrift "Ans Vaterland, ans teure schließ dich an" gefolgt von einem Plus-Zeichen.

1. Jahrestag der Eröffnung des Reichstags in der Garnisonskirche
Die dritte Ausgabe ehrt den ersten Jahrestag der Eröffnung des Deutschen Reichtags in der Garnisonskirche zu Potsdam. Zwischen der Frontalansicht der Garnisonskirche ist der geteilte Schriftzug "21. März 1933" auf zwei von drei Münzversionen zu finden. Das Jahr ist zudem von zwei Hakenkreuzen eingefasst. Unter der Kirche ist das Zeichen der Prägestätte zu finden. Das Revers zeigt den deutschen Wappenadler, das Prägejahr ist zweigeteilt. Die Rundschrift beinhaltet das Ausgabeland "Deutsches Reich" und den Nominalwert von 2 bzw. 5 Reichsmark, der von zwei HK eingefasst ist. Der Rand trägt die Inschrift "Gemeinnutz geht vor Eigennutz", gefolgt von einem Stern zwischen zwei Blättern.

Paul von Hindenburg
Namensgebend für die vierte und letzte Silbermünze des Deutschen Reichs ist das Porträt von Paul von Hindenburg (1847-1934), deutscher Generalfeldmarschall und Politiker (zweiter Reichspräsident der Weimarer Republik, Reichskanzler unter Adolf Hitler). Das Prägestättenzeichen ist am Anfang der Jahreszahlen "1847-1934" zu finden, die neben dem Schriftzug "Paul von Hindenburg" die Umschrift bilden. Der Münzrand trägt die Inschrift "Gemeinnutz geht vor Eigennutz" gefolgt von einem Stern zwischen zwei Blättern.

Das Revers der Silbermünze weist mit zwei Varianten eine Besonderheit auf. Nur auf der 5 Reichsmark Münze des ersten und zweiten Prägejahres ist der deutsche Wappenadler zu finden. Die Umschrift beinhaltet den Landesnamen "Deutsches Reich", das etwas kleiner dargestellte zweigeteilte Prägejahr (1935 bzw. 1936) und den Nominal in Form von "Reichs 5 Mark". Die zweite Version zeigt den Wappenadler mit ausgebreiteten Flügeln, einen Kranz mit dem Hakenkreuz tragend. Die Rundschrift beinhaltet das Ausgabeland "Deutsches Reich" und das jeweilige Prägejahr (1936 bis 1939). Rechts und links neben dem Adler befindet sich aufgeteilt das Nominal von "2 Reichsmark" bzw. "5 Reichsmark".

Eckdaten ausgewählter Reichsmark Silberumlaufmünzen

Feingewicht Nennwert Bezeichnung Prägejahr Herstellungsart Feinheit Gesamt Abmaße
5 g 2 RM Garnisonskirche zu Potsdam (mit Datum) 1934 geprägt 625 8,00 g Ø 25,00 x 2,08 mm
5 g 2 RM Paul von Hindenburg (mit HK) 1936 - 1939 geprägt 625 8,00 g Ø 25,00 x 2,08 mm
12,5 g 5 RM Garnisonskirche zu Potsdam (mit Datum) 1934 geprägt 900 13,89 g Ø 29,00 x 2,40 mm
12,5 g 5 RM Garnisonskirche zu Potsdam 1934 - 1935 geprägt 900 13,89 g Ø 29,00 x 2,40 mm
12,5 g 5 RM Paul von Hindenburg (mit Adler) 1935 - 1936 geprägt 900 13,89 g Ø 29,00 x 2,40 mm
12,5 g 5 RM Paul von Hindenburg (mit HK) 1936 - 1939 geprägt 900 13,89 g Ø 29,00 x 2,40 mm

Produzent
  • Im Zuge der Übernahme der Münzhoheit durch das Deutsche Reich ab 1871 wurde von "A" beginnend allen deutschen Prägestätten ein Buchstabe zugeteilt. Auf jeder deutschen Münze wurde ein Buchstabe aufgeprägt, der den Herstellungsort bzw. die Prägestätte verrät. Heute existieren noch fünf staatliche Münzprägestätten in ganz Deutschland.
    Staatliche Münzprägestätte


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