Birmingham Mint Ltd.

Die Geschichte der Birmingham Mint reicht bis in das Jahr 1794 zurück, als Ralph Heaton (I.) sein Unternehmen gründete. Sein gleichnamiger Sohn Ralph Heaton (II.) (1794-1862) übernahm die Geschäftsleitung und erwarb 1850 auf einer Versteigerung einen Großteil des Maschinenparks der The Soho Mint.

The Soho Mint gehörte zur Soho Manufactory, einst die modernste Fabrik ihrer Zeit. Sie wurde zwischen 1762 und 1765 vom Unternehmer Matthew Boulton und seinem Partner John Fothergill errichtet und bestand bis 1842.

Matthew Boulton (1728-1809) war ein bedeutender englischer Ingenieur und Unternehmer der frühen Industriellen Revolution. Gemeinsam mit James Watt (1736-1819) entwickelte und baute er Dampfmaschinen. Unter seiner Regie entstanden auch dampfmaschinenbetriebene Pressen und Prägemaschinen, die eine Massenherstellung kleiner Münzen überhaupt erst ermöglichte. Zudem waren die Münzen nahezu fälschungssicher und in gleich bleibender Qualität. Matthew Boulton hatte aber auch eine soziale Ader. Als Vorreiter jener Zeit führte er u.a. für seine Mitarbeiter eine Sozialversicherung ein und baute seinen Arbeitern Wohnhäuser auf dem Fabrikgelände.

Nach der Umsiedlung der Maschinen begann noch im selben Jahr die Produktion. Für Chile wurden 1851 die ersten Münzen mit dem Münzzeichen "H" geprägt. Im Folgejahr erhielt man u.a. einen Auftrag aus Frankreich und ein Jahr später wurden Maschinen nach Marseille geliefert, um 750 Tonnen Bronzemünzen (1853-1857) prägen zu können, die Napoleon III geordert hatte. Den ersten Auftrag für Silber- und Goldmünzen erhielt man im Jahr 1853 von der Royal Mint.

Nach dem Tod seines Vaters übernahm Ralph Heaton (III.) (1827-1891) den Betrieb und erweiterte die Produktionspalette (um Metallteile für Munition, Gasanschlüsse, Sanitärarmaturen, etc.). Er erhielt Aufträge u.a. für kanadische Silber- und Goldmünzen (1871 bzw. 1874) und für den südafrikanischen "Burgers Pond" (1874).  Am 22. März 1889 wandelte er die "Ralph Heaton & Sons" in eine Aktiengesellschaft und benannte sie in "The Mint, Birmingham, Limited", um.

Sein Sohn Ralph Heaton (VI.) führte als Geschäftsführer das Unternehmen weiter. In den Jahren 1896-1898 erhielt die Prägestätte u.a. einen Großauftrag über Kupfermünzen (11 Mio. Stück pro Jahr) aus Russland. Während des Ersten Weltkriegs wurden verstärkt Munitionsteile gefertigt.

Im Jahre 1923 verlor die Birmingham Mint ihre Quasi-Monopolstellung, da die Royal Mint die Erlaubnis erhielt, auch Länder außerhalb des Königreichs mit Münzen zu beliefern. 1949 und in drei weiteren Einzeljahren erhielt die Mint einer Auftragsprägung des österreichischen Maria Theresa Talers in Silber. Im Geschäftsjahr 1953 entfielen nur noch 5% des Geschäfts auf Münzprodukte. Das Hauptgeschäft waren Kupferrohre sowie Fittings und Token für Glücksspielautomaten.

Nach mehreren Umstrukturierungen in den letzten Jahren prägt die Birmingham Mint heute überwiegend Auftragsprägungen für andere Münzprägestätten sowie Gedenkmünzen und Medaillen für private Auftraggeber.

Staatliche Münzprägestätte, Großbritannien


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