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Indiens Silberpreis hinkt Gold hinterher

25.11.2011  |  Roman Baudzus
Open in new windowDie Preise der Silberkontrakte mit Auslieferungsdatum Dezember sanken an Indiens Futures-Märkten heute um 641 Rupien oder 1,15% auf 55.205 Rupien pro Kilogramm. Händler an Indiens Multi Commodity Exchange teilten mit, dass der Silberpreis hauptsächlich auf Basis der Entwicklungen in Übersee unter Abgabedruck stehe. Der steigende US-Dollar beeinträchtige die Performance der Edelmetalle negativ und dämpfe die Kaufbereitschaft der Investoren, die Silber als Anlagealternative zu Aktien- und Bondanlagen sehen. Auch Europas eskalierende Staatsschuldenkrise sei nicht dazu in der Lage, dem aktuellen Trend entgegen zu wirken. Heute Morgen gab der Silberpreis im asiatischen Handel um 0,1% auf 31,73 $ pro Unze nach.

Während viele indische Investoren den Kauf von Silber in den letzten Monaten gegenüber Gold favorisierten, scheint sich dieser Trend momentan ein wenig umzukehren. Indiens Investoren bevorzugten Silber gegenüber Gold vor allem deshalb, weil sie das weiße Metall für günstiger hielten und dem Silberpreis ein höheres Aufwärtspotenzial zubilligten. Im Zuge der Entwicklung an den Weltmärkten hat Indiens Silberpreis zuletzt jedoch ebenfalls unter Preiseinbußen gelitten. Für die Händler und Investoren an Indiens lokalen Märkten sind die Ereignisse an den Weltrohstoffmärkten ausschlaggebend, an denen sie sich orientieren und dessen Trends sie folgen.

Allerdings verharrt die physische Nachfrage nach Silber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau, was zu einem großen Teil auf der im Oktober begonnenen Festivalsaison basiert. Zu diesem Anlass decken sich die meisten Inder mit Gold- und Silberschmuck ein, der Freunden, Familienangehörigen und Bekannten als Geschenk überreicht wird. Von der hohen Edelmetallnachfrage konnte in den letzten Wochen allerdings nur der Goldpreis profitieren, während Silber hinterher hinkte.

Doch auch Goldkontrakte mit Auslieferungsdatum Dezember gaben an der Multi Commodity Exchange um 221 Rupien oder 0,77% auf 28.559 pro 10 Gramm nach. Insgesamt wechselten rund 3.100 Kontrakte den Besitzer. Laut Händlern trennten sich vor allem spekulativ ausgerichtete Investoren von ihren Goldkontrakten, nachdem der Goldpreis an den Weltmärkten unter den steigenden US-Dollars litt. Ausländische Investoren repatriieren zurzeit in Indien investierte Anlagegelder, um sie vornehmlich am Markt für US-Staatsanleihen zu parken. Die Rendite des U.S. Treasury Bonds mit einer Laufzeit von 10 Jahren sank im gestrigen Handel auf das niedrigste Niveau seit mehreren Monaten.

Der gegenüber anderen Papierwährungen seit Wochen zulegende Greenback reduziert momentan den Appetit der Investoren auf alternative Anlagen wie Gold oder Silber. Wie es hieß, präferierte eine wachsende Anzahl von Fondsmanagern auch wieder den Aufbau von Bargeldreserven, um sich auf weitere potenzielle Kursstürze an den internationalen Börsen vorzubereiten. Eine Warnung der Bank of America sorgte gestern für einige Aufregung, nachdem Mary Ann Bartels, die Chefanalystin des Instituts, erklärte, dass sie bis Jahresende mit weiter sinkenden Aktienkursen rechne. Der S&P 500 Index könne im Falle einer ungeordneten Staatspleite in einem der Mitgliedsländer der Eurozone sogar auf bis zu 935 Punkte fallen.

Manche Experten empfehlen global aktiven Investoren, ihre Portfolios auch weiterhin mit Gold und anderen Edelmetallen zu bestücken. Die Notwendigkeit für physische Gold- und Silberkäufe leite sich aus den vollkommen unvorhersehbaren Bewegungen an den Finanz- und Devisenmärkten ab, weshalb Anleger ihre Portfolios durch eine Diversifizierungsstrategie gegen hohe Preisvolatilitäten absichern sollten.

Dieser Ansicht ist unter anderem Robin Cornwell, Gründer der im kanadischen Toronto ansässigen Firma Catalyst Equity Research. Während eine Portfoliodiversifizierung in der Vergangenheit auf dem Halten von Aktien, Bonds und Bargeldreserven basierte, sei heute ein neuer Trend zu beobachten, der das Halten von Edelmetallen - und hier insbesondere Gold - mit einschließe. Gold, Silber und Platin hätten sich in tausenden von Jahren als Wert erhaltende Anlagen erwiesen, was an den Märkten allerdings noch nicht erkannt worden sei.

Pensionsfonds hielten ihre Anlagegelder momentan nur zu 0,3% in Form von Gold, wovon rund die Hälfte in Goldminenaktien investiert sei. Aus diesem Grunde verfügen die Märkte für Edelmetalle laut Cornwell über ein enormes Aufwärtspotenzial, das es in den kommenden Jahren zu heben gelte. Sobald die systemischen Risiken sich erneut intensivierten, werde es voraussichtlich zu einem allgemeinen Umdenken an den Finanzmärkten kommen, wovon Gold- und Silberanlagen erheblich profitieren dürften.


© Roman Baudzus
www.GoldMoney.com/de



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