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Silber als natürliches Geld

23.12.2011  |  Peter Boehringer
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Palladium, Silber, Platin, Gold. Allesamt selten - aber nicht zu selten - vorkommende Metalle, die kaum oxidieren. Diese Edelmetalle haben eine recht hohe spezifische Dichte, was ihre Fälschung durch z.B. Verschmelzung mit weniger seltenen Elementen schwierig macht. Zudem sichert ihre relativ hohe Ordnungszahl, dass sie praktisch nicht synthetisch hergestellt werden können.


Platin und Palladium sind nur bedingt Geld

Das also ist der Favoritenkreis des natürlichen Geldes. Platin und Palladium haben somit einen gewissen monetären Charakter - allerdings fehlt ihnen die wichtige psychologische Geldkomponente: Sie waren in der Weltwährungsgeschichte fast nie offizielles Geld. Ihre Schmelzpunkte liegen in für die Schmuck- und Münzherstellung jahrhundertelang unpraktikabel hohen Temperaturbereichen. Und auch das heute wichtigste industrielle Anwendungsgebiete für Platin oder Palladium im Katalysatorenbau ist so jung, dass es geschichtlich gesehen niemals echte Nachfrage nach diesen Metallen gegeben hat und so - gemäß Mises´ Regressionstheorem - keine Nachfrage-Basis für eine auch monetäre Verwendung geschaffen werden konnte.

Platin und Palladium wären daher zwar rein physikalisch monetäre Metalle und sie werden seit einigen wenigen Jahren nun auch zunehmend zur Wertaufbewahrung gehortet bzw. angespart. Sie sind aber aufgrund ihrer fehlenden Geldhistorie eindeutig weniger monetär als Gold und Silber.

Das kann sich ändern - aber es wird seine Zeit brauchen. Man sollte diese psychologische, "irrationale" Geldkomponente keineswegs unterschätzen. So hat z.B. das aktuell so "moderne" elektronische Geldsubstitut namens "Bitcoin" auch deshalb keine Chance auf langfristige Akzeptanz als Geld, weil ihm jede Geldhistorie fehlt. Und Vertrauen wird in Gelddingen über viele Jahrhunderte aufgebaut. Das Misstrauen der Menschen in "zu neues" Geld ist übrigens angesichts der desaströsen Geldgeschichte bei allen Währungen außer Gold und Silber völlig berechtigt!

Misstrauen in Währungsfragen ist psychologisch gesprochen sozusagen "rationale Irrationalität" gegenüber Neuem. Auch das heutige Papiergeld wäre nicht nur wegen seiner chronischen Inflationierung niemals natürlich akzeptiertes Geld, sondern alleine schon wegen seiner Jugend: Am 15. August 1971 wurde es mit Nixons berühmten Federstrich ins Leben gerufen. Das Experiment feiert genau in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag. Vier Jahrzehnte sind aber für den in Vertrauenssachen archaisch-psychologisch konditionierten und empirisch vorbelasteten Menschen ein völlig irrelevanter Zeitraum.


And the winner is...

Bleiben also Gold und Silber als Kandidaten für natürliches, zwangfrei akzeptiertes Geld. In einer Tabelle stellen wir diese beiden Finalisten anhand der wichtigsten Geldkriterien direkt gegenüber (siehe Abbildung 2):

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Abb. 2: Vergleichstabelle Geldeigenschaften Gold versus Silber


Silber wird zunehmend remonetisiert. Es nähert sich damit dem wenigstens inoffiziell immer monetär gebliebenen Gold an und hat wegen der jahrelangen massiven Kurs-Drückung auch noch erhebliches Aufholpotenzial ggü. Gold. Sobald ein relativ stabiles Gold-Silber-Kurs-Verhältnis bei ca. 15-20 erreicht ist und Gold und Silber de facto oder gar de jure wieder Geld sind, werden auch die heute noch hohen Volatilitäten stark abnehmen.

Weltweites ungedecktes Schuld-"Geld" ist ein exakt 40-jähriges Experiment. Es wird an seiner Unnatürlichkeit scheitern. Gold und Silber werden noch im laufenden Jahrzehnt zumindest de facto in vielen Ländern wieder an seine Stelle treten, falls die aktuellen illegitimen Welt-Geldmächte nicht die Welt-Planwirtschaft und den globalen Polizeistaat ohne jede individuelle Freiheit ausrufen sollten. Die genaue Ausgestaltung der Edelmetalldeckung der neuen (alten) Währungen ist noch offen. Freie Menschen jedenfalls werden nach der Weltwährungsreform eine natürliche Deckung fordern. Wir sollten alle darauf hinarbeiten, dass Gold und Silber Teil dieser Deckung sein werden. Schon heute bewegt sich Silber preislich selbst intraday fast immer in tendenziellem Gleichlauf mit Gold.


Mit der Monetisierung schwindet die Volatilität

Der Mainstream leugnet es noch: Aber Silber wird bereits heute implizit als monetäres Metall gehandelt. Die Outperformance von Silber ggü. Gold wird wegen der zusammenbrechenden Manipulation, wegen des absolut geringeren Preises, wegen des insgesamt viel engeren Marktes, wegen der neuen industriellen Anwendungsgebiete sowie wegen des ggü. Gold stärkeren Re-Monetisierungseffekts noch einige Jahre anhalten. Langfristig jedoch könnten Gold und Silber nach der Re-Monetisierung zueinander recht stabil bleiben.

Währungsmärkte sind traditionell viel Kurs-stabiler als Rohstoffmärkte. Die heutigen hohen Volas und ständigen Aufwertungen von Gold und Silber reflektieren nur das erratisch aber stetig schwindende Vertrauen der Menschen in die Geldpolitik der Notenbanken und den gerade aktuell immer neue irrationale Höhen erreichenden Wahnsinn der Schuldenpolitik. In einer Welt natürlichen Edelmetall-Geldes frei von willkürlicher "Notenbankpolitik" und frei von Preismanipulation gäbe es kaum noch Anlass für Preisschwankungen zwischen stabilen Währungen und damit auch nicht für Volatilität zwischen Gold und Silber. Denn Silber ist Geld; fast wie Gold!


© Peter Boehringer
www.goldseitenblog.com/peter_boehringer



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