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Kapitalanlagen für die neue Weltordnung

16.02.2015  |  Prof. Dr. Max Otte
Gerade schickte mir ein Freund einen Artikel zum gigantischen Vermögensverwalter BlackRock zu. Der Artikel ist mit der Überschrift "BlackRock - Wer regiert die Welt wirklich?" betitelt. Die Fondsgesellschaft ist mit 4,3 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen größer als die Deutsche Bank, Goldman Sachs und JP Morgan zusammen.

BlackRock ist an allen DAX-Konzernen beteiligt; an vielen davon als größter Einzelaktionär. Hier entsteht die Neue Weltordnung. Denn natürlich kann BlackRock als Eigentümer Einfluss ausüben. Und dieser Einfluss wird sich wahrscheinlich nie gegen amerikanische Interessen richten. Kein Wunder, dass die deutsche Großindustrie so zahm war, als man ihr durch die Sanktionen gegen Russland einen wichtigen Partner nahm.

BlackRock tritt nicht so sehr in der Öffentlichkeit auf. Der ETF-Ableger iShares dürfte aber einigen von Ihnen bekannt sein. Zur Macht von BlackRock empfehle ich Ihnen die ARD-Dokumentation "Die Story im Ersten: Geld regiert die Welt" vom letzten Jahr.

Hier interessiert mich aber etwas anderes: was sind die größten Unternehmensbeteiligungen von BlackRock? Im oben erwähnten Artikel wird auch eine Quelle des Economist zitiert, der zufolge unter den größten Positionen Unternehmen wie Apple, ExxonMobil, Microsoft, PetroChina, Johnson & Johnson, General Electric, Royal Dutch Shell, Procter & Gamble, Nestlé, Wal-Mart, Novartis, Roche und China Mobile zu finden sind.

Klar, ein Gigant wie BlackRock kann direkt nur in gigantische Unternehmen investieren. Hoffnungsvolle Small- oder Midcaps muss BlackRock links liegen lassen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein aus Supertankern aufgestelltes Portfolio auch recht krisenresistent ist - auch bei einer Neuordnung der Schulden dieser Welt.

Schauen wir uns noch die fünf größten Positionen des norwegischen Staatsfonds an, der immerhin fast eine Billion Dollar verwaltet. Es sind Nestlé, Royal Dutch Shell, Novartis, Apple und Roche Holding. Gut, hier ist die Liste etwas "europäischer" - unter den Top 5 nur ein amerikanisches Unternehmen. Aber die Namen sind dieselben.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der norwegische Staatsfonds eine gute Strategie verfolgt, die sich im stetigen Wertzuwachs der Investments niederschlug. Zudem hat der norwegische Staatsfonds ethische Richtlinien und schließt auch Unternehmen aus, wie zum Beispiel Philip Morris und British American Tobacco. (1)

So verkehrt kann das, was BlackRock und der norwegische Staatsfonds machen, nicht sein. Mit Supertankern unter den Unternehmen werden Sie in den nächsten Jahren vielleicht nicht die höchsten Renditen erzielen, aber Ihr Vermögen hat eine hohe Grundsicherheit in kommenden Krisen. Das ist ja auch etwas.


© Prof. Dr. Max Otte


(1) Quelle: https://www.regjeringen.no/en/topics/the-economy/the-government-pension-fund/internt-bruk/companies-excluded-from-the-investment-u/id447122/

Hinweis: Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Börsenbrief DER PRIVATINVESTOR.



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