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Chris Marcus: Was, wenn der Silbermarkt gar nicht manipuliert wird?

20.04.2018  |  Presse anonym
Eine schöne Überschrift, um die Silberbugs aufzubringen. Aber atmen Sie erst einmal tief durch. Soweit ich das beurteilen kann, haben wir noch immer allen Grund zu glauben, dass der Markt manipuliert wird, und dass die enorme Short-Position eines Tages aufgelöst und eingedeckt werden muss, was zwangsläufig mit einem signifikanten Preisanstieg einhergehen wird.

Ich selbst stimme nach wie vor größtenteils mit den Theorien von Ted Butler überein. Basierend auf seiner Arbeit sowie auf meinen eigenen Recherchen und meiner Berufserfahrung als Trader bin ich noch immer der Ansicht, dass es viel zu viele papierne Silberkontrakte gibt, die bei dem heutigen Preisniveau nicht einmal ansatzweise erfüllbar und physisch lieferbar sind.

Es lohnt sich immer, die Meinungen der am besten informierten Marktbeobachter einzuholen und so viel wie möglich zu lernen. Über die Jahre hat sich jedoch eine weitere Strategie als nützlich erwiesen: Zuerst überlege ich, was Sinn ergibt, und anschließend versuche ich herauszufinden, wo ich in meiner Analyse eventuell etwas übersehen habe. Nachforschungen und Intuition haben mich auf diese Weise zu der Überzeugung gebracht, dass Manipulationen der Grund dafür sind, dass der Silberpreis nicht deutlich über 50 $ liegt. Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, den eigenen Standpunkt hin und wieder zu überprüfen und zu überlegen, was es bedeuten würde, wenn die eigenen Annahmen inkorrekt sind.

Denn selbst falls die Manipulationstheorien falsch sind, gibt es eine Reihe anderer Faktoren, die den Kauf von Silber zu einem Kurs von 16 $ je Unze zur besten Investition des Lebens machen könnten. Die Gründe dafür sind simpel und können leicht überprüft werden. Sehen Sie beispielsweise, was Keith Neumeyer, der CEO von First Majestic Silver, im letzten Jahr während eines Interviews sagte sagte:

"Die Kosten für den Erhalt bereits bestehender Silberprojekte belaufen sich auf rund 13-15 $ je Unze. Anders gesagt kostet es bei laufenden Minenoperationen 13-15 $ je Unze, das Silber aus dem Boden zu holen.

Bei dem aktuellen Preisniveau von ca. 16 $ je Unze sind die Gewinnmargen so gering, dass einige Projekte nicht länger wirtschaftlich produzieren könnten und womöglich stillgelegt werden müssten, falls die Banken versuchen sollten, den Preis weiter nach unten zu manipulieren. Das hätte natürlich eine Verringerung des Angebots zur Folge, was wiederum ein weiterer positiver Faktor wäre, der letztlich höhere Preise begünstigen würde."


Im gleichen Interview wies Keith Neumeyer auch darauf hin, dass die Explorations- und Entwicklungskosten bei einer neuen Mine eher im Bereich von 20 $ je Unze liegen. Das bedeutet, dass Projekte, die bei höheren Silberpreisen gewinnbringend wären, derzeit nicht exploriert werden und führt ebenfalls dazu, dass das Angebot geringer ausfällt.

Ich selbst habe nie in einer Silbermine gearbeitet. Aber nachdem ich Experten wie Rick Rule und anderen Bergbauspezialisten lange zugehört habe, bin ich zu der Ansicht gelangt, dass die Silberproduktion nicht gerade das leichteste Geschäftsfeld ist. Sicherlich ist es nichts, das die Leute freiwillig umsonst betreiben, oder für das sie sogar bezahlen würden. Am Silbermarkt gibt es folglich eine natürliche Untergrenze, unter die der Preis nicht sinken kann. Aus diesem Grund hatte ich immer ein gutes Gefühl dabei, Silber zu diesen niedrigen Kursen zu kaufen bzw. zu besitzen - ganz gleich, ob der Markt nun manipuliert wird oder nicht.

Wir werden zwar heute mehr denn je regelmäßig daran erinnert, dass die Märkte kurzfristig alle möglichen skurrilen, unlogischen Dinge tun können, aber wenn der Silberpreis auf 10 $ sinken würde, hätte das dennoch zu Folge, dass das Angebot ebenfalls abnimmt.

Was nun den Preis betrifft: Sicherlich gibt es verschiedene Methoden zur Bewertung eines Assets. Am Silbermarkt spielen Industrie- und Investmentnachfrage definitiv eine Rolle, und solange man den Silberpreis in "Dollar je Unze" angibt, haben auch monetäre Faktoren einen Einfluss. Am Ende ist es nur ein Bruch: Dollar/Unze. Wenn sich die Gesamtmenge einer Größe ändert, während die andere gleich bleibt, muss sich zwangsläufig auch das Ergebnis ändern - d. h. der Preis.

Betrachten wir in diesem Zusammenhang nun die folgenden drei Grafiken. Die erste zeigt die Geldbasis der USA. Sie können unschwer erkennen, wie diese 2008 förmlich explodierte und vertikal anstieg.

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Angepasste Geldbasis. Quelle: Federal Reserve von St. Louis


Der nächste Chart bildet die Bilanz der US-Notenbank Fed ab, die einem ähnlichen Muster folgt wie die Geldbasis.

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Quelle: Federal Reserve



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