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Edelmetalle auch in 2006 stark - wie geht es weiter?

08.02.2007  |  Marco Feiten
Im Jahr 2006 legten die Preise der Edelmetalle abermals deutlich zu. In US-Dollar stieg der Goldpreis um 22,92%, der Silberpreis gar um 45,92% an. Für uns als Europäer ist jedoch primär die Entwicklung in Euro relevant. Da der US-Dollar in 2006 gegen den Euro weiter abwertete, sind die Zuwächse bei den Edelmetallen in Euro nicht ganz so kräftig ausgefallen, jedoch ebenfalls sehr positiv: Gold stieg in Euro um 10,29%, Silber legte in Euro um 30,92% zu.

Wir möchten uns zwar nicht zu sehr auf die eigene Schulter klopfen, aber dennoch betonen, dass wir Ihnen immer wieder nachdringlich dazu geraten haben, sich im Bereich der Edelmetalle zu positionieren (siehe z.B. InvestmentFacts-Ausgabe 40). Seit der Erstempfehlung im Jahr 2001 haben unsere Mandanten hier beeindruckende Gewinne erzielt. Schaut man sich nun die unterjährige Entwicklung in 2006 an, so zeigt sich, dass der größte Anstieg bis zum Mai erfolgte und es nach einer heftigen Korrektur seit dem seitwärts geht.

Die Frage die sich der ein oder andere von Ihnen sicher stellen dürfte ist, wie es nun weiter geht. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Hausse bei den Edelmetallen mittel- bis langfristig fortsetzen wird. Dafür sprechen sowohl fundamentale wie auch markttechnische Faktoren.

Ein wesentlicher Faktor liegt in den global weiterhin rapide wachsenden Geldmengen in Folge des starken Kreditwachstums. In der EU legte die Geldmenge z.B. allein im Dezember 2006 um 9,7% zu! Hier baut sich ein immenses Inflationspotenzial auf, was Investoren dazu führen wird, Edelmetalle als Absicherung künftig stärker in ihren Portfolios zu berücksichtigen. Trotz der bereits seit dem Jahr 2000 laufenden Hausse haben noch immer nur wenige Anleger tatsächlich in Gold und Silber investiert.

Für die Mehrheit der Investoren gelten Gold und Silber noch immer als "exotisch" oder gar als "langweilig". Häufig werden als Argumente gegen Edelmetalle angeführt, dass jene keine Zinsen bringen und zudem auch noch Kosten für die Lagerung anfallen. Dazu möchten wir anmerken, dass es klar zu differenzieren gilt, warum ein Anleger in Edelmetalle investiert. Wir betrachten ein physisches Direktinvestment als unverzichtbare Absicherung gegen Systemrisiken. Hier steht also die Sicherheit als Motiv vor der Absicht auf Erzielung eines Ertrages im Vordergrund.

Investments in Investmentfonds, wie wir sie in der zurückliegenden Ausgabe der InvestmentFacts wieder aufgeführt haben, dienen eher dem Ertragsmotiv. Hierbei haben wir Ihnen mehrfach Fonds vorgestellt, welche rein die Entwicklung der Metalle abdecken und andere, die etwa auch in Minenaktien investieren. Gerne stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Ansätze und Risiko/Ertrags-Profile nochmals in einem persönlichen Gespräch genauer vor.

Um auch noch das oben aufgeführte Zinsargument zu relativieren: die Edelmetalle sind typischerweise dann sehr gute Anlagen, wenn der Realzins, also der Zinssatz abzüglich der Inflationsrate negativ ist. Dies war in den 1970ern so und ist auch heute wieder vermehrt der Fall, auch wenn die statistisch ausgewiesene Inflationsrate niedriger liegen mag. Nicht erst die Diskussionen um die "gefühlte Inflation" haben gezeigt, dass die Menschen offensichtlich eine stärkere Teuerung wahrnehmen, als dies die amtlichen Statistiken ausweisen.

Ein wichtiger Treiber der Hausse bei Edelmetallen ist jedoch verstärkt die Angebotsseite. Insbesondere bei den großen Minen neigen sich Reserven und Ressourcen immer schneller dem Ende zu. Dazu müssen Sie wissen, dass in den 20 Jahren von 1980 bis 2000 fast keine Exploration mehr betrieben wurde. Die bis dahin ständig fallenden Edelmetallpreise machten die Suche unlukrativ und viele Minen wurden eingestellt.

Nun sind zwar mit den steigenden Preisen wieder die Goldsucher verstärkt unterwegs und es wurden auch einige größere Funde gemacht, doch es dauert bis zu 5 Jahre vom Fund bis zum tatsächlichen Beginn der Produktion und oftmals kann ein Projekt gar nicht erst bis dahin gebracht werden, weil es einfach unwirtschaftlich ist. Minen in Südafrika etwa liegen zum Teil bis zu 5 km unterhalb der Erdoberfläche. So gehört es für einen Bergmann am Kap inzwischen zum Alltag, fast zwei Stunden lang in die tiefen Schächte einzufahren. Sie können sich denken, wie kostspielig und zeitaufwändig da die Produktion ist.

Doch nicht nur dass das Angebot durch die Minen zurückgeht bzw. immer teurer vonstatten geht: Gleichzeitig geht auch das Angebot aus Verkäufen durch die Notenbanken zurück. Im Gegenteil haben etwa die russische, die argentinische oder auch diverse asiatische Notenbanken damit begonnen, den Edelmetallanteil an ihren Währungsreserven zu erhöhen. Dieser liegt in den USA bei rund 80%, in Deutschland bei 60% und in der Schweiz bei 35%.

Bei asiatischen Notenbanken hingegen, die in Folge des Exportbooms in den vergangenen Jahren immense Währungsreserven angehäuft haben, liegt den Anteil bei deutlich unter 10%. Es ist recht wahrscheinlich, dass insbesondere seitens der asiatischen Notenbanken in den kommenden Jahren starke Nachfrage auftreten wird. Auch die private Schmucknachfrage - insbesondere aus den aufstrebenden Ländern China und Indien - nimmt weiter zu.

Demnach spricht mittel- bis langfristig alles für weiter anziehende Preise. Kurzfristig mögen die Edelmetallkurse noch etwas konsolidieren, denn der Anstieg im April und Mai 2006 war durch ein starkes Maß an Euphorie getrieben. Diese sehr positive Stimmung hat sich jedoch bereits deutlich verflüchtigt, was in der Regel ein gutes Signal für bald wieder anziehende Preise ist.

Wir sehen daher Edelmetalle weiterhin als eine sinnvolle Sachwertinvestition und Ergänzung in einem gut strukturierten Portfolio an. Wer bisher gezögert hat, sollte die aktuelle Phase nutzen. Welche Edelmetallinvestments mit welcher Gewichtung für Sie persönlich Sinn machen, erarbeiten wir gerne im gemeinsamen Gespräch.

Mit besten Wünschen,


© Marco Feiten
Prokurist IFL® Rühl GmbH



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