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Zerohedge: Die ewige Beziehung zwischen Gold und weltweiten Krisen

17.02.2020
[von Brandon Smith via Birch Gold Group]

Auch, wenn es von Kritikern und elitären Zentralbankern oftmals als "barbarisches Relikt" bezeichnet wird, gibt es keinen Zweifel daran, dass Gold üblicherweise ein gefragtes Asset in Zeiten von Krisen und Unsicherheit ist. Und so sehr sie es auch zu hassen behaupten, sammelt die Elite das Edelmetall trotzdem heimlich, wann immer die Wirtschaft aus den Fugen gerät.

Tatsächlich kann man fast prognostizieren, wann die Dinge aus dem Ruder laufen werden, wenn man einfach betrachtet wie viel Gold die weltweiten Zentralbanken in einem Jahr ansammeln.

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Das Bankenetablissement weiß oftmals von drohenden Katastrophen, üblicherweise weil es an deren Erschaffung direkt beteiligt war. Deshalb scheinen die Zentralbanken immer zu wissen, wann sie sich vorbereiten und ihre Assets absichern müssen, um den Sturm zu überstehen. Gold ist die Absicherung erster Wahl, da es greifbar und natürlich selten ist und nicht künstlich erschaffen oder geklont werden kann. Regierungen und Banken sind immer darauf aus, Gold zu sammeln, wenn Instabilität ausbricht, da es nicht nur ihre Assets vor einem Abschwung schützt, sondern auch ihre Machtposition.

In einer Welt, in der der Großteil der Bevölkerung am Rande der Armut steht, sammeln diejenigen, die eine unverwüstliche, wirtschaftliche Position besitzen, die durch harte Vermögenswerte gedeckt wird, tendenziell noch mehr Assets, ebenso wie stärkere politische sowie gesellschaftliche Kontrolle. Während das Wohlstandsgefälle größer wird, tut das auch das Machtgefälle. Es ist nicht so, als hätte die Elite einen persönlichen Nutzen für all diese Assets, man will einfach nur vermeiden, dass Sie diese Assets besitzen können.

Warum?

Weil harte Vermögenswerte und persönlicher Reichtum von Banken aufgesaugt werden. Sie entfernen das Konzept privaten Besitzes aus dem Gedächtnis der Öffentlichkeit und zerstören so Ihre Unabhängigkeit. Schon bald wird die nächste Generation keine Ahnung mehr davon haben, was es heißt, Land, ein Haus, Rohstoffe oder Edelmetalle zu besitzen. Letztlich werden sie alle in einer "geteilten Wirtschaft" leben, in der sich jeder glücklich schätzen kann, eine kleine Wohnung, WLAN und Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu haben. Die Idee, ein eigenes Haus für seine Kinder und Enkel zu bauen, ist verloren gegangen. Vielleicht werden sie deshalb noch nicht einmal eine Familie gründen. Sie sind dem Staat in jeglicher Hinsicht verfallen.

Wie erwähnt, ist das Zentralbankmuster aus Reichtumsschutz und dann Reichtumsvereinnahmung in ihren Bemühungen zu erkennen, Gold zum perfekten Zeitpunkt vor der Krise anzusammeln. Wir können also sehen, dass der Goldpreis in den meisten Fällen - nachdem der Gold-Standard langsam entfernt wurde und trotz der Krise - tendenziell steigt. In anderen Worten: Die meisten Krisenereignisse zeigen, dass die Goldreserven der Zentralbanken zunahmen, bevor diese auftraten , und als Reaktion darauf steigen der Goldpreis stark.

Im Jahr 1913 (dem anfänglichen Geburtsjahr der Federal Reserve) erwarben beispielsweise Zentralbanken mehrerer Nationen zunehmend Gold, bis hin zum Crash von 1914, dem Ersten Weltkrieg und der spanischen Grippe-Epidemie von 1918 bis 1920. Die USA erhöhte ihre Reserven um etwa 650 Tonnen Gold im Jahr 1913 und von 1915 bis 1920 um weitere tausend Tonnen.

Aufgrund des Goldstandards und der Kopplung an den Dollar schwankte der Preis zu dieser Zeit nicht sonderlich stark, doch die Bestände der Zentralbanken schon. Die Wirtschaftskrise war so schlimm, dass die New Yorker Aktienbörse vier Monate hintereinander, von Juli bis November 1914 schloss. Kein Ereignis hat vorher oder seitdem einen ähnlichen Stillstand der Märkte verursacht. Gold war die primäre Investitionsabsicherung, um Reichtum zu schützen und Goldexporte wurden eingedämmt.

Dasselbe passierte, als die Welt auf die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre zusteuerte. Die Federal Reserve und das US-Finanzministerium erwarben von 1930 bis 1935 etwa 2.700 Tonnen Gold und verdoppelten ihre Reserven von 1935 bis Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 von 9.000 Tonnen auf 19.000 Tonnen. Der Goldpreis sprang von 1932 bis 1934 von 20 Dollar je Unze auf 35 Dollar je Unze; doch zu dieser Zeit schränkte Franklin Roosevelt den Privatbesitz von Gold mithilfe der Executive Order 6102 ein. Dieses "Verbot" sollte vier Jahrzehnte lang nicht offiziell aufgehoben werden. Das verhinderte jedoch nicht, dass Gold größtenteils auf dem Schwarzmarkt gehandelt wurde.

Das nächste große Weltereignis zwischen Gold und einer internationalen Krise fand 1962 statt, als die Kubakrise zu Rekordnachfrage nach Gold am Londoner Markt führte. Zentralbanken nutzten die Preisunterdrückung durch den Verkauf von Reserven mithilfe einer Maßnahme, die als "Der Goldpool" bezeichnet wurde. Sie werden herausfinden, dass diese Art von Preismanipulation durch Verkauf üblich ist, wenn ein Preisanstieg nicht notwendigerweise die Idee der Zentralbanken ist. Derartige Manipulation funktioniert heute nur, wenn Papier-ETF-Märkte und physische Märkte verbunden bleiben. Eine Krise, die groß genug ist, besitzt die Macht diese Beziehung zu brechen und physische Märkte werden dann den Preis bestimmen, wenn die Flucht zur Sicherheit zunimmt.

Eine freie Marktbepreisung von Edelmetallen besitzt eine tendenziell kurze Lebensspanne, da Zentralbanken ihre Kontrolle über den Markt zurückerhalten möchten. Während dieses Zeitfensters Gewinne zu machen, ist wichtig; ebenso wie ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt zu besitzen.

Im Jahr 1968 wurde der Goldpool beendet, als der Vietnamkrieg gerade zum internationalen Bruchpunkt wurde und die Grippepandemie von Hongkong über mehrere Länder schwappte und mehr als 1 Million Menschen tötete. Die Hongkong-Grippe besaß eine Todesrate von nur 0,5%; vergleichen Sie das mit der "offiziellen" Todesrate des Coronavirus von 2,2% (die wahrscheinlich deutlich höher ist, als China zugeben möchte). Zu dieser Zeit erlebte der Goldpreis einen Anstieg von etwa 22% und ein hohes Volumen an Zentralbankgoldhandel. Ab diesem Zeitpunkt nahmen die Reserven der Zentralbanken langsam ab.

Dieser Trend hat sich im letzten Jahrzehnt plötzlich umgekehrt.

Während der Rezession und inflationären Krise von 1978 bis 1980 schoss Gold erneut in die Höhe, um 29% im Jahr 1978, 120% im Jahr 1979 und wieder 29% im Jahr 1980. Während des Crashs im Jahr 1987 stieg Gold um 24%.

Eine weitere Goldrally fand von 2002 bis 2003 statt, direkt nach dem Kollaps der Dot-Com-Blase. Dabei legte Gold um mehr als 40% zu, während die USA Krieg mit Afghanistan und dem Irak führten. Es war zudem auch dieser Zeitpunkt, zu dem die Zentralbanken erneut begannen, Goldreserven anzusammeln, doch primär in östlichen Nationen wie China und Russland. Dieser Goldkaufrausch hat sich in den letzten Jahren nur gesteigert, wobei Banken 2018 mehr Gold erwarben als in den vorherigen fünf Jahrzehnten.

Die nächste große Goldmarktrally, von 2009 bis 2012, behielten wir uns gut im Gedächtnis. Der Preis legte während des Kreditcrashs um etwa 70% zu. Diese Rally wurde durch Bankmanipulation erstickt und viele Mainstream-"Experten" erklärten, dass Gold wieder weit unter 1.000 Dollar je Unze fallen würde. Tatsächlich haben dieselben Experten prognostiziert, dass Gold in jedem der letzten sieben Jahre unter 1.000 Dollar je Unze fallen würde; und bis jetzt hat es das nicht getan.

Warum? Weil Zentralbanken exponentiell kaufen und weil sich das Weltwirtschaftssystem seit dem Crash von 2008 in einer konstanten Notlage befindet. Der Goldpreis wird nicht auf Niveaus von vor der Krise fallen, wenn unsere Wirtschaft anhaltend instabil ist und die Probleme von 2008 nicht gelöst wurden.

Als die Federal Reserve damit begann, die Zinsen zu erhöhen und die Bilanz über die letzten Jahre zu reduzieren, so waren Mainstream-Wirtschaftsmedien sicher, dass Gold einbrechen würde. Doch sie verstanden nicht die Natur des Goldes in Krisenzeiten. Während die Fed Liquidität bis zur wirtschaftlichen Schwäche straffte, die Volatilität aufs Heftigste an die Märkte zurückkehrte, die Daten aus dem Produktionssektor sowie des realen BIPs einzubrechen begannen, bewegte sich Gold wie ein Uhrwerk wieder stark nach oben.

Gold stieg im September 2018 von 1.200 Dollar auf fast 1.600 Dollar innerhalb eines Jahres und Zentralbanken kaufen es weiterhin, trotz seines Preisanstiegs. Sie scheinen etwas zu wissen, dass der Großteil von uns nur erahnen kann...

Da wir den historischen Trend hier offen darlegen, ist es einfach zu prognostizieren, was als nächstes geschehen wird. Der Coronavirus-Ausbruch steht kurz davor, zur offiziellen Pandemie erklärt zu werden. Der Repo-Markt-Stimulus der Fed war nicht in der Lage, die Liquiditätsprobleme innerhalb des US-Bankensystems zu beheben, die US-Unternehmensschulden und Verbraucherschulden befinden sich auf Allzeithochs, das UK verließ gerade die Europäische Union mit einem No-Deal-Brexit und die USA haben damit begonnen, Truppen im Nahen Osten aufzubauen, um den Iran zu umzingeln. Seit dem Ersten Weltkrieg haben wir nicht mehr so viele Krisen auf einmal erlebt.

Es macht einfach Sinn, dass Gold wieder zum führenden Asset werden wird, um Ersparnisse zu schützen. Erinnern Sie sich daran: Die Zentralbanken horten das gelbe Edelmetall nicht ohne Grund.


© Zerohedge



Der Artikel wurde am 7. Februar 2020 auf www.zerohedge.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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