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Anleger-IQ steigern mit Gold

20.12.2012  |  The Gold Report
Interview mit Byron King

Haben Sie überhaupt schon Gold in der Hand gehabt? Byron King, Herausgeber der Newsletter “Outstanding Investments“ und “Energy & Scarcity Investor” empfiehlt das zumindest. Schlauen Investoren sollte es aber nicht nur um physisches Gold gehen, sagt King. In diesem Gold-Report-Interview ermutigt er Anleger auch zu Investitionen in Gold-Junior-Aktien, um ihre Positionierung in Edelmetallsektor weiter auszubauen.


The Gold Report: Mr. King, viele Goldinvestoren stiegen Anfang Dezember aus ihren Gold-Long-Positionen aus. Ist 2013 das Jahr, in dem der Goldbullenmarkt enden wird?

Byron King: Ich glaube nicht, dass der Goldbullenmarkt so bald zu Ende gehen wird. Ich glaube, der jüngste Ausstieg aus dem Goldmarkt eher eine Reaktion auf die anstehenden Steuerrechtsänderungen in den USA ab dem 1. Januar. Denn wenn der Kongress nichts unternimmt, werden die Steuern steigen. Meiner Meinung verkaufen nur wenige Anleger physisches Gold oder Silber. Sicher wird gerade Papier-Gold und elektronisches Gold verkauft, um die Gewinne zu realisieren und noch die niedrigeren Kapitalertragssteuern im Jahr 2012 zu nutzen. Wir haben es hier mit steuerlich motivierten Verkäufen zu tun, sie sind aber kein Signal, dass es dem globalen Geldsystem oder der Weltwirtschaft besser gehen würde.


The Gold Report: Wie sollten Investoren mit dieser steuerbedingten Verkaufsperiode umgehen?

Byron King: Jeder muss seine eigenen Entscheidungen treffen. Anleger, die physische Edelmetalle haben, sollten jetzt auf keinen Fall verkaufen. Echtes Gold oder Silber sollte man, falls möglich, nie verkaufen! Aber Papier-Gold, elektronisches Gold oder Goldaktien? Das hängt von der Situation des Anlegers ab. Wenn man große Gewinne gemacht hat und diese jetzt realisieren will, dann kann man verkaufen und für 2012 eine Kapitalertragssteuer von 15% zahlen, anstatt nach dem 1.Januar einen höheren Satz zu zahlen. Wen das betrifft, der kann jetzt verkaufen und alle Positionen nächstes Jahr zurückkaufen. Jeder ist da anders.


The Gold Report: Wie sollten sich Gold-Anleger für 2013 und darüber hinaus positionieren?

Byron King: Aktuell sollte ein Anleger Cash haben - also trockenes Pulver. Und physische Edelmetalle im persönlichen Besitz. Also keine Zertifikate oder Gold-Calls oder Gold, das Sie bei irgendjemand im Schließfach verwahrt haben. Sie sollten Gold besitzen!


The Gold Report: Wie groß sollte der Anteil ungefähr sein?

Byron King: Das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aus meiner Sicht sollten 10% -15% des eigenen Portfolios in Edelmetallen gehalten werden. Manche sagen 5%. Andere sagen 25%. Die University of Texas in Austin, die über einen sehr großen Stiftungsfonds verfügt, besitzt mehr als 663.000 Unzen physisches Gold. Kyle Bass, ein reicher Rohstoffinvestor aus Texas, überzeugte den Stiftungsrat, 5% des Stiftungsvermögens in physisches Gold zu stecken - und sich das vor allem ausliefern zu lassen!


The Gold Report: Sie sagen, der Sektor wird bald wieder anziehen. Welcher Teil des Sektors wird höchstwahrscheinlich der Vorreiter sein?

Byron King: Die großen Produzenten konzentrieren sich wieder verstärkt auf Kapitaldisziplin. Als Gold in den letzten 10 Jahren von 300 $/ oz auf 1.700 $/ oz stieg, bauten viele Goldbergbaufirmen - eigentlich die meisten - ihre Unzenbestände aus, einfach, um ihre Bestände auszubauen. Sie erweiterten ihre Ressourcenbasis und erhöhten ihre Reserven, ohne sich wirklich um die Rentabilität jeder einzelnen Unze zu kümmern.


The Gold Report: Das vielleicht größte Problem der Goldbergbauunternehmen sind aktuell die langsam aber stetig steigenden Kosten. Einige Analysten glauben, dass die Bergbauunternehmen ihre Kosten nicht so genau im Auge behalten, wie sie es tun sollten. Denken Sie, dass es bestimmte Unternehmen gibt, die ihrer Kosten besser unter Kontrolle haben als andere?

Byron King: Ja. Zum Beispiel hat ein wunderbar geführtes Unternehmen in Südafrika gerade Probleme mit der Arbeiterschaft und Streiks gehabt. Es musste Arbeiter feuern, wie so viele andere Unternehmen.Seine Kostenkontrolle ist aber phänomenal.

Insgesamt betrachtet ist der Bergbau ein harter und kostenintensiver Sektor. Die Energiekosten steigen - in Südafrika und überall anders. Die Ölpreise sind gestiegen. Die Arbeiter wollen einen größeren Teil vom Kuchen. Die Kosten für Zement, Stahl, Maschinen, Ausrüstung und so weiter und so fort sind gestiegen. Kostenwachstum ist ein großes Problem.






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