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Gold "Tapering" Hysterie

27.11.2013  |  Adam Hamilton
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Dennoch stießen amerikanische Futures Spekulanten ihr Gold weiterhin aggressiv ab, sobald die Fed die alte Nachricht, dass QE3 schließlich enden werden würde, neu auflegte. Vor einigen Monaten legte ich die Daten von Entscheidungen und Protokollen des FOMC über eine Grafik des Goldkurs und das Ergebnis ist erstaunlich. Fast alle entscheidenden und anomalen Verkäufe bei Gold sind das direkte Ergebnis der Reaktion von Futures Händlern auf Aussagen der Fed. Sie drehen jedes Mal wieder durch!

Diese Reaktion ist unglaublich vernunftwidrig. Seit Anfang Januar ist glasklar, dass QE3 nicht ewig andauern wird, dennoch folgen jedes Mal, wenn die Fed das wiederholt, extreme Goldverkäufe. Letzte Woche ist das jüngste Beispiel. Trotz der andauernden Beschwichtigungen seitens Fed Beamten, dass QE3 bald reduziert und beendet werde müsse, wird diese Politik unverändert beibehalten. Die Bilanz der Fed wächst weiter an, während sie aktiv Inflation verursacht.

Ein geläufiges Sprichwort, lautet “Worte sind nur Schall und Rauch”. Menschen versprechen ständig etwas zu tun, von unseren Freunden über Politiker zu Fed Offiziellen. Aber wenn sie ihre Versprechen nicht einhalten, stellen wir bald ihre Glaubwürdigkeit in Frage. Je älter und weiser wir also werden, umso mehr konzentrieren wir uns auf die Taten anderer Menschen anstelle ihrer Worte. Fed Beamte versprechen ein baldiges Ende der quantitativen Lockerung seit Anfang 2009!

Durch die irrationale Fixierung auf das endlose Fed-Gerede, die verschlungene und unpräzise Rhetorik des Fed Vorsitzenden, dessen Versprechen nie zur Verwirklichung kommen, sehen Futures Spekulanten den Wald vor lauter Bäumen nicht. Seit Anfang Januar, ungeachtet jedes FOMC Treffen und jedes Protokolls seitdem, ungeachtet des langen Aufmarsches von Fed Beamten, die anderes behaupten, ist die Bilanz der Fed weiter erschreckend gewachsen, während sie weiter Schulden monetisiert. Es wird höchste Zeit, dass Futures Händler aufmerksamer werden.

QE1 war gigantisch und belief sich insgesamt auf 1.750 Mrd. USD in Form von Anleihekäufen der Fed mit neu herbei gezaubertem Geld. Dennoch umfassten nur 300 Mrd. USD davon die direkte Monetisierung von Staatsanleihen, die reinste Form der Inflation. Dank Obamas wahnsinniger Rekord-Schuldenfinanzierung und seinem Rekord Schuldenwachstum wurde jeder US Dollar, den die Fed erschaffen hat, um Staatsanleihen zu kaufen, sofort von Washington ausgegeben. All dieses Geld, das direkt in die Wirtschaft gepumpt wird, treibt das Preisniveau nach oben.

Gold schoss um 51% nach oben während QE1, ein allgemeines Zugeständnis aller Marktteilnehmer, einschließlich Futures Spekulanten, dass quantitative Lockerung extrem inflationär ist. QE2 war wesentlich geringer als QE1 und belief sich auf 900 Mrd. USD zur Schuldenmonetisierung. Aber während alles für US Staatsanleihen ausgegeben wurde, betrugen inflationäre Neukäufe nur 600 Mrd. USD. Dennoch war dies immer noch doppelt so viel wie die gesamte Monetisierung von Staatsanleihen durch QE1, daher hob Gold immer noch um weitere 25% ab.

Trotz eines ganzen Jahres falscher Versprechen von Fed Angestellten, dass QE3 bald beendet werden würde, ist der Umfang von QE3 absolut riesig geworden. Zum Ende dieses Monats wird die Fed 560 Mrd. USD in Form von Hypothekenanleihen und 495 Mrd. USD in Form von Staatsanleihen monetisiert haben! Das bedeutet, QE3 beläuft sich bereits auf 1.055 Mrd. USD, lässt QE2 damit winzig erscheinen und macht QE1 ernsthaft Konkurrenz. Die 495 Mrd. USD direkte Staatsanleihekäufe sind wesentlich mehr als die 300 Mrd. USD von QE1 und nähern sich schnell den 600 Mrd. USD von QE2.

Und ganz egal, was die Fed tut, QE3 wird noch deutlich weiter anwachsen! All das leere Gewäsch von Fed Beamten über das Jahr hinweg hat eine Sache sehr deutlich gemacht: der Offenmarktausschuss hat Angst davor, dass die Reduzierung von QE3 eine negative Auswirkung auf die Märkte haben könnte. Ich habe diese Risiken im September ausführlich analysiert, kurz vor dem Zeitpunkt, an dem die Fed laut den allgemeinen Erwartungen QE3 reduzieren sollte. Natürlich hat die Fed einen Rückzieher gemacht und erfüllte ihr angedeutetes Versprechen nicht, mal wieder.

Doch Mitte Juni hatte der Fed Vorsitzende einen optimalen Zeitplan für die Reduzierung von QE3 vorgelegt. Wie die Fed immer und immer wieder betont, wird QE3 schrittweise vermindert, um die Märkte möglichst nicht zu verschrecken. Der Plan von Ben Bernanke sieht eine schrittweise Reduzierung neuer Anleihekäufe durch QE3 auf Null vor über einen Zeitraum von neun Monaten. Ich nehme stark an, dass eine QE Reduzierung, unabhängig davon, wann diese beginnt, etwa neun Monate dauern wird.

Ausgehend von einer gleichmäßigen Reduzierung würden die monatlichen Ankäufe während dieser neun Monate immer noch jeweils die Hälfte der derzeitigen 85 Mrd. USD je Monat betragen, oder 42,5 Mrd. USD. Das macht in etwa weitere 383 Mrd. USD zusätzlich zu den bereits gigantischen 1.055 Mrd. USD von QE3. Damit beliefe sich QE3 insgesamt auf 1.438 Mrd. USD und würde QE1 gefährlich nahe kommen. Und jeder Monat, um den der Beginn der Reduzierungen verschoben wird, erhöht die Gesamtsumme um 85 Mrd. USD. Selbst eine Reduzierung infolge des Dezember Treffens würde QE3 auf 1.523 Mrd. USD anwachsen lassen!

Da dies aber wahrscheinliche erst zum März Treffen passiert, dem ersten unter neuem Vorsitz, würde QE3 auf 1.778 Mrd. USD anschwellen. Das überstiege QE1 definitiv und der Anteil von Staatsanleihen an QE3 beliefe sich allein schon auf 878 Mrd. USD. Das ist fast soviel wie die neue Monetisierung von Staatsanleihen während QE1 und QE2 zusammen! Und viele Analysten gehen davon aus, dass Janet Yellen, die wirtschaftspolitische Maßnahmen wie Staatsausgaben und Geldpolitik zur Bekämpfung von wirtschaftlichen Problemen stärker präferiert und wesentlich kompromissbereiter ist als Ben Bernanke, die Anleihekäufe wesentlich länger weiter laufen lassen wird.

Ganz egal wann die Fed damit beginnt, QE3 zu reduzieren, der Umfang dieser Schuldenmonetisierung wird jenseits aller Vorstellungen liegen. Und selbst nachdem QE3 schließlich beendet wäre, ist es nicht so, als würde die Fed sofort ihre Billionen von US Dollar in Form von Anleihen verkaufen. Ein solches Verhalten würde den Anleihemarkt zusammenbrechen lassen und Renditen und das allgemeine Zinsniveau nach oben schießen lassen. Stattdessen wird die Fed einfach alle angekauften Anleihen bis zur normalen Fälligkeit liegen lassen und schrittweise auflösen.

Das wird viele Jahre dauern. Im Zuge von QE1 kaufte die Fed Agenturschulden in Höhe von 200 Mrd. USD (Anleihen der zahlungsunfähigen, staatlich geförderten Immobilien- und Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac). Seitdem hat sie keine weiteren gekauft. Doch sehen Sie, wie langsam dieser grüne Teil von der Bilanz der Fed verschwindet. Bei den Staatsanleihen wird das auf Grund der längeren Fälligkeitsfristen erheblich länger dauern und die FED manipuliert gezielte die langfristiger Zinsen, wie sie selbst zugibt.

Die obige Grafik zeigt, wie langsam Staatsanleihen in den Pausen zwischen QE1 und QE2, anschließend zwischen QE2 und QE3 abgenommen haben. Der Punkt ist, selbst wenn QE3 schließlich beendet wird, bleibt die Bilanz der Fed für viele weitere Jahre extrem hoch. Die gesamte Währungsinflation verbleibt in der Zwischenzeit in der Wirtschaft und hält das Preisniveau weiter hoch. Die Billionen der quantitativen Lockerung werden Jahre brauchen, um sich zu verteilen bzw. aufzulösen nach dem Ende von QE3.

Die einfältigen Futures Spekulanten, die jedes Mal Gold abstoßen, wenn die Fed oder einer ihrer Angestellten andeutet, dass das FOMC bald mit einer Reduzierung von QE3 beginnen könnte, sind der Gipfel der Unvernunft. Der Umfang von QE3 liegt jenseits jeder Vorstellung und wächst immer noch mit voller Kraft weiter an. QE3 wird die Bilanz der Fed weiter anwachsen lassen, selbst wenn eine Reduzierung eintritt und die gesamte daraus resultierende Inflation wird für viele zukünftige Jahre in der Wirtschaft verbleiben, bis die gekauften Anleihen langsam fällig werden.




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