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Short Squeeze bei Silber (Teil 2)

09.01.2014  |  Adam Hamilton
Silber ist bereit für eine massive Erholung mit deutlichem Anstieg 2014, eine Rückkehr zum Mittelwert nach der letztjährigen trostlosen Darbietung. Der entscheidende Faktor für die anfängliche Stärke von Silber werden die Leerverkäufe US-amerikanischer Futures-Spekulanten sein. Diese pessimistischen Wetten auf Silber sind letzten Monat auf Rekordhöhen im Bullenmarkt geschossen, zu deren Auflösung außerordentliche Käufe nötig sein werden. Futures-Spekulanten setzen als Herde immer falsch bei bedeutenden Tiefständen, sie sind daher ein ausgezeichneter Indikator für Querdenker.

Da der Futures-Handel ein Nullsummenspiel mit extremer Hebelwirkung ist, gelten Futures-Händler im Allgemeinen als klug und raffiniert. Und das sind sie im Großen und Ganzen auch, da Futures nur ein Überleben der Stärksten zulassen. Kapital fließt auf natürliche Weise von den schlechten Händlern zu den guten. Dennoch schlagen in ihrer Brust die gleichen, hoffnungslos emotionalen, menschlichen Herzen, die in den Märkten eine große Belastung sein können.

Selbst gute Futures-Händler verfallen dem Gruppendenken und werden zu gierig oder ängstlich wie der Rest der Herde. Sie strömten zu Silberfutures nachdem das Metall bereits in einigen starken Anstiegen aufwärts gestrebt war, sie kauften in die allgemeine Euphorie. Dann verließen sie Silber fluchtartig, nachdem es abgestürzt war, sie wurden zusammen mit allen anderen zunehmend pessimistisch. Dies führte zu Käufen bei Hochständen und Verkäufen bei Tiefständen, die gleiche emotionale Not, die nahezu jeden Händler quält.

Der Futures-Handel ist eine der reinsten Formen der Spekulation, bei der nach oben oder unten gerichtete Wetten mit Hebelwirkung auf die zugrundeliegenden Preise gemacht werden. Wenn Händler Silberfutures kaufen, erwarten sie einen unmittelbaren Preisanstieg, sie sind also faktisch bullisch gegenüber dem Metall. Wenn sie verkaufen, erwarten sie einen fallenden Silberpreis in der nahen Zukunft, sie sind also bärisch. Indem man also die Gesamtheit ihrer Wetten auf Silber betrachtet, offenbart sich ihre gemeinsame Stimmung in Bezug darauf.

Glücklicherweise sind diese nützlichen Daten leicht zugänglich. Alles Käufe und Verkäufe von Silberfutures finden Eingang in den bekannten Commitments of Traders Bericht der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission. Diese wöchentlichen Berichte zeigen, wie Futures-Spekulanten als Gruppe auf Silber setzen. Sie waren immer genau dann am pessimistischsten, wie ihre größten Verkäufe zeigen, wenn Silber dabei war, entscheidende Tiefpunkte auszumachen.

Futures sind ein Nullsummenspiel, jeder Kontrakt hat einen Händler auf der Long-Seite, der auf einen steigenden Preis setzt und einen entgegengesetzten Händler auf der Short-Seite, der darauf setzt, dass der gleiche Preis fällt. Jeder Dollar, den der eine Händler gewinnt, ist ein direkter Dollar-Verlust des Händlers auf der anderen Seite des Kontrakts. Rechnet man die Gesamtzahl der Long-Positionen gegen die gesamten Short-Positionen bei Silberfutures ergibt dies am Ende immer Null. Aber die klassischen CoT-Berichte unterscheiden drei getrennte Gruppen von Händlern.

Sie sind allgemein bekannt als kommerzielle Hedger, große Spekulanten und kleine Spekulanten. Natürlich produziert bzw. konsumiert die erste Gruppe tatsächlich physisches Silber, aus Geschäftsgründen. Sie versuchen einfach nur, Futures-Preise zu sichern, umso ihren Cashflow besser managen zu können. Die letzteren beiden Spekulantengruppen nehmen die entgegengesetzte Seite dieser Absicherungshandel ein und es sind ihre Wetten, die ein mächtiger Indikator für Querdenker sind.

Diese erste Grafik betrachtet die Netto-Long- und Netto-Short-Positionen dieser breiten Kategorien von Händlern. Je mehr Netto-Long-Positionen Silberfutures-Spekulanten besitzen, umso optimistischer sind sie für den Silberpreis. Aber das entgegengesetzte Extrem ist derzeit wesentlich interessanter. Je weniger Netto-Long-Positionen oder selbst Netto-Short-Positionen Spekulanten bei Silber besitzen, umso pessimistischer sind sie. Und in den letzten Wochen hat dieser Pessimismus Rekordregionen erreicht.

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Erst Anfang Dezember, als Silber wieder auf seine brutalen Tiefstände vom Juni absank, stürzten auch die Netto-Long-Positionen von Futures-Spekulanten ab. Die der großen Spekulanten fielen auf nur noch 2.900 Kontrakte. Wie wenig ist das? Zwischen 2009 und 2012, vor der so noch nie gesehenen Verkaufsanomalie der Edelmetalle im letzten Jahr, betrugen die Netto-Long-Positionen der großen Spekulanten durchschnittlich 28.100 Kontrakte. Vor einem Monat beliefen sie sich gerade einmal auf ein Zehntel dieser normalen Stände.

Der säkulare Silberbullenmarkt begann bereits im November 2001, bei knapp über 4 $ je Unze. Seit damals sind 631 wöchentliche CoT-Berichte erschienen. Die Netto-Long-Positionen der großen Spekulanten sind nur in zehn dieser Berichte unter 3.000 Kontrakte gesunken bzw. in 1,6% der Zeitspanne. Zwei dieser Wochen waren letztes Jahr, die erste Ende Juni. Wenn Futures-Spekulanten als Herde pessimistisch für Silber werden, steht das Metall immer kurz vor einem bedeutenden Anstieg.

Unmittelbare nach dieser Episode außerordentlich niedriger Netto-Long-Positionen von Spekulanten Ende Juni schoss Silber um fast ein Drittel nach oben in den nächsten paar Monaten. Genau zu dem Zeitpunkt, als die Futures-Spekulanten am pessimistischsten gegenüber dem Metall waren, wie ihre niedrigen Netto-Long-Positionen zeigen, erreichte es die Talsohle. Sie wetteten zur völlig falschen Zeit gegen Silber und verkauften niedrig. Und das war definitiv nicht das erste Mal, Spekulanten haben das schon immer gemacht.

Die Netto-Long-Kontrakte der großen Spekulanten fielen Ende Juni auf ihr niedrigstes Level in über einem Jahrzehnt, wahrhaft eine Anomalie. Aber niedrige Netto-Long-Positionen von Spekulanten sind generell ein sehr bullischer Indikator für Silber, selbst wenn sie nicht so extrem ausfallen. Als Faustregel kann man sagen: Sind die Netto-Long-Positionen von Spekulanten nahe der niedrigsten Stände in mindestens sechs Monaten, bedeutet dies ausgeprägten Pessimismus. Und dies war schon immer ein universeller Indikator für Querdenker.

Ich habe einige dieser Vorfälle oben in blau hervorgehoben. So ziemlich ausnahmslos fielen entscheidende Tiefstände der netto-bullischen Wetten der großen Futures-Spekulanten für Silber mit einem entscheidenden Tief des Metalls zusammen. Beachten Sie die Übereinstimmung von Tiefständen der Netto-Long-Positionen großer Spekulanten mit Talsohlen bei Silber. Unmittelbar nachdem der Pessimismus dieser Spekulanten seinen Höhepunkt erreicht hat, beginnt Silber mit einem mächtigen Anstieg, entweder in Form eines deutlichen Aufwärtssprung oder einem wesentlich längeren, entscheidenden Aufwärtstrend.

Auch wenn es einige sehr kluge Silberfutures-Händler dort draußen gibt, so unterliegen sie als Herde doch der gängigen Gier bzw. Angst, wie der Rest der Händler. Sie werden zu bullisch, nachdem Silber bereits zu schnell zu hoch gestiegen ist und zu bärisch, nachdem Silber bereits zu schnell zu tief gefallen ist. Sie handeln wie Momentumspieler, setzen auf ein ewiges Anhalten des aktuellen, längst ausgewachsenen und damit fälligen Trends. Aber das ist nun wirklich nicht klug.






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