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Neue Hinweise über das Bundesgold

30.01.2014  |  Dr. Eike Hamer
Jahrzehnte lang wurde über den Lagerungsort des Bundesbankgoldes ein "Staatsgeheimnis" gemacht. Politiker, die Auskunft über die Lagerstätten des Goldes verlangten, gerieten schnell in Schwierigkeiten. Die jetzige Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und ehemalige Staatssekretärin im Finanzministerium Barbara Hendricks zeichnete dem Bundestag über die Lagerstätten ein falsches Bild und selbst einzelne Gesprächen mit Bundesbankverantwortlichen über dieses Thema sorgten immer wieder für Nervosität.

Immer wieder beteuerten verantwortliche Funktionäre aus Politik und Bundesbank, daß die deutschen Goldbestände korrekt verwahrt seien. Erst unter wachsendem Druck aus der Öffentlichkeit räumte die Bundesbank widerwillig ein, daß sich der größte Teil außerhalb Deutschlands befände.

Gemäß eines Bundesrechnungshofberichtes - eine Aufsichtsbehörde der Bundesbank - hätten die deutschen Goldbestände im Sinne des HGB (Handelsgesetzbuch) jährlich, unter Berücksichtigung unverhältnismäßiger Kosten aber mindestens alle fünf Jahre physisch überprüft werden müssen. Dies ist seit Bekanntwerden des Goldbetrugs der 70er Jahre, der zur Auflösung des Goldpools und der Goldbindung des US-Dollar führte, nicht mehr geschehen.

Streng genommen haben die Unterzeichner und Prüfer der Bundesbankberichte seitdem "Bilanzbetrug" begangen. Es fragt sich, wieso ein derartiges Geheimnis über die Bestände gemacht wird und Verantwortliche sogar bereit sind, zur Verhinderung von Transparenz und Aufklärung über die deutschen Goldbestände kriminell zu werden. Ist dies etwa Teil des "Welt-Geldbetruges"?

Die Verantwortlichen für die Goldbestände beteuerten, nur "ein einstelliger Prozentsatz" des Bundesgoldes würde für sogenannte Leihgeschäfte "vorübergehend" verwendet, der Rest entweder in Bundesbanktresoren oder in den Tresoranlagen "befreundeter" Notenbanken lagern (bei der Federal Reserve ca. 1.500 t, der Bank of France ca. 400 t und der Bank of England ca. 375 t).

Da diese Notenbanken bestätigten, das Bundesgold sei vollständig vorhanden, verzichtete man mit Rücksicht auf deren Reputation auf die vorgeschriebenen eigenen Überprüfungen. Weder Belege der Marktinsider über Unregelmäßigkeiten im Goldmarkt unter Beteiligung einzelner Notenbanken noch "leere Tresorräume" oder Zutrittsverweigerungen gegenüber offiziellen Abgesandten des Finanzausschusses des Bundestages veranlaßten die zuständigen Funktionäre der Bundesbank dazu, entsprechende Überprüfungen anzustellen oder die Bestände nach Deutschland zurückzuholen. Nicht einmal die Kritik des Bundesrechnungshofes über die nicht rechtskonforme Behandlung der Bundesbank-Goldbestände änderte die Haltung der Verantwortlichen in der Bundesbank.

Erst der zunehmende öffentliche Protest (unterstützt von Seiten der Politik) sowie der Druck des Bundesrechnungshofes führten dazu, daß die Bundesbank nun eine - zumindest teilweise - Rückführung der Goldbestände nach Frankfurt veranlaßte. Dabei tritt nun das volle Ausmaß der "Unregelmäßigkeiten" zum Vorschein. Offenbar haben die verwahrenden ausländischen Notenbanken weder das deutsche Gold verfügbar (Untreue?) noch ausreichende eigene Bestände, um sofort liefern zu können. Nun versuchen sie, es bis 2020 am Markt zurückzukaufen und an Deutschland zu liefern.

Dies ist offenbar schwieriger als gedacht. Von vorgesehenen ca. 87 Tonnen für 2013 konnten nur 37 Tonnen (davon alleine ca. 32 t aus Paris) geliefert werden. Eigenartigerweise entsprechen die aus Frankreich zugesagten 32 t pro Jahr genau der Goldproduktion Malis, das nicht nur unter französischer Kontrolle ist, sondern deren Goldminen nun auch von deutschen Soldaten "bewacht" werden sollen.

Die gelieferten Goldbarren waren auch nicht die Originalbarren, sondern erst kürzlich geschmolzenes Gold. Die Begründungen für die angebliche Umschmelzung des Goldes waren widersprüchlich, unschlüssig und damit nicht glaubhaft. Spätestens ab jetzt muß davon ausgegangen werden, daß die Bundesbankverantwortlichen über die rechtswidrigen Zustände informiert sind oder diese sogar decken und sich somit zu Mittätern dieses Skandals (Vorsatz statt Fahrlässigkeit) machen.

Wenn die treuhänderisch eingelagerten Bundesbankbestände in Paris, London und New York dort nicht mehr physisch vorhanden sind - also veruntreut wurden - ist es völlig unverständlich, warum die Notenbanken diese veruntreuten Bestände zumindest nicht ersatzweise kurzfristig am Markt kaufen. Im April 2013 führten angeblich große Verkaufsorders von bis zu 500 Tonnen Gold dazu, daß der Goldpreis erheblich sank.

Entweder ist ausreichend Gold am Markt vorhanden, wie es die Preisrückgänge suggerieren (sollen). Dann fragt sich, warum FED, Bank of France und Bank of England nicht die mutmaßlich veruntreuten deutschen Goldbestände durch Wiederbeschaffung am Markt ersetzen. Oder diesen muß Böswilligkeit unterstellt werden. Dann fragt sich allerdings, warum die Bundesbank ihren eigenen Fehler, die Bestände nicht mehr verfügbar zu haben, nicht durch den Ersatzerwerb am Markt ausgleicht.

Zumindest ist nun verständlich, warum die Deutsche Bank kein Mitglied des Londoner Goldfixings mehr sein möchte - also nicht mehr für physische Lieferung garantieren möchte, wie es zuvor schon N.M. Rotschild (2004) ablehnte.

Der Goldskandal wird sicherlich bald wieder thematisiert werden. Gold wird auch künftig die Basis der ansonsten ungedeckten Papierwährungen bilden, weil ein wachsender Teil der Welt (China, Russland etc.) die ungedeckten Währungen (Dollar, Euro etc.) nur noch mit ausreichender Edelmetalldeckung akzeptieren wird.

Es sollte auch nicht ausgeschlossen werden, daß Gold direkt eine zentrale Funktion zur Verrechnung für den Welthandel zurückerhalten wird. Dann wird es besonders für eine Exportnation wie Deutschland ohne eigene Rohstoffe von zentraler Bedeutung sein, Gold zu besitzen. Keine Bestände aufzubauen bedeutet deshalb weiterhin, auf zukünftigen Wohlstand zu verzichten.

Vertiefende Literatur: Der Bestseller "Der Welt-Geldbetrug" (4. Auflage)


© Dr. Eike Hamer von Valtier
www.mittelstandsinstitut-niedersachsen.de





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