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Rick Rule über Gold, gute Investments und den Bergbausektor

07.01.2016  |  The Gold Report
Für jemanden im Managements eines Bergbauunternehmens ist wahrscheinlich nichts schwerer, als untätig zu sein. Doch angesichts einer Marktlage, die die Unternehmen nicht dafür belohnt, dass sie Rohstoffe aus der Erde holen, würde Rick Rule, CEO von Sprott US Holdings Inc., lieber, wie er es nennt, "Optionalität" als Aktienverwässerung sehen, wenn die betreffenden Unternehmen versuchen, die Managementgehälter zu rechtfertigen. In diesem Interview mit The Gold Report lobt er innovative Streamingkonzepte für Edelmetalle im Rahmen von Industriemetallprojekten und ein kanadisches Unternehmen, das einen Mehrwert schafft und dafür belohnt wird.

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The Gold Report: Im November sagten Sie, im Edelmetallsektor sei die Talsohle erreicht. Sind Sie noch immer der Ansicht, dass wir uns in der Phase der Bodenbildung befinden?

Rick Rule: Ja, zumindest wenn Sie "Boden" nicht allzu eng definieren. In dem erwähnten Interview sagte ich außerdem, dass der wichtigste Faktor bei der Goldpreisbildung die Tatsache ist, dass er in US-Dollar angegeben wird und wir beobachten derzeit die Bildung eines Tops bei der amerikanischen Währung. Doch fairerweise möchte ich auch zugeben, dass ich auf diese Frage auch vor zwei Jahren zustimmend geantwortet und damit ziemlich falsch gelegen hätte. Ich bin allerdings wirklich davon überzeugt, dass das Aufwärtspotential bei Gold größer und auch wahrscheinlicher ist, als das Abwärtspotential.


The Gold Report: Jetzt da die US-Notenbank Federal Reserve den Leitzins leicht angehoben hat, wird im Allgemeinen erwartet, dass der Dollar gegenüber anderen Währungen steigt. Wie kann das ein Anzeichen für eine Bodenbildung am Goldmarkt sein?

Rick Rule: Ich habe in den 1970er Jahre erste Erfahrungen im Goldhandel gesammelt, als sich der US-Leitzins von 4% auf 15% erhöhte und der Goldpreis von 35 USD je Unze auf 850 USD je Unze stieg. Ich erinnere mich auch daran, dass es im Jahr 2002 trotz steigender Zinsen in den USA für Gold ebenfalls aufwärts ging.

Der Grund für die Zinsanhebungen ist letztlich wichtiger, als die reine Tatsache, dass die Zinsen steigen. Wenn sie steigen, weil eine Verschlechterung der Dollarkurses erwartet wird und die Sparer folglich eine höhere Entschädigung für den Verleih ihres Geldes verdienen, dann unterstützt diese Situation den Goldpreis. Sollte es Janet Yellen dagegen gelingen, nicht nur die erste Anhebung um 25 Basispunkte erfolgreich durchzuführen, sondern auch weitere Anpassungen vorzunehmen, sodass die realen Zinsen auf die 10-jährigen US-Staatsanleihen wieder positiv werden und über der Rate liegen, mit der die Währung an Kaufkraft verliert, dann wird der Dollar meiner Einschätzung nach auch wieder neue Stärke gewinnen. Ich denke nicht, dass sie dazu in der Lage ist, aber letztlich wird der Markt darüber entscheiden.


The Gold Report: 1970 war das internationale Währungssystem noch ganz anders, als heutzutage. Der Euro und der Yuan zählen mittlerweile zu einer Reihe von Währungen, die in Konkurrenz zum Dollar stehen. Wenn der Goldpreis in Dollar ermittelt wird, es aber verschiedene konkurrierende Währungen gibt, ist die Logik von 1970 dann überhaupt noch relevant?

Rick Rule: Obwohl wir derzeit ein multipolares internationales Währungssystem haben, hat die Vorherrschaft des US-Dollars gegenüber anderen Währungen weiterhin Bestand. Wenn Sie innerhalb der letzten 18 Monate Gold gekauft haben, fast egal in welcher Währung (außer dem Dollar), dann hat das Edelmetall seine Rolle als Wertanlage gegenüber der jeweiligen Währung erfüllt, da fast alle Währungen an Wert verloren haben. Der Grund für die schlechte Performance des Goldkurses in Dollar ist einzig die Stärke des US-Dollars im Verhältnis zu allen anderen Tauschmitteln (einschließlich Gold). Wenn die Hegemonie des Dollars im Welthandel abnimmt und mehr und mehr auch anderen Währungen der Vorzug gegeben wird, wird der Goldpreis von dieser Schwäche profitieren.

Wenn man mit dem Dollar weniger von allem kaufen kann, bekommt man für einen festen Dollarbetrag auch weniger Gold. Folglich steigt der Goldpreis zumindest nominell. Wichtiger ist aber wahrscheinlich die Antwort der internationalen Investoren auf finanzielle Unsicherheit in den vergangenen zehn Jahren: Sie schätzten vor allem die US-Staatsanleihen als Mittel zur Sicherung ihres Vermögens. Wenn die Kaufkraft der tatsächlichen Rendite dieser Anleihen jedoch global negativ wird, dann wird die Attraktivität der Anleihen im Verhältnis zu Gold sinken.

Traditionell haben Anleger in Zeiten der Unsicherheit schon immer einen Teil ihres Vermögens in Gold investiert. In den letzten 10-15 Jahren haben die US-Treasuries das Edelmetall in dieser Hinsicht zum Teil ersetzt. Ich vermute jedoch, dass Gold infolge des sinkenden Vertrauens in den US-Dollar und die amerikanischen Staatsanleihen einen Teil des Marktanteils zurückerobern kann, den es an die Treasuries abtreten musste. Bei dem aktuellen Zinsniveau sind die Anleihen trotz ihrer Beliebtheit ein sehr unzulängliches Finanzinstrument.


The Gold Report: Warum erfreuen sie sich dann so großer Beliebtheit unter den Investoren?

Rick Rule: Ich denke, sie sind so begehrt, weil die Menschen spüren, dass ein Kaufkraftverlust von 1%-2% im Jahr immer noch besser ist, als 30% des Vermögens an den Aktienmärkten zu verlieren. Die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft bereitet ihnen wirklich große Sorgen. Sie fürchten eine Wiederholung der Krise von 2008.

Star-Investor George Soros hat einmal gesagt, dass man viel Geld machen kann, wenn man einen Grundsatz finden, von dem die meisten überzeugt sind, der aber falsch ist, und dann dagegen wettet. Erst gestern Abend habe ich den Film "The Big Short" gesehen und wurde daran erinnert, dass es gar nicht so ungewöhnlich ist, dass die Finanzdienstleistungsbranche, die Regierung und die Öffentlichkeit etwas für wahr halten, das grundlegend falsch ist.

Ich will damit nicht sagen, dass die 10-jährigen US-Treasuries genauso eklatant überbewertet sind, wie es der US-Immobilienmarkt und die Derivate auf dem Hypothekenmarkt gegen Ende des letzten Jahrzehnts waren, aber ich vermute durchaus, dass sich an den Anleihemärkten eine Blase gebildet hat, besonders bei den Staatsanleihen. Ich schätze, dass die schon seit 30 Jahren andauernde Hausse an den Anleihemärkten sich ihrem Ende nähert. Für Gold ist das sehr positiv.



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