Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
In Ihrem Webbrowser ist JavaScript deaktiviert. Um alle Funktionen dieser Website nutzen zu können, muss JavaScript aktiviert sein.
Suche
 

Der Heureka-Moment am Silbermarkt

17.01.2016  |  Theodore Butler
Im letzten Monat ist der Silberkurs an mindestens drei Tagen steil in die Höhe geschossen, nur um die Gewinne am nächsten Tag wieder zu verlieren. Ein anderes Mal stieg der Preis des Edelmetalls über mehrere Tage hinweg an, stürzte dann aber innerhalb eines Tages wieder auf das Ausgangsniveau ab. Diese Preisbewegungen sind sehr ungewöhnlich, selbst am Silbermarkt, dem am stärksten manipulierten Markt der Welt. Für diese erratische Entwicklung gibt es keine legitime, auf der Dynamik von Angebot und Nachfrage beruhende Erklärung. Es läuft letztlich immer darauf hinaus, wer wen an der COMEX aussticht - und am Ende sind es immer die Commercials, die Hedgefonds über den Tisch ziehen.

Ich habe oft geschrieben, dass die Commercials, die Großbanken, untereinander konspirieren, ihren Umgang mit den Hedgefonds absprechen und in ihren Handelsaktivitäten kein echtes Konkurrenzverhalten an den Tag legen. Diese Aussage muss ich nun etwas korrigieren. Die Commercials haben ihre konspirative Herangehensweise zwar beibehalten, doch innerhalb der allgemeinen geschäftlichen Absprachen ist ein gewisses Maß an Wettbewerb entstanden. Es kam so, wie es bei derartigen Intrigen an der Wall Street immer kommen muss: Die satten Gewinne, die die Großbanken dank ihrer gemeinsamen Strategie gegenüber den Hedgefonds einfahren konnten, schmälerten sich aufgrund der internen Konkurrenz. Die Commercials waren so begierig darauf, die Hedgefonds auszunehmen, dass sie zu immer niedrigeren Preisen und immer geringeren Gewinnen an sie verkauften. Das erklärt das Phänomen der kleiner werdenden Gold- und Silber-Rallys in den vergangenen Jahren und auch, warum auf Tage, an denen Silber hohe Gewinne verzeichnete, am nächsten Tag immer ein Einbruch folgt.

Die zunehmende Aggressivität der Commercials auf der Verkaufsseite könnte meiner Meinung nach bedeuten, dass die Silbermanipulationen sich im Endstadium befinden. Alle Ränkespiele der Wall Street durchlaufen verschiedene Phasen und alle fliegen am Ende auf. Ich sehe keine Grund, warum es am Silbermarkt anders sein sollte. Die Profite, die JPMorgen und die anderen intriganten Banken einstreichen, nehmen insgesamt auf jeden Fall ab. Die Möglichkeit einer Fehlkalkulation wirft einen bedrohlichen Schatten auf die Machenschaften der Commercials.

Falsche Einschätzungen der Lage gehen Hand in Hand mit sinkenden Gewinnen und aggressiven Positionierungen. Die offensiven Verkäufe der Großbanken stehen in scharfem Kontrast zum Tenor der US-amerikanischen Rohstoffgesetze. Ihre Positionierungen an der COMEX haben nicht das Geringste mit den legitimen Absicherungsgeschäften der wirklichen Produzenten oder Verbraucher zu tun. Sie sind nichts, als ein Finanzkomplott der Wall Street, das einer Handvoll Insidern zum Vorteil gereicht, aber auf Kosten vieler geht. Dass diese Intrigen nun möglicherweise kurz vor dem Aus stehen, sind wahrlich gute Neuigkeiten.

Die Regulatoren haben, wie schon so oft, versagt. Zahlreiche offenkundige Fakten belegen, dass es sich bei der Manipulation des Silbermarktes um die größte Verschwörung der Finanzgeschichte handelt, doch die Aufsichtsbehörde CFTC tut weiterhin so, als wäre es völlig in Ordnung, dass der Silberpreis auf rein spekulativen Positionierungen an der COMEX beruht. Sie konnte sich nicht einmal dazu durchringen, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Ich weiß nicht, wie diese Menschen mit sich selbst leben können. Sie müssen entweder so ahnungslos sein, dass sie ihr Versagen gar nicht begreifen, oder so korrupt, dass sie die Vorgänge ganz genau durchblicken, sich aber bewusst entscheiden, ihren regulatorischen Auftrag zu vernachlässigen. In jedem Fall sind sie untauglich für ihre Posten.

Die immer offensichtlicheren Manipulationen am Silbermarkt haben allerdings zu solch unfassbar niedrigen und unökonomischen Silberpreisen geführt, dass der Preis allein schon Grund genug ist, das Edelmetall als erstklassige Investitionsgelegenheit zu betrachten, besonders wenn man es mit so gut wie jeder anderen Option vergleicht. Die Gründe für die Kursverluste mögen verwerflich und illegitim sein, doch eines Tages wird enorme Preisanstieg sie zu einer fernen Erinnerung werden lassen.


© Theodore Butler
www.butlerresearch.com


Der Artikel wurde am 12. Januar 2016 auf silver-phoenix500.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



Bewerten 
A A A
PDF Versenden Drucken

Für den Inhalt des Beitrages ist allein der Autor verantwortlich bzw. die aufgeführte Quelle. Bei Übersetzungen können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Der vertretene Standpunkt spiegelt nicht die Meinung des Website-Betreibers und stellt keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren dar. Beachten sie bitte auch unseren Disclaimer!




"Wir weisen Sie ausdrücklich auf unser virtuelles Hausrecht hin!"
In Ausübung dieses Rechtes wird allen Behörden, insbesondere Ämtern, juristischen Personen öffentlichen Rechts,
in dieser Weise beliehenen Personen und Anstalten öffentlichen Rechts der Zutritt zu unseren Netzseiten verboten!"

Alle Angaben ohne Gewähr! Copyright © by GoldSeiten.de 1999-2016.
Die Reproduktion, Modifikation oder Verwendung der Inhalte ganz oder teilweise ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt!