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The Daily Bell: Warum Milliardäre und Star-Investoren jetzt Gold kaufen

21.05.2016
"Milliardär Soros verkauft 37% seiner US-Aktien, kauft Gold

George Soros hat die Investitionen seines Unternehmens in US-amerikanische Aktien im ersten Quartal dieses Jahres um mehr als ein Drittel verringert und stattdessen Anteile am weltweit größten Goldproduzenten Barrick Gold Corp. im Wert von 264 Millionen Dollar erworben."
- Bloomberg

Die Milliardäre kaufen Gold.

George Soros hat kürzlich eine enorme Kapitalsumme in das Bergbauunternehmen Barrick Gold investiert und ist damit nicht allein. Sein früherer Chef-Stratege Stan Druckenmiller ließ verlauten, dass Gold mittlerweile seine größte Währungsposition sei. Grund für seine umfassenden Investitionen in das gelbe Metall war unter anderem die Einführung negativer Zinssätze durch die Zentralbanken.

Ein weiteres Beispiel ist der Milliardär und Hedgefonds-Manager Paul Singer, der Berichten zufolge der Ansicht ist, dass der Goldpreis weltweit am Beginn eines langfristigen Aufwärtstrends steht, da sowohl in westlichen als auch in anderen Staaten rund um den Globus mit einer zunehmenden Preisinflation gerechnet wird.

"Es ist äußerst sinnvoll, Gold zu besitzen", schrieb Singer kürzlich in einer Nachricht an seine Klienten. "Auch andere Investoren beginnen nun endlich, diese Ansicht zu teilen. Ihnen wird in zunehmendem Maße bewusst, dass die Zentralbanken weltweit einzig und allein auf die Abwertung ihrer jeweiligen Landeswährungen fokussiert sind."

Bekanntermaßen gibt es auch einige Zentralbanken, die fleißig Gold kaufen, insbesondere außerhalb der westlichen Hemisphäre. China, Russland und Kasachstan stocken ihre offiziellen Goldbestände regelmäßig auf und werden in diesem Jahr womöglich noch größere Mengen des Edelmetalls erwerben. Den Schätzungen des World Gold Council zufolge werden die staatlichen Goldkäufe im laufenden Jahr auf bis zu 600 Tonnen ansteigen, verglichen mit 566,3 Tonnen im Jahr 2015.

Diese Trends überraschen und keineswegs, da wir regelmäßig über die Stagflation berichten, die seit den 2000er Jahren zu einem der prägenden Charakteristika der Weltwirtschaft zählt. Auch den jüngsten Aufwärtstrend des Goldkurses haben wir in früheren Artikeln bereits diskutiert, wollen nun jedoch insbesondere auf die Parallelen zwischen der aktuellen Situation und den 1970er Jahren, sowie auf das spezifische Phänomen der Stagflation eingehen.

Da die makroökonomischen Trends von den Zentralbanken gelenkt werden, sind sie zum größten Teil vorhersehbar. Nicht genau prognostizieren lässt sich dagegen die exakte zeitliche Abfolge. Nichtsdestotrotz lassen sich Muster in der wirtschaftlichen Entwicklung erkennen. Wenn man deren aktuelle Form und Ausprägung analysiert, können daraus begründete Annahmen über die zukünftige Richtung dieser Trends abgeleitet werden.

Der Westen bzw. ein Großteil der Welt erlebt derzeit eine monetäre Depression, ein Phänomen, welches zuletzt in den 1970er Jahren auftrat. Damals wie heute stagnierte die Wirtschaft, während die Inflationsrate rasant nach oben kletterte. Diese als "Stagflation" bezeichnete Situation können wir auch heute wieder beobachten - allerdings in einem viel größeren Umfang als damals.

In den 1970er Jahren führten diese Umstände zum Anstieg des Goldpreises bis auf rund 800 US-Dollar, während der Silberpreis auf rund 50 Dollar kletterte. Heute ist die Lage noch deutlich ernster. Es ist keineswegs klar, ob es überhaupt möglich sein wird, den Wirtschaftszyklus auch diesmal zu kontrollieren und die Auswirkungen einzudämmen.

Der ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank Paul Volcker hat den Inflationszyklus in den 1980er Jahren durchbrochen, indem er die Zinsen bis auf 20% anhob. Heute wäre möglicherweise eine noch stärkere Erhöhung notwendig, die zwangsläufig zum Staatsbankrott zahlreicher Länder führen würde. Die Zentralbanken konzentrieren sich daher ausschließlich auf das Drucken von mehr und mehr Geld, in der Hoffnung, der massiven weltweiten Verschuldung mittels Inflation Herr zu werden.

Selbst Kreditinstitute wie Goldman Sachs und die Oversea-Chinese Banking Corp. aus Singapur, die sonst ausnahmslos bearishe Einschätzungen der Edelmetallmärkte veröffentlichen, haben für dieses Jahr höhere Goldpreise in US-Dollar vorhergesagt. Kurzfristig sind manche Analysten der Ansicht, dass Gold innerhalb der nächsten ein bis zwei Monate die 1.400-Dollar-Marke ankratzen könnte.

Im oben zitierten Artikel von Bloomberg heißt es dazu weiter:

"Der Spot-Preis von Gold ist innerhalb der ersten drei Monate dieses Jahres um 16% in die Höhe geschossen und verzeichnete damit auf Grundlage unserer allgemeinen Preisberechnung den größten Quartalsgewinn seit 1986. Die Aktienkurse des an der Toronto Stock Exchange beheimateten Goldproduzenten Barrick haben sich bislang mehr als verdoppelt. Unterdessen intensiviert das Unternehmen seine Bemühungen zur Kostensenkung und zum Schuldenabbau. Seit dem 31. März liegen die Aktien von Barrik 39% im Plus.

George Soros gab überdies bekannt, dass er Call-Optionen auf 1,05 Millionen Aktien des SPDR Gold Trust besitzt, eines ETFs, der die Entwicklung des Goldpreises abbildet."


Gold zählt nicht typischerweise zu den von der finanziellen Elite favorisierten Investments. Soros ist allerdings ein professioneller Investor mit einen persönlichen Portfolio im Wert von 24 Milliarden US-Dollar, der seine Investitionsstrategie nach den zu erwartenden Gewinnen ausrichtet.

Es sind auch nicht nur die allgemeine Wirtschaftslage und die Stagflation in vielen Teilen der Welt, die dazu führen, dass das gelbe Metall sich unter Anlegern wieder eines besseren Ansehens erfreut. Soros hat erst kürzlich angemerkt, dass China seiner Meinung nach auf eine "harte Landung" zusteuert. Auch diese Einschätzung hat das Interesse des Milliardärs an Gold weiter verstärkt. Seinen Aussagen zufolge ist die "durch Schuldenwachstum befeuerte" chinesische Wirtschaft in vielerlei Hinsicht mit der wirtschaftlichen Lage der USA in den Jahren 2007 und 2008 vergleichbar. Eine unsanfte Landung Chinas hätte demnach auch drastische Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Während der Finanzkrise von 2009 fielen die US-Aktienkurse förmlich ins Bodenlose und halbierten im Schnitt ihre Werte. Erst im letzten Jahr konnten sie sich vollständig von diesem Crash erholen.

Seit dem Ende des ersten Quartals konnte der Goldkurs seine Gewinne weiter ausbauen und erreichte in diesem Monat bei mehr als 1.300 US-Dollar ein neues 1-Jahreshoch. Grund für die anhaltende Rally ist auch die Tatsache, dass viele Investoren mittlerweile davon ausgehen, dass die Federal Reserve den US-Leitzins angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit auf globaler Ebene langsamer anheben wird, als zu zunächst erwartet.

In einem anderen kürzlich erschienenen Artikel hatten wir zudem auf zwei weitere wichtige Faktoren hingewiesen, die das Goldpreisniveau stützen:

  • 1. Die Hausse an den Aktienmärkten begann bereits vor sieben Jahren.

  • 2. Die Zentralbanken sind besessen davon, Liquidität zu schaffen, während sie versuchen die Inflationsrate zu erhöhen und eine Erholung der Wirtschaft einzuleiten.


Schlussfolgerung

Die beschriebenen wirtschaftlichen Gegebenheiten lassen sich unter dem Begriff "Stagflation" zusammenfassen. In diesem Kontext ist es bezeichnend, wenn auch Milliardäre und Profi-Investoren umfangreiche Goldkäufe tätigen und ihr Exposure gegenüber dem gelben Metall (und vermutlich auch gegenüber Silber) deutlich erhöhen. Das wird das Vertrauen der Anleger in die Edelmetalle und in die Gold- und Silberproduzenten weiter stärken.


© The Daily Bell


Der Artikel wurde am 17. Mai 2016 auf www.thedailybell.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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