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Gute Aussichten trotz Preissturz? Gold, Silber und die endlose Geldschwemme

14.10.2016  |  Mark J. Lundeen
Ich bin nicht einmal im Geringsten überrascht: In der Woche, nachdem ich einen Artikel darüber geschrieben hatte, warum die Aktien der Gold- und Silberunternehmen meiner Ansicht nach "zu den aktuellen Preisen historische Kaufgelegenheiten" sind, fielen die Kurse eben dieser Aktien auf den niedrigsten Stand ihrer bislang 8-wöchigen Korrekturphase.

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In dem Artikel schrieb ich allerdings auch, dass die Minenaktien (und Gold und Silber) in den letzten hundert Jahren eine frustrierende Anlage für Investoren waren. Das ist leider die Wahrheit. Dennoch muss auch jetzt, eine Woche nach dem Kurssturz, betont werden, dass sich im großen Ganzen nichts geändert hat. Die Preise für Edelmetallinvestments sind heute noch attraktiver als vor dem Einbruch. Die Frage ist außerdem: Welche Optionen bleiben denn sonst noch?

Der globale Anleihemarkt ist ein typisches Beispiel. Die Zentralbanken stecken noch immer in der Klemme, heute nicht weniger als in der letzten Woche. Diese Situation ist eine verschleppte Folge der Hypothekenkrise von 2007-2009. Vor neun Jahren fassten die "politischen Entscheidungsträger" den Entschluss, dass sie alle notwendigen Maßnahmen ergreifen würden, um ihr kostbares Bankensystem zu retten. Nach Jahren der sogenannten strukturierten Finanzierungen blieb ihnen 2007 auch gar nichts anderes mehr übrig, wenn sie die Banken vor dem Untergang bewahren wollten.

Um einen Markt für Risikoanleihen wie die Subprime-Hypotheken zu schaffen, vermischten die Banken die Zinserträge und Tilgungszahlungen von Junk-Bonds und erstklassigen Krediten mit AAA-Rating, schnürten aus den unterschiedlichen Papieren neu strukturierte Finanzprodukte und emittierten trügerische Derivate zur "Absicherung von Kreditrisiken". Auf diese Weise gestalteten sie mit voller Unterstützung des US-Kongresses den gesamten Hypothekenmarkt der Vereinigten Staaten um und vermarkteten die Schrottpapiere anschließend weltweit als Schuldtitel mit AAA-Rating.

Wie wir alle wissen, dauerte es nicht lange, bis sich das zur größten Finanzkrise seit den 1930er Jahren auswuchs. Die "Financial Engineers", die für diese kriminellen Machenschaften verantwortlich sind, wurden vom Justizministerium nicht rechtlich verfolgt. So hätte Washington die Banken schließlich nicht retten können. Stattdessen bekamen sie von der Notenbank Federal Reserve und vom Finanzministerium enorme Kapitalspritzen. Der Betrug war global angelegt, daher war auch die Reaktion darauf global: Das Finanzsystem wurde mit Liquidität überflutet, während die Zinssätze, und dadurch auch die Anleiherendite, weltweit gesenkt wurden.

Im folgenden Chart sehen wir die Rendite (blaue Punkte) und die Preise (rote Punkte) der deutschen und japanischen Staatsanleihen. Die gestrichelte, vertikale Linie markiert den Zeitpunkt, an dem sich das Desaster am Hypothekenmarkt in eine ernste Krise verwandelte. Das war auch der Moment, in dem die Zentralbanken auf der ganzen Welt begannen, die Staatsschulden in bis dahin beispiellosem Umfang zu monetarisieren, in einem vergeblichen Versuch das Bankensystem durch die Senkung von Zinsen und Renditen zu retten. Neun Jahre später hängt das Bankensystem noch immer am Tropf der Notenbanken.

Das Problem der Zentralbanken besteht jetzt darin, dass sie die Anleihen, die sie mit Hilfe der Geldmengenausweitungen gekauft haben, wieder verkaufen müssen, um die Nullzinspolitik - im Fall der US-Fed - bzw. die Politik der negativen Zinsen zu beenden, die Deutschland und Japan ihren Anleihemärkten auferlegt haben. Es stellt sich allerdings die Frage, an wen und zu welchem Preis.

Das derzeitige Dilemma wurde schon sehr früh von James Sinclair erkannt, der dem ersten Programm der quantitativen Lockerungen von Dr. Bernanke den Zusatz "QE bis in alle Ewigkeit" verpasste. Mr. Sinclair zweifelte schon damals daran, dass eine Zentralbank nach der Entscheidung für ein QE-Programm die Anleihekäufe in Zukunft wieder einstellen könne - ganz zu schweigen von der Möglichkeit, die Schuldtitel eines Tages zu verkaufen, um der Wirtschaft die zusätzlich injizierte Liquidität wieder zu entziehen. Er erkannte, dass der Weg, den die Zentralbanken zur Rettung der Banken einschlugen, eine Einbahnstraße war, die zur monetären Infamie führte und damit letztendlich bullisch war für Gold und Silber.

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