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Wie der Westen sein Gold an ein Schwarzes Loch verkauft

18.01.2017  |  Koos Jansen
Im Dezember 2016 belief sich die chinesische Großhandelsnachfrage nach Gold, gemessen an den physischen Goldauslieferungen der Edelmetallbörse Shanghai Gold Exchange (SGE), auf 196 Tonnen und lag damit 9% unter der Nachfrage im November. Da der Goldpreis größtenteils sank und nur gegen Ende des Monats eine Preisspitze verzeichnet wurde, war die Nachfrage im Reich der Mitte im Dezember dennoch verhältnismäßig stark - die Chinesen kaufen bevorzugt dann Gold, wenn die Kurse fallen (siehe Abb. 1). Insgesamt erreichte die Großhandelsnachfrage in China im letzten Jahr erstaunliche 1.970 Tonnen. Aber werden diese riesigen Goldmengen, die das Land kauft, jemals eine Auswirkung auf den Goldpreis haben? Ich denke schon.

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Abb. 1: Monatliche physische Goldlieferungen aus den Lagerhäusern der SGE verglichen mit dem Goldpreis in Renminbi


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Abb. 2: Jährliche physische Goldlieferungen aus den Lagerhäusern der SGE


Wie schon in der Vergangenheit musste das über die SGE verkaufte Gold auch im Jahr 2016 größtenteils importiert werden. Rund 1.300 Tonnen stammten nicht aus China. Die physischen Auslieferungen der Shanghaier Edelmetallbörse waren, wie schon in früheren Jahren, etwa doppelt so hoch wie die chinesische Einzelhandelsnachfrage. Letztere wird von allen führenden Consultingfirmen wie dem World Gold Council und Thomson Reuters veröffentlicht.

Weil diese Unternehmen den vollen Umfang der chinesischen Goldnachfrage aber schon seit 2007 verschleiern und untertreiben, ist einem großen Teil der Finanzindustrie nicht bewusst, dass China in den letzten Jahren 5.000 Tonnen Gold zusätzlich importiert hat, die nicht wieder ausgeführt werden dürfen. Meine Hypothese ist, dass der daraus resultierende Rückgang der überirdischen Goldreserven außerhalb Chinas um 5.000 Tonnen in einer zukünftigen Goldhausse zu stärkeren Kursgewinnen führen wird als in vergangenen Bullenmärkten. Die Unwissenheit der meisten Investoren bezüglich der kontinuierlich sinkenden Zahl der verfügbaren Feinunzen außerhalb Chinas wird ebenfalls zur kommenden Rally beitragen.

In diesem Artikel möchte ich meine Gedanken zum Zusammenhang des Goldpreises mit den überirdischen Reserven darlegen und erklären, wie China diese Reserven um 5.000 Tonnen reduziert hat. Dieser Umstand wird beim nächsten Aufwärtstrend am Goldmarkt von großer Bedeutung sein.


Der Goldpreis und der britische Goldhandel

Schon seit vielen Jahrzehnten bestimmen westliche Großinvestoren den Goldpreis. Das Zentrum des Goldhandels der westlichen Hemisphäre war seit jeher London im Vereinigten Königreich. Zwischen dem Goldpreis und den Netto-Goldmengen, die von Großbritannien importiert oder exportiert werden, besteht daher ein Zusammenhang.

In Asien sind die Teilnehmer des Goldmarktes dagegen preisempfindlicher, d. h. sie kaufen bei niedrigen Preisen und verkaufen bei hohen Preisen (im Gegensatz zu westlichen Investoren). Ich habe auf diesem Blog bereits mehrfach über diese Tendenz geschrieben, aber Sie können das Gleiche auch in einem Buch des Goldexperten Timothy Green nachlesen. In "The Prospect for Gold" aus dem Jahr 1987 schreibt Green:

"Darüber hinaus weisen zahlreiche regionale Goldmärkte im Nahen Osten und in Südostasien eine bemerkenswerte Empfindlichkeit gegenüber plötzlichen Preisschwankungen auf. Wenn der Preis nach oben schnellt, kehrt sich der Trend an diesen Märkten praktisch über Nacht um und die Teilnehmer verkaufen ihr Gold wieder zurück an London und Zürich, oft in beträchtlichen Mengen.

Der sprunghafte Preisanstieg im Herbst 1986 führte beispielsweise dazu, dass innerhalb von nur acht Wochen mehr als 100 Tonnen Gold verkauft wurden. Die hohen Preise zu Beginn des 1987 hatten anschließend den weiteren Abbau der Goldbestände zur Folge. Diese plötzlichen Kehrtwenden an Märkten, die zuvor üblicherweise 50-100 Tonnen Gold im Monat absorbiert haben, tragen stark dazu bei, spekulative Aufregungen abzumildern."
(Danke an Nick Laird von Goldchartsrus.com für den Buchtipp!)


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