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Zerstörung des Euro und Zerfall der Eurozone!

19.01.2017  |  Uli Pfauntsch
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Die Gefahr ist sehr konkret: Denn was in Bezug auf globalisierte Märkte und gegenseitig nützliche politische Verbindungen über Jahrzehnte aufgebaut wurde, kann möglicherweise binnen weniger Monate zerstört werden.

  • Das bedeutet: Meiden Sie unbedingt sämtliche Geldwert-Anlagen, die einem Gläubiger/Schuldner-Verhältnis unterliegen (Anleihen, Rentenfonds, Inhaberschuldverschreibungen, Mischfonds, Lebensversicherungen, Sparverträge, Sparguthaben, Geldmarktfonds).

  • Schichten Sie stattdessen in Sachwerte um, die keinem Gläubiger/Schuldner-Verhältnis unterliegen (Gold, Silber, Rohstoff- und Minenwerte, Wohnimmobilien wie das German Real Estate ETI).


Trump und das unweigerliche Szenario!

Über die letzten acht Monate stieg der U.S. Dollar Index (der die Performance des Dollar gegenüber den sechs wichtigsten Währungen abbildet) um 11 Prozent und erreichte zuletzt den höchsten Stand seit 15 Jahren. Der feste Dollar ist derzeit eine der größten Investment-Stories der Welt. Die weitverbreitete Meinung ist, dass der Dollar nur noch stärker werden kann. Ein Grund ist die Fed-Politik. Erstmals seit acht Jahren erhöhte die US-Notenbank den Leitzins im letzten Monat um 0,25 Prozent und plant für dieses Jahr drei weitere Zinsanhebungen. Da U.S. Assets nun beginnen, mehr zu "zahlen", wird der Dollar für ausländische Investoren attraktiver.

Doch das ist nicht der einzige Grund für einen festen Dollar. Die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan drucken nach wie vor Geld. Sie hoffen, dass diese radikalen Maßnahmen ihre Wirtschaft stimulieren. Doch es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass sie die Währungen, die sie eigentlich schützen sollten, zunehmend zerstören.

Mit anderen Worten, richtet die Fed derzeit weniger Schaden an als die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan. Zudem ist die Wall Street seit der US-Wahl im "Trumpanomics"-Stadium. Der Markt erhofft sich durch die Kombination aus Steuersenkungen, Infrastruktur-Programmen sowie einer erneuten Deregulierung des Bankensektors einen massiven Konjunkturschub. Es gibt also durchaus Gründe, die für einen steigenden Dollar sprechen.

Doch es gibt eine Sache, die von den Investoren völlig vergessen scheint: Die US-Staatsverschuldung. Ende 2007 belief sich die Verschuldung der US-Regierung auf 9,22 Billionen Dollar. Wenn Trump am 20. Januar offiziell sein Amt antritt, wird der Schuldenberg die Marke von 20 Billionen Dollar überschritten haben. Das entspricht einem Anstieg der Verschuldung um 114 Prozent in nur neun Jahren. Barack Obama ist somit das "Kunststück" gelungen, in seiner achtjährigen Amtszeit so viele Schulden anzuhäufen wie die 43 Präsidenten der Vereinigten Staaten in den letzten 232 Jahren zusammen.

Doch dank der Politik des billigen Geldes und konstant sinkender Zinsen, sind die Kapitalkosten der US-Regierung trotz einer Verdopplung der Schulden seit Ende 2007 von jährlich 430 Milliarden Dollar auf nur 432 Milliarden Dollar gestiegen. Das Problem ist, dass die Zinsen nicht ewig auf dem künstlich tiefen Niveau bleiben können.

Ein Anstieg der Zinsen um 1% (was etwa seit der Wahl von Trump bereits eingetreten ist), erhöht die Zinszahlungen der US-Regierung auf circa 633 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das gigantische Militärbudget der Vereinigten Staaten summierte sich in 2015 auf 598,5 Milliarden Dollar. Mit einem Anstieg der Zinsen um 2% auf 4,2%, sprechen wir bereits über 831 Milliarden Dollar. Und ein Anstieg um 3% auf 5,2% (was dem Niveau vor der Finanzkrise entspricht) erhöht die Ausgaben auf mehr als 1 Billion Dollar jährlich - allein an Zinszahlungen!

Vom dritten Quartal 2015 bis zum dritten Quartal 2016 erhöhte sich die US-Staatsverschuldung um mehr als 1,4 Billionen Dollar. Und mit mehr als 300 Milliarden Dollar, die seit dem dritten Quartal 2016 hinzugefügt wurden, scheint sich das Tempo des Schuldenanstiegs nicht abzuschwächen, sondern weiter zu beschleunigen.

Der Trump-Plan sieht unter anderem vor, die Unternehmenssteuern auf 15 Prozent zu senken. Das ist eine enorme Kürzung vom derzeitigen Spitzensteuersatz von 39,6 Prozent. Laut einer Schätzung des "Tax Policy Center", wird der Plan von Trump die Steuereinnahmen der Regierung über die nächsten 10 Jahre um 6,2 Billionen Dollar schrumpfen lassen.

Gleichzeitig plant Trump eine massive Erhöhung der Ausgaben um 500 Milliarden Dollar bis 1 Billion Dollar. Es gibt keinen Grund anzunehmen, warum das Defizit in 2017 niedriger als in 2016 ausfallen sollte. Der Schuldenberg der Regierung wird pro Fiskaljahr voraussichtlich um mehr als 1 Billion Dollar wachsen, möglicherweise sogar um nahezu 2 Billionen Dollar - wie zu Zeiten nach der Finanzkrise.

Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu erkennen, dass derartige Defizite untragbar sind. Donald Trump, der selbsternannte "Schuldenkönig", glaubt offenbar nicht, dass die USA irgendeine Verpflichtung haben, ihre Schulden jemals zurückzuzahlen. In "Unternehmermanier" sprach Trump zu seinen Wahlveranstaltungen sowohl von der Möglichkeit, zur Finanzierung der Schulden Geld zu drucken, als auch von der Alternative, den Gläubigern einen "Deal" anzubieten.

Im Klartext: Entweder wird massiv Geld gedruckt, um die Schulden zu finanzieren oder man überzeugt die Gläubiger, am Ende weniger zu nehmen, als man ihnen schuldet. Die Marktteilnehmer, die in diesen Tagen jubeln, glauben, dass das Infrastrukturprogramm von Trump, seine Steuersenkungen und sein Haushaltsdefizit von geschätzten 6 Billionen Dollar über die kommenden vier Jahre Gewinner im Aktienmarkt und Wohlstand für das Land hervorbringt.

Stattdessen werden steigende Zinsen, verursacht durch Inflation und eine Bonitätsverschlechterung der USA, einen neuen Kreditausfallzyklus auslösen. Dieses Szenario spricht klar und deutlich für Stagflation. Die brutale Kombination von Inflation und stagnierendem Wachstum. Es bedeutet, dass sämtliche Dinge, die Sie zum täglichen Bedarf benötigen (Nahrung, Benzin, Strom, etc.), im Preis steigen, während etwa der Wert von Bonds und Aktien sinkt. Von 1973 bis 1975 schrumpfte das US-BIP über sechs Quartale in Folge - gleichzeitig stieg der Konsumentenpreis-Index von weniger als 3 Prozent bis Ende 1974 auf mehr als 12 Prozent. Ebenfalls verdreifachten sich die Preise für Gold, Kupfer und Öl.


"Trump Reality Show" und der Aktien-Crash!

Vor der Wahl waren noch viele Investoren besorgt. Es herrschte Nervosität - über die die schwache U.S. Wirtschaft und die Blasen im Finanzsystem. Seit der Wahl von Trump scheinen sämtliche Sorgen vergessen. Die Märkte geben ihm einen gewaltigen Vorschuss für Dinge, die er noch nicht einmal versucht hat, in Angriff zu nehmen. Spätestens dann, wenn Trump in der dritten Januar-Woche sein Amt antritt, werden wir anstatt der "Trump Honeymoon Show" die "Trump Reality Show" erleben. Dann wird sich zeigen, ob die Euphorie an den Aktienmärkten gerechtfertigt war oder nicht.

In der Regel endet die Honeymoon-Rallye bereits mit der Amtsantrittsrede des Präsidenten im Oval Office, also am 20. Januar. Spätestens dann, wenn klar wird, dass Trump nach der 100-Tage-Frist die hohen Erwartungen nicht erfüllt, könnten die Märkte ins Straucheln geraten. Das wäre Ende April/Anfang Mai.


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