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Gerald Celente: "Es gibt keinen sichereren Hafen als Gold"

17.02.2017  |   Mike Gleason
Mike Gleason: Ich habe heute die Ehre, Gerald Celente, den Herausgeber des renommierten Trends Journal, zum Interview begrüßen zu dürfen. Mr. Celente ist ein begehrter Gast in Nachrichtensendungen rund um den Globus und sagt nun schon seit mehr als 30 Jahren einige der größten und wichtigsten Trends vorher, bevor sie Wirklichkeit werden. Mr. Celente, willkommen zurück! Danke, dass Sie sich heute wieder einmal Zeit für uns nehmen.

Gerald Celente: Danke, Mike.


Mike Gleason: Unser letztes Gespräch fand in der Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA statt, Gerald. Also geben Sie uns doch gleich zu Beginn eine Einschätzung der ersten Wochen der Trump-Regierung im Weißen Haus. Haben Sie schon den ein oder anderen Trend im Blick, den Sie während der Amtszeit von Donald Trump für sehr wahrscheinlich halten?

Gerald Celente: Wie Sie wissen, hatten wir im Trends Journal vom Mai 2016 vorgesagt, das Trump die Wahl gewinnen wird. Die größte Überraschung war natürlich das Verhalten der Märkte. Die Wall Street war im Vorfeld sehr für Clinton eingenommen. Als das FBI am Wochenende vor der Wahl ankündigte, dass es ihre möglichen Vergehen, Missgeschicke und Fehltritte nicht weiter untersuchen wird, lagen die Kurse bei Börsenbeginn am Montag 371 Punkte im Plus, weil die Märkte mit einem Sieg Clintons rechneten. Und wir wissen ja, was in der Wahlnacht geschah, als sich abzeichnete, dass Donald Trump die Wahl für sich entscheiden würde. Die Dow-Jones-Futures sind mehr als 800 Punkte abgestürzt und der Goldpreis ist sprunghaft um 50 $ angestiegen.

Am nächsten Tag hat sich plötzlich alles geändert und hier stehen wir heute. Der NASDAQ, der Dow Jones und der S&P 500 sind alle auf neue Rekordhochs geklettert. Was hat diesem Umschwung bewirkt?

Das Hauptaugenmerk Amerikas liegt jetzt auf der Wirtschaft. Zuvor hatte man sich jahrelang auf die Politik konzentriert. Wir sind, wie wir oft betont haben, in politischer Hinsicht Atheisten. Wir beschreiben die Dinge so, wie sie sind, nicht wie wir sie uns wünschen würden. Es ist eben, wie es ist. Seitens der Wall Street und der Verbraucher gibt es viele positive Erwartungen an die neue Regierung. Das ist Fakt.

Der Kursgewinn des Dow Jones zwischen dem Wahltag und Neujahr war beispielsweise der größte seit der Wahl von Dwight D. Eisenhower im Jahr 1952. Die kleinen Unternehmen waren im Dezember so zuversichtlich, wie schon seit 1980 nicht mehr. Und wer wurde 1980 gewählt? Ronald Reagan. In den Jahren zuvor hatten die USA mit schweren Problemen zu kämpfen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Geiselnahme von Teheran und an die Stagflation.

Wir sind der Meinung, dass der Trend Ihr Freud ist, und dass man ihn so nehmen sollte, wie er ist. Wir glauben, dass die Trump-Regierung mit ihren Plänen zur Deregulierung der Wirtschaft positiv für die Unternehmen sein wird. Dabei geht es nicht darum, ob man das gut oder schlecht findet. Mit einigen der geplanten Maßnahmen bin ich ganz sicher nicht einverstanden, aber so ist es nun einmal. Insbesondere die Deregulierungen im Finanzsektor, aber auch die Steuererleichterungen und der Ausbau der Infrastruktur werden gut für die Wirtschaft sein. Natürlich auch die Arbeitsplätze, die in die USA zurückgeholt werden sollen. Das treibt die Märkte derzeit an.

Als wir prognostiziert hatten, dass Trump gewinnen würde, haben wir allerdings auch darauf hingewiesen, dass ein unvorhergesehenes Ereignis durchaus dazu führen könnte, dass er die Wahl verliert. Als Trendanalysten sagen wir immer, dass niemand die Zukunft vorhersehen kann. Es gibt Dinge, die man einfach nicht vorhersagen kann, und kaum etwas ist unberechenbarer als Donald Trump selbst. Mit dem, was er sagt und tut, kann er die Märkte steigen oder crashen lassen.


Mike Gleason: Eine Sache, über die Trump vom ersten Tag an gesprochen hat, war Amerika wieder groß zu machen, indem er die Fertigungsindustrie und die damit verbunden Arbeitsplätze wieder zurück ins Land holt. Wenn wir überlegen, was das für die Währungsmärkte bedeutet, drängt sich unweigerlich der Gedanke auf, dass die US-Notenbank Federal Reserve eine extrem akkommodierende Geldpolitik betreiben und die Zinsen niedrig lassen muss, denn mit einem starken Dollar wird es sehr schwer werden, die Herstellungsindustrie zum Laufen zu bringen. Es scheint, als würden billiges Geld, Inflation und Niedrigzinsen uns auch in Zukunft begleiten. Wie sehen Sie das, Gerald?

Gerald Celente: Die Fed sitzt in der Falle, denn wenn sich die Konjunktur weiter erholt, wenn es mehr finanzielle Wirtschaftsimpulse gibt, und wenn die Inflation zu steigen beginnt, muss die Notenbank die Zinsen anheben. So niedrig wie in den letzten Jahren war das Zinsniveau noch nie. So etwas haben wir in der gesamten Weltgeschichte nie zuvor erlebt. Es wird also eine Zinserhöhung geben, und dann werden wir sehen, wie die Dinge wirklich stehen.

Der Dollar gibt gerade ein klein wenig nach, aber sehen Sie sich nur an, was in China passiert. Trump liegt hier zu 100% falsch, wenn er China Währungsmanipulation vorwirft und sagt, das Land würde den Yuan bewusst abwerten, um die Exporte zu steigern. Die chinesischen Exporte sind eingebrochen. Der Yuan stürzt ab. China verzeichnet enorme Kapitalabflüsse, die nicht zu stoppen sind. Die chinesischen Devisenreserven schrumpfen. Sie sind schon sieben Monate in Folge gesunken und liegen mittlerweile unter dem wichtigen psychologischen Niveau von 3 Billionen Dollar.

Gleichzeitig bekommt Bitcoin Aufwind, weil die chinesische Bevölkerung sieht, dass ihre Währung an Wert verliert und deshalb die Safe-Haven-Assets Gold und Bitcoin kauft. Wir wissen nicht, wie sich Bitcoin in Zukunft entwickeln wird, weil die digitale Währung von Regierungen reguliert werden könnte. Aber Gold ist universell. Sein Preis hängt nicht nur von den Vereinigten Staaten ab.


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