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Eine Reihe von Fragen. Aber eine Antwort.

19.06.2012  |  Theodore Butler
Lesen Sie diesen Artikel aufmerksam. Ich werde zum ersten Mal zeigen, dass die US-Regierung JP Morgan grünes Licht zur Manipulation des Silbermarktes gegeben hat. Damit erklären sich auch die ganzen Schwindeleien am Silbermarkt. Dieser Umstand beantwortet alle offenen Fragen und macht deutlich, welch billiges und geschmackloses Spiel hier gespielt wird.

Der Skandal weitete sich erst kürzlich zu einer noch unverschämteren Affäre aus. Wie der Bank Participation Report vom Juni (Stand 5. Juni) zusammen mit den COT bestätigen, hat JP Morgan seine Silber-Short-Position in den vergangenen zwei Wochen um mindestens 5.000 Kontrakte erhöht. Das entspricht 25 Millionen Unzen Silber, was für zwei Wochen eine wahrhaft gewaltige Menge ist: Sie entspricht den gesamten in diesen zwei Wochen weltweit produzierten und verbrauchten Silbermengen. Meinen Berechnungen zufolge liegt die Short-Position am COMEX-Markt für Silber-Futures jetzt zwischen 16.000 und 17.000 Kontrakten. In den letzten zwei Wochen war JP Morgan damit der einzige Netto-Verkäufer von Silber-Short-Positionen unter den Commercials. Und das ist der deutlichste Beweis für Manipulation. Ein Markt, der von einem Käufer oder Verkäufer dominiert wird, ist die ultimative Definition von Manipulation.

Der Silberpreis wäre sogar gestiegen, hätte JP Morgan nicht zusätzliche 5.000 COMEX-Silberkontrakte in den vergangenen zwei Wochen leerverkauft. Warum? Hätte JP Morgan nicht verkauft, so hätte irgendjemand anderes anstelle der Bank verkaufen müssen. Und diese Verkäufer hätten einen höheren Preis verlangt. Die 16.500 Kontrakte JP Morgans entsprechen zudem der gesamten Netto-Short-Position, die von den Commercials insgesamt beim COMEX-Silber leerverkauft wurden. Mit anderen Worten: Würde JP Morgan keine Netto-Short-Position von 16.000 bis 17.000 Kontrakten an der COMEX halten, gäbe es überhaupt keine Netto-Short-Position der Commercials. Zusätzliche Beweise für eine Silber-Manipulation finden wir auch in den zwei Kurseinbrüchen des letzten Jahres, als der Silberkurs innerhalb nur weniger Tage um mehr als 30% gedrückt wurde, wovon JP Morgan mehr als alle anderen Trader am Markt profitierte.

Wie kann es sein, dass ich JP Morgan, die wohl mächtigste Bank der USA, des schwersten Marktverbrechens überhaupt bezichtigen kann und trotzdem keine Reaktion von ihnen bekomme? Eine objektive Betrachtung der letzten vier Jahre zeigt immerhin Folgendes: Nachdem ich JP Morgan öffentlich als den großen Silber-Short identifiziert hatte, wurde die Bank im Internet immer als der große Silber-Betrüger und -Manipulator genannt. Für die Vorstandsetage und das Management einer systemisch wichtigen Finanzinstitution ist die Rufpflege immer eines der wichtigsten Anliegen überhaupt. Warum habe ich von ihnen noch nie Drohungen erhalten?

Dieselbe Frage stellt sich auch mit Blick auf die CME Group - Eigentümer und Betreiber der COMEX, wo sich das Zentrum der Manipulation befindet. Der Vorwurf, die CME habe Beihilfe zur Silbermanipulation geleistet, ist ein schwerwiegender, weil der CME offiziell der Status einer sich selbst regulierenden und beaufsichtigenden Organisation (self-regulatory organization, SRO) zuerkannt wurde. Und das bedeutet auch, dass die CME Group per Gesetz verpflichtet ist, jeden Manipulationsversuch an ihren Märkten zu verhindern. Und wie JP Morgan ist auch die CME Group knallhart; wenn sie wollten, könnten sie entschieden gegen mich vorgehen. (Alle von mir verfassten Artikel und Kommentare werden auch an JP Morgan, die CME und die CFTC geschickt!)

Anders als JP Morgan und die CME Group hüllt sich die Commoditiy Futures Trading Commission (CFTC) zumindest nicht völlig in Schweigen. Die CFTC regierte auf die (von mir angestoßenen) Silbermanipulationsvorwürfe über die Jahre mit einer Reihe von Überprüfungen und Untersuchungen; dazu zählt auch eine laufende Untersuchung des Silbermarktes durch die Vollzugsabteilung der Kommission, die sich jetzt der 4-Jahre-Marke annähert. Die Vorwürfe bezüglich einer Manipulation des Silbermarktes waren auch immer glaubwürdig, weil sie sich 1.) auf Daten stützen, die die Behörde selbst herausgegeben hatte und 2.) auch im gemessen daran, wie entschieden die Kommission bei früheren Konzentrationsproblemen reagiert hatte. Zumindest musste sich die CFTC mit den Petitionen beschäftigen, um nach außen zu vermitteln, dass sie ihrer Sorgfaltspflicht nachkommt. Immerhin hatte diese Behörde über Jahre hinweg immer wieder tausende von Petitionen besorgter Silberinvestoren empfangen, die sich zu diesem Thema äußerten.

Mit Blick auf die Silbermanipulation ließ die Kommission den Reden aber nie Taten folgen. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie oft ich mich schon gefragt habe "Warum können diese Aufsichtsbehörden das denn nicht erkennen?“, gerade wenn ich erneut einen unbestreitbaren Beweis für die Silbermanipulation geliefert hatte. Warum führt die Kommission eine teure, offizielle Untersuchung des Silbersektors überhaupt durch, wenn sie doch nur eines erklären muss: "Warum manipuliert eine US-Bank nicht automatisch den Silberkurs, wenn sie eine Leerverkaufsposition hält, die 25 % bis 30 % des Papiermarktes und des physischen Weltmarktes entspricht.“

Bis heute bin ich verblüfft und ratlos, wie CFTC-Chef Gary Gensler das Evangelium wahrer aussichtbehördlicher Reformen hinsichtlich Transparenz, Positionsobergrenzen und Konzentrationsverhinderung predigen kann, während er die klare Indizienlage mit Blick auf die Manipulation im Silbersektor ganz einfach ignoriert. Das Versagen Genslers und seiner Behörde, die es nicht schaffen, die deutlich sichtbare Silbermanipulation zu beenden, hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun, dass das Wesen der Silbermanipulation hier nicht verstanden wurde. Ich eine Weile gebraucht, um das zu begreifen, aber besser zu spät als nie.




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