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Der wahrscheinlichste Auslöser des kommenden Großen Crashs

22.06.2017  |  Andrew Hoffman
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Im Jahr 2013 schrieb ich einen Artikel über das "Kopf-an-Kopf-Rennen" zwischen den potentiellen Auslösern des großen Crashs und nannte damals Griechenland und Indien. Ersteres aufgrund des Zusammenbruchs der griechischen Wirtschaft, die sich heute, vier Jahre später, in einem noch schlechteren Zustand befindet, und zweiteres aufgrund der drakonischen Edelmetallzölle, die damals eingeführt wurden, obwohl die Bevölkerung des Landes Gold und Silber liebt und die indische Rupie auf ein neues Allzeittief gefallen war.

Heute ist der Währungskurs nur unwesentlich höher und Indien wurde durch die Bargeldreform des despotischen Premierministers Narendra Modi ins monetäre Chaos gestürzt. Das ist wohl auch einer der Gründe für den sprunghaften Anstieg der indischen Goldnachfrage und die Tatsache, dass auf dem asiatischen Subkontinent rund 10% des gesamten Bitcoin-Handels stattfinden.

Obwohl bislang noch keines der beiden Länder die nächste große Krise herbeigeführt hat, sind sie heute wahrscheinlich deutlich näher daran als noch vor vier Jahren. Ohne die Marktmanipulationen historischen Ausmaßes, die eines Tages zwangsläufig in einem Desaster enden werden, hätten Griechenland, Indien und vielleicht ein Dutzend anderer "grauer Schwäne" den Großen Crash womöglich schon längst ausgelöst.

Doch kommen wir wieder zurück ins Jahr 2017 und in eine Welt, in der es viel mehr potentielle Katalysatoren gibt, weil die Weltwirtschaft in einer deutlich schlechteren Verfassung ist als 2013, das Schuldenproblem mit Worten kaum noch zu beschreiben ist und die politischen Kämpfe, sozialen Unruhen und geopolitischen Spannungen mittlerweile ein seit dem Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr gesehenes Ausmaß angenommen haben. Zudem ist die aktuelle, globale Wertzerstörung der Währungen in der Geschichte der Menschheit einzigartig. Es gibt ganz einfach zu viele ernste Probleme, als dass man sie alle ansprechen könnte.

Die immer gefährlicher werdende Situation in dem erwähnten geopolitischen Krisenherd ist nun jedoch an die erste Stelle der Ereignisse gerückt, die in meinen Augen die kommende Krise auslösen könnten. Im Zuge dieser Krise würde dann auch endlich das Goldkartell zerschlagen, das die Bergbauindustrie mit seinen Versuchen, den Crash so lange wie möglich aufzuschieben, an den Rand des Ruins getrieben hat. Anschließend wird es zu der unvermeidlichen Preisexplosion im Edelmetallsektor kommen, die praktisch eine mathematische Gewissheit ist. Betrachten Sie den steilen Aufstieg der Kryptowährungen als zukunftsweisendes Beispiel.

Der Welt wird nach und nach bewusst, dass das Ende des größten und zerstörerischsten Fiat-Ponzi-Systems der Geschichte bevorsteht. Im nächsten Schritt werden die Menschen erkennen, dass die ältesten Wertspeicher, die alle Zeiten überdauerten, so gefragt sein werden wie noch nie, wenn das Chaos schließlich über uns hereinbricht - und das zu einer Zeit, in der die Weltbevölkerung größer ist als je zuvor, während das Angebot an Gold, Silber und Platin im Verhältnis zur gedruckten Geldmenge niedriger ist als jemals zuvor.

Griechenland, Indien und zahlreiche andere Staaten - nicht zuletzt auch die USA mit ihrem wirtschaftlichen Niedergang, der sich anbahnenden Krise aufgrund der Schuldenobergrenze und einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump - könnten kurzfristig die größte Bedrohung für das Fiatwährungssystem darstellen. Mein "Favorit" ist dennoch der Nahe Osten, genauer gesagt Saudi-Arabien.

Seit der "Bodenbildung" der Ölpreise vor eineinhalb Jahren bei 27 $ je Barrel habe ich die unverhohlenen Bemühungen kritisiert, den Ölpreis vor der dem Hintergrund der größten Rohölschwemme der Geschichte künstlich zu unterstützen. An dieser Ölflut hat sich übrigens auch nach sechs Monaten der "Produktionskürzungen" nichts geändert. Die Rohölproduktion der OPEC-Länder hat trotz der angeblichen Reduktion der Fördermengen im letzten Monat ein Hoch erreicht, weil Länder wie der Iran, Nigeria und Libyen, die von der Vereinbarung ausgenommen sind, ihre Produktion ausgeweitet haben.

Aber auch die Ölförderung der Nicht-OPEC-Staaten stieg sprunghaft an, vor allem in den USA. Das offensichtliche Problem, das dabei ignoriert wird, ist die Nachfrage. Diese war zuletzt gesunken und wird wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten weiter zurückgehen, während eine Zeit anbricht, die im Nachhinein vielleicht als "Größte Depression" traurige Berühmtheit erlangen wird.

Ich habe schon mehrfach erklärt, dass meiner Meinung nach im letzten Jahr aus der Not heraus ein "Plunge Protection Team" für den Ölmarkt geschaffen wurde, um den Kurs an den Terminbörsen durch den Kauf von Rohöl-Futures und durch Partnerschaften mit den großen Hedgefonds zu stützen. Einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag leistete selbstverständlich auch die übliche Propaganda, in deren Rahmen unentwegt positive Neuigkeiten verkündet wurden, an denen sich wiederum die Algorithmen der Trader orientieren - auch wenn sich diese Nachrichten nie in den erschreckenden Angebots- und Nachfragedaten widerspiegelten.


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