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Der wahrscheinlichste Auslöser des kommenden Großen Crashs

22.06.2017  |  Andrew Hoffman
- Seite 3 -
Ja, ich denke, dass es ein Plunge Protection Team der Ölmärkte gibt, doch dieses versagt nun offenbar. Abzulesen ist das am freien Fall der Preise, obwohl der Zeitrahmen der Produktionskürzungen verlängert wurde. Doch die Angebots- und Nachfragedaten haben sich kontinuierlich und dramatisch verschlechtert. Daraufhin kapitulierten nun auch die Hedgefonds, die am Rohölmarkt noch vor zwei Monaten Long-Positionen in Rekordhöhe hielten.

Wenn Sie meine Artikel schon seit längerer Zeit lesen, wissen Sie das natürlich. Dann wissen Sie auch, dass ich zunehmend davon überzeugt bin, dass das Plunge Protection Team des Ölmarktes genauso wie das Goldkartell von der US-Regierung gelenkt wird. Im Falle des Goldkartells geht es in erster Linie darum, die Hauptkonkurrenz zum Dollar auszuschalten, dessen Vorherrschaft an den Finanzmärkten langsam schwindet, und der mittlerweile zusätzlich auch von anderer Seite attackiert wird - von den Kryptowährungen, allen voran Bitcoin.

Aufgabe der Manipulatoren an den Ölmärkten ist es dagegen, nicht nur tausende von überschuldeten Öl- und Gasunternehmen vor der Insolvenz zu bewahren, sondern auch den einzigen Verbündeten der Vereinigten Staaten im Nahen Osten zu schützen - Saudi-Arabien. Das Land befindet sich in einer wenig beneidenswerten finanziellen Lage und es besteht die Gefahr, dass die Regierung von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung überrannt wird, die auf den "Schutz" Amerikas gut verzichten kann.

Wenn es Saudi-Arabien nicht gelingt, 5% seines Ölkonzerns Saudi Aramco für den absurd hoch angesetzten Wert von 100 Milliarden $ an die Börse zu bringen - und das halte ich für äußerst unwahrscheinlich - könnte dem Königreich der Kollaps drohen, falls sich die Ölpreise nicht wieder von ihrem aktuellen 10-Monatstief bei 42,75 $ je Barrel erholen. Ganz zu schweigen davon, was passiert, wenn sich meine Prognosen bewahrheiten und der Kurs auf 30 $ sinkt. Schließlich steht nicht nur der Ölpreis unter Druck, sondern alle Rohstoffmärkte.

Diese Deflation hat zur Folge, dass die Zentralbanken rund um den Globus heute mehr Geld drucken als je zuvor. Die "Straffung" der Geldpolitik durch die Federal Reserve in den USA wirkt vor diesem Hintergrund noch lächerlicher und wird wohl ohnehin bald wieder aufgegeben. Wenn der Rohstoffindex CRB sein Tief vom Februar 2016 unterschreitet, gibt es nichts, was die Notenbanken tun können, um die Welle der Deflation zu stoppen. Da werden auch die Nullzinspolitik, die Negativzinsen und die vierte Runde der quantitativen Lockerungen nicht helfen, auf die die Fed in ihrer Verzweiflung fraglos zurückgreifen wird.

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Das Goldkartell hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um die Hegemonie des Dollars zu verlängern, einschließlich des (teilweisen) Verkaufs der US-Goldbestände in Fort Knox und West Point. Würde auch das Plunge Protection Team der Ölmärkte alles in seiner macht Stehende tun, um dieses Ziel zu erreichen? Darauf können Sie wetten. Doch erst seit einigen Wochen - "zufällig", als der Ölpreis die rote Linie von 50 $ je Barrel unterschritt - zeichnet sich ab, dass man womöglich auch vor dem Auslösen eines Krieges im Nahen Osten nicht zurückschrecken würde. Damit meine ich einen Krieg, bei dem auch Ölfelder ins Visier geraten.

Erst gestern wurde zufällig ein iranischer Terrorangriff auf ein saudi-arabisches Ölfeld vereitelt. Die geschah zufällig nur zwei Wochen nach dem Treffen zwischen Donald Trump und der saudischen Regierungen und eine Woche nach dem ersten Terroranschlag auf iranischem Boden - den die Regierung des Landes natürlich prompt Saudi-Arabien anlastete. Dazu kommt noch die Tatsache, dass Trump den Iran gegenüber der arabischen Führungsriege als ernste Bedrohung bezeichnet hat, was sein Außenminister Rex Tillerson gestern wiederholte.

Angesichts all dieser Zufälle ist es schwer zu glauben, dass sich hier keine Krise anbahnt. Hatte ich übrigens schon erwähnt, dass Saudi-Arabien kürzlich in offenen Konflikt mit Katar getreten ist, weil der kleine Goldstaat den "Terrorismus unterstützt"? Viel wahrscheinlicher ist, dass die größte Sünde des Landes darin besteht, sich das weltweit größte Erdgasvorkommen mit dem Iran zu teilen.

Dazu kommt noch die Eskalation der US-amerikanischen Militäroperationen in Syrien, mit denen sich die Vereinigten Staaten offen gegen den Iran und die Interessen seiner wichtigsten Verbündeten Russland und China stellen. Außerdem sollen bis zu 20.000 neue US-Soldaten nach Afghanistan entsandt werden. Die Kriegstreiberei, die Trump im Nahen Osten - und in Nordkorea - an den Tag legt, ist wahrlich nicht zu übersehen.

Ich kann keine der in diesem Artikel aufgestellten Behauptungen beweisen, doch es fällt mir schwer zu glauben, dass Amerika nicht auf eine Eskalation der Spannungen im Nahen Osten aus ist. Diese wäre zufällig auch im besten Interesse Saudi-Arabiens, das wiederum zufällig die letzte Hoffnung des sterbenden Petrodollar-Standards ist. Wenn ich mit meinen Theorien auch nur ansatzweise richtig liege, steuert die Welt - und das Goldkartell - geradewegs auf eine potentiell katastrophale Verkettung der Ereignisse zu.


© Andrew Hoffman
http://blog.milesfranklin.com


Der Artikel wurde am 20. Juni 2017 auf www.milesfranklin.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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