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Anleihe-Blase: Die tickende $-Billionen-Zeitbombe!

28.08.2019  |  Uli Pfauntsch
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Blanque sagt, dass das "Market Making", wo Finanzinstitute Preise stellen, zu denen sie bereit sind zu kaufen oder zu verkaufen, praktisch von der Klippe gestürzt ist. Grund ist, dass nach der letzten Finanzkrise die Aufsichtsbehörden im Rahmen ihrer makroprudenziellen Pflichten die Investmentbanken gezwungen haben, ihre Bilanzen zu stärken, was wiederum die Kapitalmenge verringert hat, die diese Institute an den Wertpapiermärkten gebunden haben, was zu einem schleichenden Liquiditätsengpass beim Market Making geführt hat.

"Die Banken sind weniger riskant, doch auf der Gegenseite wird ein systemisches Problem erzeugt", so Blanque.

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Die US-Bonds-Funds haben sich seit 2010 verdoppelt. Jährlich geben US-Unternehmen neue Anleihe-Schulden über 1,5 Billionen Dollar aus.


Wenn das Kino Feuer fängt!

Sobald Investoren erhebliche Verluste in den Investments des Fonds erkennen, werden diese sofort zum "Ausgang rennen", um als erste ihre Anteile zurückzugeben.

Kommt es zum "Bank Run", ist der Vermögensverwalter gezwungen, Wertpapiere ohne Rücksicht auf Verluste auf den Markt zu werfen, um die Rücknahmen auszugleichen. Aufgrund der Tatsache, dass die Market-Maker - anders als in der Vergangenheit - praktisch bedeutungslos geworden sind, fehlt bei illiquiden Wertpapieren der nötige Puffer auf der Kaufseite. Die Fondsmanager haben nicht mehr ausreichend Cash, um die Investoren auszuzahlen. Es gelingt nicht mehr länger, die Depotstruktur des Fonds aufrechtzuerhalten, ohne die Marktpreise zu zerstören.

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Die Deutsche Bank beschreibt die Illusion der Liquidität, die in einen Teufelskreislauf aus Bankrotten, Mittelabflüssen, Notverkäufen und Liquiditätsengpässen mündet. Die "heilige Kuh" für die Branche ist das Risiko, dass Investoren jederzeit ihr Geld zurückfordern könnten.

"Es ist eine Bombe, da das Risiko einer Liquiditäts-Diskrepanz besteht“, warnt Blanque. "Wir wissen nicht, ob das, was heute verkauft werden kann, auch noch in sechs Monaten verkauft werden kann."

Das ist nicht das Einzige, was wir nicht wissen. "Wir kennen die Übertragungswege nicht, wir wissen nicht, wie sich die Akteure verhalten werden. Es ist Neuland."


Albtraum der Notenbanker

Und genau aus diesem Grund können die Zentralbanken im Grunde niemals wieder zulassen, dass die Preise für Risikoaktiva fallen: Die Alternative besteht darin, nicht einen, zwei oder hundert Fonds auszusetzen, sondern den Handel im gesamten Markt anzuhalten. Denn wenn alle beginnen zu verkaufen, und die Preisfindung auf einen Markt trifft, der über das letzte Jahrzehnt von Notenbanken dominiert wurde, könnten mehrere Generationen von Tradern und Investoren, die ohne Preisfindung aufgewachsen sind, schockiert sein, wenn sich die fairen Marktpreise zeigen.

Kurzum, zu glauben, dass man im Anleihemarkt den "Sicheren Hafen" findet, wird sich als fataler Irrtum erweisen. Die Gefahr liegt in der unzureichenden Liqudität. Sobald die Anleger erkennen, in eine Blase investiert zu haben, und ihr Kapital gleichzeitig abziehen, drohen beispiellose Verluste. Insbesondere Institutionen wie Pensionsfonds, Staatsfonds, Versicherungen und Publikumsfonds werden stark betroffen sein.

Mein Rat: Meiden Sie sämtliche Anlage-Vehikel, die im Anleihe-Markt engagiert sind und schichten Sie stattdessen in Gold, Goldaktien und andere Sachwerte um.


© Uli Pfauntsch
www.companymaker.de



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