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Fed vertieft Geldmarkt-Verständnis

07.02.2020  |  Mack & Weise
US-Notenbank:

Im Januar verkündete die Fed, ihre Repo-Operationen und Staatsanleihekäufe zur Stabilisierung des im September 2019 plötzlich in die Krise gerutschten US-Geldmarktes bis ins 2. Quartal 2020 hinein aufrechterhalten zu wollen. Statt in diesem Kontext nun endlich die Gründe der Liquiditätskrise zu benennen, erwähnte der Chef der US-Notenbank Powell nur, dass man in der Fed nun "die Repo-Krise von September eingehend analysiert und das Verständnis der Vorgänge im Geldmarkt vertieft hat"!?

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Angesichts der existenziellen Bedeutung des US-Geldmarktes für das Funktionieren des Weltfinanzsystems ist diese Aussage mehr als besorgniserregend, heißt dieses doch, dass selbst die Fed die tieferen Ursachen für die Liquiditätskrise samt Hochschnellen der Kurzfrist-Zinsen auf 10 % bis heute nicht wirklich verstanden zu haben scheint.

Die Verständnisprobleme der Fed könnten durchaus aus dem »black hole«-Derivate-Universum herrühren, wo sich der tägliche (!) Umsatz von hochkomplexen OTC-Zinswetten zwischen 2016 bis 2019 - mit Schwerpunkt im kurzfristigen USD-Bereich - aus unerfindlichen Gründen auf 6.200 Mrd. USD nahezu verdreifacht hat. Angesichts dessen dürfte eine Lösung der US-Interbankenmarkt-Krise nicht, wie von Powell suggeriert, einfach über eine Neuregulierung der Liquiditätshaltung der US-Banken erreichbar sein, solange die Märkte von einem unregulierbaren, insgesamt 524.000 Mrd. USD schweren OTC-Zinswetten-Casinos dominiert werden.

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