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Rohöl: WTI-Future mit niedriger Volatilität und fallenden Umsätzen

03.08.2020  |  Björn Heidkamp
Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Rohöl-Futures von 2006 bis heute, bei Kursen von 40,27 USD/Barrel. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Rohöl Futures für jeden Monat ab.

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Erholung auf den "Corona-Crash"

Am 21. April stürzte der WTI-Future erstmals in der Geschichte auf ein negatives Niveau. Das Zusammentreffen zwischen weltweiten Corona Lockdowns, Uneinigkeiten der OPEC und Verfallstermin lösten den dramatischen Absturz des Rohöls aus. Kurzeitig fiel der Kurs des Mai-Kontrakts in den negativen Bereich auf -40,32! Die darauf folgende Aufwärtsbewegung ist aus der langfristigen Perspektive des Monatscharts als Erholung auf diese starken Kursverluste einzustufen. Das aktuelle Bewegungshoch dieses mittelfristigen Aufwärtstrends wurde am 21. Juli bei 42,40 erreicht.


Widerstandsbollwerk wiederholt getestet

Mit dem Hoch der gegenwärtigen mittelfristigen Aufwärtsbewegung ist der WTI-Future zum wiederholten Mal bei dem Widerstandsbereich höchster Qualität angekommen: Resultierend aus wichtigen Marktwendepunkten aus dem August 2016 und dem Dezember 2018, sind die ehemaligen Unterstützungen zwischen 39 und 42,30 zu jetzigen Widerständen geworden.

Seit Juni erreicht Rohöl innerhalb des angegebenen Widerstandsbands zwar knapp höhere Hochs, die Dynamik der Erholungsbewegung hat allerdings stark nachgelassen, so dass die letzten Wochen eher konsolidierungsartig abgelaufen sind. Positiv zu beurteilen ist jedoch die Tatsache das der WTI-Future bis dato von diesen starken Widerständen trotz verbrauchtem Momentums niemals stark zurückgefallen ist.


WTI-Future mit niedrigster Volatilität der letzten 21 Monate

Die Handelsspanne des Rohöls engt sich zunehmend ein. Mit einer Schwankungsbreite von knapp 3,68US$ weist der WTI-Future im Juli die niedrigste Volatilität der letzten 21 Monate auf. Dies deutet auf eine anstehende dynamische Bewegung. Weiter ist ein Rückgang der Handelsaktivitäten der Marktteilnehmer in Form von sinkenden Umsätzen zu beobachten.

Das besondere an der Volatilität ist, dass sie noch zyklischer verläuft als die Kursbewegung selber. Im Regelfall folgt die "Vola" ihrer eingeschlagenen Richtung weiter, bis sie einen kritischen Wert erreicht. Dann kommt es zu einer Umkehr und somit zu einer starken Zunahme ("Explosion"). In einer Vielzahl der Fälle werden die Kurse dieser Explosion folgen und in die gleiche Richtung des Ausbruchs tendieren.

Die Kombination aus "21er Volabar" und einem Umsatzrückgang konnten in der Historie zuverlässige Hinweise geben, dass es zu einer Umkehr und somit zu einer Ausweitung der Volatilität und infolgedessen zu starken Kursbewegungen gekommen ist.

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Fazit:

Aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts befindet sich der WTI-Future immer noch in einem klaren Abwärtstrend. Die starke Erholungsbewegung der letzten Wochen und insbesondere das "Verharren" um den starken Widerstandsbereich erhöhen die Chance für die Bullen auf die Möglichkeit einer langfristigen unteren Umkehrformation. Dafür bedarf es jedoch mindestens einen Rücksetzer.

Der seit Ende April laufende Aufwärtsimpuls ist als Erholungsbewegung auf die extremen Kursverluste der "Corona-Wochen" zu werten. Dank der ruhigen konsolidierungsartigen Vorwochen hat sich das kurzfristig überkaufte Niveau etwas abbauen können. Durch die Phase der niedrigen Schwankungsbreite aus dem Juli werden viele Marktteilnehmer die Stopp-Orders an das aktuelle Marktgeschehen heranziehen und unmittelbar in der Nähe von klar zu definierender Handelsmarken platzieren.

Insbesondere bei Kursen klar unter dem Monatstief und der 50-Tage-Linie (nicht eingezeichnet) bei 38,72, ist eine Beschleunigung der Abwärtsdynamik in Richtung 30 bis 26 wahrscheinlich. Dort befindet sich die starke Unterstützung resultierend aus dem Pivotpunkt aus dem Februar 2016. Maximal sollte der WTI-Future jedoch nicht unter 23 fallen, damit die Bullen die Chance auf eine langfristige untere Umkehrformation aufrecht erhalten können.

Steigt Rohöl über das Bewegungshoch und die 200-Tage-Linie bei 42,80 ist mit einer Fortsetzung des aktuellen Aufwärtsimpulses zu rechnen. Der nächsthöhere stärkere Widerstandsbereich liegt im Bereich zwischen 48 und 52. Insgesamt ist dem erstgenannten Szenario die größere Wahrscheinlichkeit zuzurechnen.


© Björn Heidkamp
www.kagels-trading.de


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