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Warum Finanzplaner bei meinem Portfolio aufschreien

25.12.2020  |  Jeff Clark
Der Ausdruck im Gesicht des Brokers war unbezahlbar. Er versuchte stoisch zu bleiben, doch ich konnte den kurzen Schock in seinem Gesicht erkennen. Ebenso wie ein verwirrter Blick, der signalisierte, dass er sich in seiner akademischen Abstammung angegriffen fühlte. Er überprüfte mein Investmentportfolio. Er war tatsächlich überrascht - doch was er als nächstes sagte, überraschte mich nicht sonderlich. "Sie nehmen zu viel Risiko in Kauf. Physisches Gold? Was soll das bringen?" Dutzende Gegenbemerkungen schwirrten mir im Kopf umher, doch ich schwieg. Was würde eine Erklärung in Anbetracht seiner Unwissenheit bringen?

Es war das Jahr 2005 und ich hatte Gold- und Silberbullionmünzen erworben, sowie etwas mehr davon geerbt, also machten sie zu dieser Zeit einen großen Teil meines Portfolios aus. Ich besaß ebenso einige Aktien, doch wie andere Investoren war ich von der Immobilienblase, der Verwundbarkeit des Aktienmarktes und den zunehmenden Staats- und Verbraucherschulden beunruhigt. Es schien Zeit, in die Defensive zu gehen - vor allem angesichts vieler aufgeregter Investoren - also reduzierte ich deren Anteil in meinem Portfolio dementsprechend.

Der Broker widersprach dem natürlich; sicherlich aufgrund der Tatsache, dass er wenig bis gar keine Kommission mit Gold verdiente. Sein Einkommen basierte auf dem Verkauf von Aktien- und Anleiheinvestitionen, also sollten wir nicht sonderlich überrascht darüber sein, dass es genau das war, was er empfahl. Hier ist also, was seit dem Treffen im Dezember 2005 passierte; eine Gegenüberstellung seiner Aktien- und Anleiheempfehlung vs. Gold und Silber, auf die ich mich stattdessen fokussierte.

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Meine persönliche Ansammlung von Gold- und Silberbullion hat jede Kombination des S&P 500 und der 10-Jahresstaatsanleihe (einschließlich deren Dividende) in den vergangenen 15 Jahren übertroffen. Mit weniger Risiko. Und keinen Dividenden. (Ich denke, dass ich an dieser Stelle sagen kann: "Das ist es, was mir Gold bringt.")

Die Portfolios seiner Klienten gingen einige Jahre später in die Luft. Ja, Gold- und Silberpreis litten im Meltdown von 2008 ebenfalls temporär, doch das war größtenteils ein Liquiditätsereignis... weil so viele Investoren Long gegenüber Aktien positioniert waren, dass sie dazu gezwungen waren, einige Goldbestände zu liquidieren, um ihre Positionen zu decken. Gold kehrte sich praktisch in dem Monat nach dem Markt-Meltdown um, als die Investoren zu sicheren Häfen flüchteten.

Die Aktien brauchten etwas länger und viele Anleihen hörten zeitgleich mit dem Einbruch ihrer Preise auf, Dividenden zu zahlen. Fazit ist, dass Gold Aktien und Anleihen in den vergangenen 15 Jahren übertroffen hat. Tatsächlich noch länger, wie empirische Recherchen zeigen. Doch wie sieht es mit der Zukunft aus? Sind Gold und Silber noch immer ein großer Teil meines Portfolios?


Gold & Silber heute: Defensive und Offensive

Unsere Leserschaft weiß genau, dass Gold neben echtem Geld auch eine exzellente Absicherung ist. Doch dies sind Gründe, immer etwas Gold zu halten. Grund dafür, heutzutage in Gold übergewichtet zu sein - nun, das ist dem derzeitigen Zeitpunkt und insbesondere den massiven, unbezahlbaren fiskal- und geldpolitischen Schieflagen zu verdanken. Mike Maloney hat viele Jahre und Bargeld damit zugebracht, diese geldpolitischen Schieflagen zu analysieren und wie ihre unausweichliche Korrektur zu steigenden Gold- und Silberpreisen führen wird. Für mich kommt es hierauf an:
  • Risiko umgibt uns. Nicht nur Aktien und Immobilen, sondern Schulden, Defizite und negative Realzinsen und all die Probleme, die sie verursachen. Und was ist mit anderen Risiken, über die niemand zu sprechen scheint - beispielsweise die Wahrscheinlichkeit, dass Rentenfonds in die Luft gehen?

  • Geldpolitische Verwässerung ist offensichtlich eine Strategie, die Fed und die meisten Zentralbanker verwenden werden. Während Defizitausgaben der Politiker Rekordniveaus erreichen, die historisch Inflation verursachen. Denken Sie, dass Regierungen allzu bald Sparsamkeit anwenden werden? Wenn nicht, dann bedeutet das, Währungen werden mehr und mehr Kaufkraft verlieren, während Gold diese schützt und wahrscheinlich verstärkt.

  • Das aktuelle Währungssystem ist nicht nachhaltig. Meiner Meinung nach ändert sich die aktuelle Situation nicht wirklich, bis es nicht zu einer Währungskrise kam, die eine Art neues Dollarsystem erzwingt. Bis das der Fall ist, werde ich übergewichtet in Gold und Silber bleiben.

  • Außerdem ist es wahrscheinlich, dass Aktien über die nächsten 12 Jahre, vor allem auf realer Basis, so gut wie gar nichts abwerfen werden, wie erfolgreicher Hedgefondsmanager John Hussman meint.


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