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Politisiertes Geld und der Tod des Kapitalismus

06.06.2022  |  Matt Piepenburg
Es ist weder ein Geheimnis noch eine große Überraschung, dass unser persönliches Vertrauen in Fiat-Geld (allgemein) und (speziell) Zentralbanker, die dieses Geld entwertet und den Tod des Kapitalismus herbeigeführt haben, alles andere als tragfähig oder robust ist. Im Gegenteil: Unser Erstaunen angesichts unverkennbarer Misswirtschaft bei den globalen Währungen allgemein sowie der Weltreservewährung (USD) im Besonderen wächst mit jedem Tag.

Tatsache ist: Möchte man die lange Abfolge absurder Irrtümer sowie das gescheiterte Experiment politisierter Zentralbanken umfassend und detailliert beschreiben - insbesondere ihren Versuch, eine Schuldenkrise (300 Bill. $ Tendenz steigend) durch neue Schulden (welche dann per Mausklick monetisiert werden) zu lösen -, so bräuchte es mehr als einen Artikel. Es bräuchte ein ganzes Buch.

Aus diesem Grund haben wir kürzlich Gold Matters veröffentlicht.

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Nur weil Zentralbanker verzweifelt sind, politisch handeln, mit gespaltener Zunge reden und direkt dafür verantwortlich sind, dass globalen Währungen, Märkte und manipulierte Bankensysteme auf einen historisch beispiellosen Abgrund zutreiben (und letztlich dort hinein), heißt das noch nicht, dass Zentralbanker ansonsten nicht "clever" wären. Und deswegen werden sie auf kurze Sicht "was immer auch notwendig ist" tun, um den fatalen Absturz des globalen Finanzsystems, den allein sie auf den Weg gebracht hatten, hinauszuzögern.

Wie üblich ist im Handbuch der Zentralbanken in erster Linie von künstlichen und zentralisierten Kontrollen die Rede, nicht aber von natürlichen Angebot-Nachfrage-Kräften oder ehrlicher Preisfindung an freien Märkten.

Überhaupt: Wer braucht noch ehrlichen Kapitalismus, wenn dessen Tod längst durch manipulierte Bankensysteme und Mausklick-Geld eingeläutet ist? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass der Tod des echten Kapitalismus schon vor langer Zeit eingetreten ist, und dass Leute wie Greenspan und Draghi an seinem Grab stehen.


Alles ist politisiert - so auch der USD

Die komisch wirkende Politisierung der Wissenschaft, die wir im Kontext der COVID-Hysterie (COVID-Debakel) erleben konnten, unterscheidet sich im Grunde nicht von der unentschuldbaren Politisierung (sprich "Waffenfähigmachung") des Finanzwesens, die kürzlich beim Sanktionsdebakel im Ukrainekontext zu beobachten war.

So überrascht es schon nicht mehr, dass die Zentralbanken nicht ansatzweise unabhängig sind, sondern selbst nur noch politische Laborschalen, aus denen immer mehr Kommandowirtschaftskeime entweichen, die die Weltmärkte, globale Politik aber auch individuelle Lebensführung kontaminieren.

Der Weg von/zwischen Zentralbankenwesen und zentral gesteuerter Politik ist kurz und schmutzig, wie Mario Draghis kurzer Amtshopser von Chefposten der EZB zum Premierminister Italiens demonstriert - oder Yellens ebenso kurzer Schritt vom US-Notenbankvorstand zur US-Finanzministerin. Auch hier in Frankreich ist es eben kein Zufall, dass Christine Lagarde vom Chefposten beim IWF zum höchsten EZB-Amt wechselte.

Kurz: Alles, auch das Geld, dient eher politischem Eigennutz als ökonomisch freien Märkten. Der Kapitalismus ist tot. Die Menschen in den Behörden, die Ihnen "Schutz gewähren" sollen, sind in erster Linie an ihren Positionen und am Machterhalt interessiert.

Auch das ist wohl kein Schocker.


Yellen: Dreist oder nur Dement?

Was nun Yellen angeht … sie ist sicherlich eine politische Kämpfertype und furchtlose Anhängerin ungehemmter Keynesianer, sie ist allerdings auch ein schlauer Fuchs, der den monetären Hühnerstall bewacht, wo die einstige Währung des Vertrauens (bekannt als USD) zu Hause ist und auch die einst respektierten US-Schuldscheine (bekannt als UST).

Doch leider gehen selbst Füchse einmal in die Falle.


"Kommt in den brennenden Markt" - Einladung ans Auslandskapital

Da die extreme Überbewertung bei Risikoanlagen (d.h. Aktien, Anleihen und Immobilien) überhaupt nicht mehr zu leugnen ist und das Vertrauen in den immer stärker aufgeblähten (d.h. entwerteten/ diskreditierten) USD eindeutig schwächer wird, sitzen die Menschen, die hinter dem USD stehen (d.h. Yellen), in der Falle.

Und jetzt wird man auf Zeit spielen und alle politischen Tricks und zentralstaatlichen Befugnisse einsetzen, um die Krise in den Bereichen Schulden, Währung, Soziales und Politik aufzuschieben - eine Krise, die man ganz allein hervorgebracht hat, und zwar schon viele Jahre bevor COVID oder Putin zu den angesagten Sündenböcken für die eigenen monetären und fiskalischen Notstände avancierten.

Zu diesem Zweck hat Yellen neuerdings an folgendem (verzweifeltem) Trick gebastelt: Es ist der bewusste und zentral gesteuerte Versuch, den USD Index (DXY) mittels Zinserhöhungen auf 110 Punkte (oder darüber) zu bringen, damit mehr ausländisches (d.h. abgewertetes) Geld in die gefährlichen Arme einer ohnehin grotesk aufgeblähten, überbewerteten, volatilen und risikogesättigten US-Aktienmarktblase getrieben werden kann.

Kurz: Um einen Crash am US-Aktienmarkt "abzuwenden" (ausgelöst durch strengere US-Geldpolitik im Kontext eines schuldenprallen/ angeschlagenen Aktienmarkts), kommt die ehemalige Fed-Chefin jetzt mit der Lösung daher, mehr ausländisches Geld in ein brennendes US-Theater zu locken, in dem es verschwindend wenige Ausgangstüren (sprich Liquidität) gibt.

Wie clever ist das denn? Und wie verzweifelt!

Im Endeffekt politisiert Yellen den USD, um ausländisches Kapital in miese US-Wertpapiere hinein zu nötigen/ drängen/ locken (und aus sicheren globalen Rohstoffen heraus), damit Uncle Sams Marktblase provisorisch vor der unausweichlichen Implosion gerettet werden kann, auf Kosten des Geldes anderer Leute.


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