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Auch die Personalpolitik zeigt einen Wandel von der Markt- zur Planwirtschaft

22.01.2023  |  Prof. Dr. Eberhard Hamer
Das Mittelstandsinstitut hat in mehreren Beiträgen darauf hingewiesen, dass sich in den letzten fünf Jahren der Arbeitsmarkt in Deutschland mehr als zuvor wandelt:
  • Trotz Zuwanderung von mehr als einer Million "Orts- und Fachkräften" aus den unterentwickelten Ländern Asiens und Afrikas hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland - sogar für die Anlernkräfte der Konzerne - verschärft, fehlen unserer Wirtschaft mehr als zwei Millionen Arbeitskräfte ¹.

  • Unser Arbeitsmarkt wird wegen der Höchststeuer- und Sozialabzüge für Arbeitnehmer immer unattraktiver, während der Sozialmarkt bei uns wegen der höchsten Sozialleistungen in der Welt immer attraktiver geworden ist: Deutschland schreckt wegen zu geringer Nettoerträge Fachkräfteimmigration ab, zieht dagegen wegen der höchsten Sozialleistungen magnetisch Arbeitsunwillige, Gescheiterte und Sozialpotenzial an, die nie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen können oder wollen.

  • Der politische Trend der neuen Regierung von Arbeitslohn zu Sozialeinkommen ("Bürgergeld") verstärkt bei wachsendem Arbeitskräftebedarf einen jährlichen Millionenzuwachs von Dauerarbeitslosen, welche nicht arbeiten wollen (Frührente, zu geringes Nettoeinkommen), geistig oder körperlich für qualitative Arbeiten nicht geeignet sind oder das in Deutschland erzielbare Sozialeinkommen (bisher Hartz-IV, jetzt Bürgergeld) mit Wohnungsgestellung, Neueinrichtung der Wohnung, Heiz- und Stromkostenübernahme, Bekleidungskosten, Kindergeld, Übernahme von Kindergarten- und Schulkosten, Befreiung von Nahverkehrs- und Kultureinrichtungskosten usw. so attraktiv finden, dass sie ein arbeitsloses Dauerleben auf Sozialkosten einem anstrengenden und netto nicht viel ertragreicherem Arbeitsleben vorziehen - schätzungsweise fünf Millionen.

  • Gleichzeitig hat sich die Arbeitsqualität innerhalb der 35 Millionen Beschäftigten unserer Wirtschaft ebenfalls geändert: nicht einmal mehr 30% der Beschäftigten sind gewerblich tätig, mehr als 70% in der Dienstleistung. Die produktive und nützliche Arbeit hängt vom Preis der Leistung ab, der Lohn wird wiederum durch die Produktpreise der Arbeit limitiert.

    Immer mehr fruchtlose oder sogar nutzlose Beschäftigung dagegen wird nicht nach Arbeitsergebnis, sondern nur nach der Zeit der Beschäftigung bezahlt, viele Zeitgehälter sogar höher als die Produktivlöhne. Und die Anzahl fruchtloser oder sogar nutzloser Beschäftigungsverhältnisse ist in den langen Boomjahren überproportional gestiegen, während die der fruchtbaren und nützlichen Arbeitsverhältnisse gesunken ist.

    Überproportional (+ 11%) haben sich auch in den vergangenen fünf Jahren die öffentlichen Beschäftigungsverhältnisse vermehrt, obwohl nach der Privatisierungsforschung ² tausende von Untersuchungen bestätigten, dass der öffentliche Sektor im Schnitt 30 bis 40% teurer arbeitet als gleiche Betriebe des privaten Sektors, dass also der Grad fruchtloser und nutzloser Beschäftigung im öffentlichen Sektor am höchsten ist, zunehmende Verwaltung - auf Kosten der Marktwirtschaft - wachsenden Produktivitätsverlust des Arbeitsmarktes bringt.

  • Beispielhaft sind die von der neuen Regierung seit ihrem Amtsantritt geschaffenen mehr als 10.000 neuen Beschäftigungsposten für ihre Parteianhänger. Es wurden unproduktive Beschäftigungsposten in Masse geschaffen (Gender-, Gleichberechtigungs-, Diskriminierungs-, Ökologie-, Feminismus-, Anti-Rassismus-Posten, Sozialarbeiter und alle Sozialverwaltungsfunktionäre) mit Leuten, deren Arbeitsqualifikation - weil Studien- oder Berufsabbrecher - unter dem Normalanspruch der Führungsfunktionäre liegt.

    Und diese rot-grün-gelben unqualifizierten Neubeschäftigten wurden in unproduktive Beschäftigungsverhältnisse übernommen mit Beamtenrecht, also mit lebenslanger Versorgung, sind also fruchtlose Dauerkostgänger des öffentlichen Sektors, die sich mit öffentlicher Amtsmacht für die übrige Bevölkerung und Wirtschaft sogar kontra-produktiv selbst beschäftigen.

Wenn jetzt zunehmend private Unternehmen aufgeben müssen, produktive privatwirtschaftliche Arbeitsplätze verlorengehen, also der produktive Arbeitsmarkt schrumpft und die Zahl der Entlassenen steigt, kommen die Steuern und Sozialabgaben nur noch vermindert in die öffentlichen Kassen, müssen auch die unproduktiven öffentlichen Sektoren sich den sinkenden Einnahmen anpassen, also entweder wie 1931 die Gehälter generell gekürzt (1/3) oder öffentliche Aufgaben privatisiert und gezielt Mitarbeiter entlassen werden. Der unproduktive öffentliche Sektor wird jedenfalls aus der kommenden Rezession/Depression nicht ohne Korrekturen auch der Arbeitsverhältnisse hervorgehen.

Schon die Regierung Merkel hat grundsätzliche Fehlsteuerungen und Absturzursachen unserer Wirtschaft zu verantworten wie z. B. die überstürzte ökologische Energiewende, die Schuldenexplosion und Schuldenübernahme für Europa, die Massenimmigration in die Sozialsysteme und die grüne Neuausrichtung Deutschlands von Ökonomie zu Ökologie.

Die Energiekrise durch die Kündigung russischen Gas- und Ölbezugs, die Finanzierung des Ukraine-Krieges und dessen Waffenlieferungen, die Öffnung der Grenzen für alle, die im Ausland nicht mehr zurechtkommen oder Existenz ohne Arbeit suchen oder die Finanzierung der europäischen Pleitestaaten durch deutsche Haftung und Zahlungen sind Zusatzfehler, die eine intelligente Regierung nie gemacht hätte. Hier rächt sich, dass wir Studienabbrechern und fehlgebildeten Ideologen die Regierungsmacht anvertraut haben.

Aber der Markt lässt sich nicht betrügen. Wer seine Energiebasis mutwillig zerstört, wer mit zu hohen Kosten arbeitet, wer die höchsten Steuern- und Sozialabgaben der Welt auf sein Drittel der produktiven Erwerbstätigen aufschlägt und wer bewusst "Ökologie statt Ökonomie" durch Zerstörung der Ökonomie (Deindustrialisierung) betreibt, wird international im Wettbewerb zurückfallen, seinen Wohlstand verlieren und vom Wohlstandstreiber wieder zum "kranken Mann" Europas werden.

Wohlstand kann man eben nicht mit Feminismus, Wokeness, Antidiskriminierung, Kampf gegen rechts oder Kampf für sexuelle Diversität gewinnen, sondern nur durch wirtschaftliche Leistung.

Wer statt wirtschaftlicher Leistung die Welt ideologisch retten und verdrehen will, scheidet im Leistungswettbewerb des Marktes aus.

70 Jahre ist es her, dass uns die ideologische Verblendung in den Abgrund geführt hat, und schon wieder glauben wir, mit Traumtänzerei die Zukunft gewinnen zu können. Der Markt wird uns wieder die ökonomischen Zwänge lehren.


© Prof. Dr. Eberhard Hamer
Mittelstandsinstitut Niedersachsen e.V.


¹ Bei mehr als 2,5 Mio. Arbeitslosen und 6 Mio. Bürgergeldberechtigten
² Vgl. Hamer/Gebhardt "Privatisierungspraxis", Hannover 1992



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