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Es ist nicht alles Gold was glänzt

20.04.2011  |  Eugen Weinberg
Gold und Silber eilen aktuell von einem Hoch zum anderen. Platin und Palladium befinden sich ebenfalls wieder im Aufwind und haben in den letzten Wochen ihre Verluste im Zuge der Erdbebenkatastrophe in Japan fast vollständig aufgeholt. Wir analysieren das aktuelle Umfeld für Edelmetalle und untersuchen, wie weit die Preisrallye noch gehen kann.


Gold:

In einem für Edelmetalle günstigen Umfeld hat Gold seinen kurzfristigen Seitwärtstrend verlassen und markierte im April ein neues Allzeithoch bei knapp 1.500 USD je Feinunze. Gleich mehrere Faktoren trugen zum Preisanstieg bei und sollten zudem auch weiterhin für Preisphantasie sorgen. So bleibt die Verunsicherung der Marktteilnehmer aufgrund der anhaltenden Unruhen in Nordafrika und im arabischen Raum sowie der Katastrophe in Japan nach wie vor hoch. Zusätzlich ist die Schuldenkrise in den Euro-Peripherieländern endgültig wieder in den Fokus der Marktteilnehmer gerückt.

Mit Portugal musste Anfang April ein drittes Land aus der Eurozone Finanzhilfen aus dem EU-Rettungsfonds beantragen. Das Land benötigt rund 80 Mrd. Euro. Kurz zuvor hatte die Ratingagentur Standard & Poor’s das Kreditrating von Portugal und auch von Griechenland nochmals herabgestuft. Darüber hinaus zeigte das Ergebnis eines Banken-Stresstests in Irland, dass die lokalen Banken weitere 24 Mrd. Euro benötigen, um erwartete Verluste verkraften zu können. Mittlerweile gibt es sogar Spekulationen über eine Notwendigkeit der Restrukturierung griechischer Staatsanleihen.

Der seit Mitte Februar erneut sehr schwache US-Dollar hat ebenfalls zum Anstieg des Goldpreises beigetragen (Grafik 2, S. 2). Der US-Dollar war sogar eine der wesentlichen preistreibenden Komponenten, da beispielsweise Gold gerechnet in Euro den Anstieg des Preises in US-Dollar nicht nachvollzogen hat und seit nunmehr zwei Monaten zwischen 1.000 EUR und 1.050 EUR je Feinunze seitwärts tendiert.

Ein weiterer wesentlicher Unterstützungsfaktor für den Goldpreis sind die Inflationsrisiken, die Gold seinen Status als sicherem Hafen noch mehr Gewicht verleihen. Ausgehend von den Entwicklungsländern vermeldeten auch die Industrienationen in den letzten Monaten deutlich gestiegene Teuerungsraten, die zudem teilweise über dem jeweiligen Zielkorridor lagen. Dennoch tun sich die Zentralbanken schwer damit, ihre Geldpolitik zu straffen. Während die EZB Anfang April zum ersten Mal seit Juli 2008 die Leitzinsen erhöht hat, sind von der US-Notenbank Fed solche Schritte bislang noch nicht zu erwarten. Eine bzw. wenige oder nur moderate Zinserhöhungen dürften zudem nicht ausreichen, um die Attraktivität von Gold wesentlich zu vermindern, da die Realzinsen nach wie vor sehr niedrig sind bzw. sogar teilweise im negativen Bereich liegen.

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Aus dem kürzlich veröffentlichten jährlichen "World Gold Survey" des auf Edelmetalle spezialisierten Research-Instituts GFMS geht hervor, dass im letzten Jahr die gesamte Goldnachfrage das dritte Jahr in Folge auf nunmehr 4.334 Tonnen gestiegen ist. Besonders stark angezogen hat die Nachfrage nach ETFs, die einen Zuwachs von 18% verzeichnete. Die gesamten Bestände erreichten Ende letzten Jahres ein Niveau von 2.177 Tonnen. Angetrieben von Käufen aus China wurde die Nachfrage nach Goldbarren um 66% auf ein Rekordhoch von gut 880 Tonnen katapultiert. Damit hat vor allem die Investmentnachfrage im letzten Jahr maßgeblich die Preise gestützt.

Aber auch die Schmucknachfrage trug ihren Teil zum Preisanstieg bei. Diese hat sich offensichtlich an das höhere Preisniveau gewöhnt, was sich in einem Zuwachs von 11% auf 2.017 Tonnen widerspiegelte. Damit wurde zugleich ein Teil der Verluste des Vorjahres aufgeholt. Der Großteil der Erholung der Schmucknachfrage geht auf Indien und China zurück, wobei Indien seine Position als weltweit größter Goldkonsument verteidigt hat. Das Land hat im letzten Jahr 685 Tonnen Gold gekauft, 36% mehr als 2009.




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