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Kreditfinanzierte Aktienkäufe auf Rekordniveau - Richten Sie sich auf eine verheerende Baisse ein

08.11.2014  |  Claus Vogt
Grenzenloser Börsenoptimismus an der Wall Street

Die folgende Grafik zeigt Ihnen den Verlauf des Weltleitindex S&P 500 sowie die Entwicklung der Summe aller US-Wertpapierkredite in Prozent des nominalen US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) seit 1994. Diese Kennzahl gibt Ihnen einen guten Eindruck davon, wie populär das Spekulieren auf Kredit an den Aktienmärkten ist.

Insofern handelt es sich bei dieser Kennzahl um einen Sentimentindikator. Denn die weitverbreitete Aktienspekulation auf Kredit zeugt von einer sehr hohen Risikobereitschaft der Akteure und von überschäumendem Börsenoptimismus. Deshalb warne ich Sie in der aktuellen Situation eindringlich davor, Aktien auf Pump zu kaufen.


S&P 500 und US-Wertpapierkredite in % des BIP, 1994 bis 2014

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Die große Popularität von Aktienkäufen auf Kredit signalisiert ein baldiges Platzen der Spekulationsblase.
Quelle: NYSE


Sobald die Kurse fallen, werden Wertpapierkredite zum Problem

Die Bedeutung dieser Kennzahl geht aber weit über die Messung der Stimmung der Marktteilnehmer hinaus. Denn Wertpapierkredite unterliegen klaren Regeln. Sobald eine Aktie unter die Beleihungsgrenze fällt, muss der Kreditnehmer entweder Geld nachschießen oder seine Position verkaufen. In letzterem Fall werden also Zwangsverkäufe ausgelöst, die in ohnehin schwachen Marktphasen zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen. Je stärker die Kurse fallen, desto mehr Zwangsverkäufe finden statt; und je mehr Zwangsverkäufe stattfinden, desto stärker fallen die Kurse. Dieser Teufelskreis leistet einen erheblichen Beitrag zu der in Baissephasen immer wieder zu beobachtenden Beschleunigung von Abwärtstrends.

Eine entgegengesetzte Wirkung ergibt sich übrigens aus Shortpositionen (= Leerverkäufen). Wer Aktien, die er gar nicht besitzt, in der Erwartung fallender Kurse verkauft hat, muss sich später wieder eindecken. Er muss die Aktien zurückkaufen, wenn er seine Gewinne realisieren will. Es sind also gerade die von Marktignoranten so häufig kritisierten und sogar verteufelten Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse setzen, die genau dann zu Käufern und Stützen der Aktienmärkte werden, wenn die meisten anderen verkaufen wollen. Dass Leerverkäufer in Baissephasen dennoch den Unmut zahlreicher Politiker auf sich ziehen, spricht Bände über deren marktwirtschaftlichen Kenntnisse.

In unserem Börsenbrief Krisensicher Investieren beschränken wir uns ganz bewusst nicht auf den Kauf von Aktien, sondern geben unseren Lesern auch Empfehlungen für Short-Positionen, mit denen sie von fallenden Kursen profitieren. Schließlich wollen wir in allen Marktphasen Geld verdienen und nicht nur in der Hausse. Außerdem ist es eine unter Ökonomen unbestrittene Tatsache, dass Leerverkäufe eine volkswirtschaftlich sinnvolle Tätigkeit darstellen - wer etwas anderes behauptet, betreibt billige Propaganda.


Seien Sie wachsam: Massenhaftes Spekulieren auf Kredit signalisiert obere Wendepunkte an den Aktienmärkten

Werfen Sie jetzt noch einmal einen Blick auf unseren Chart. Wie Sie sehen, erreichten die Wertpapierkredite ihre oberen Wendepunkte in den Jahren 1999/2000 und 2007, also im Bereich sehr wichtiger Tops an den Aktienmärkten. Aktuell befindet sich der Indikator auf demselben Niveau wie 1999/2000 und 2007. Damals ließ die Trendwende an den Aktienmärkten in beiden Fällen nicht mehr lange auf sich warten, und es folgten verheerende Baissen, in deren Verlauf sich die Aktienkurse mehr als halbierten.

Ich gehe davon aus, dass es auch im laufenden Zyklus nicht anders sein und die aktuelle Spekulationsblase an den Aktienmärkten sehr bald platzen wird - mit ähnlichen Resultaten wie bei ihren beiden Vorgängerinnen. Deshalb sollten Sie sich nicht nur auf eine lang anhaltende Baisse einstellen, sondern auch auf weltweite Rezessionen und Staatsbankrotte sowie auf Finanzkrisen bis hin zum Ende der Europäischen Währungsunion, wenn nicht sogar des gesamten Dollar-basierten Weltwährungssystems.

Der Wertpapierkredit-Indikator befindet sich im laufenden Zyklus schon ungewöhnlich lange auf einem Niveau, das in der Vergangenheit stets von schweren Baissen und Krisen gefolgt wurde. Wenn Sie daran glauben, dass dieses Mal alles anders ist, dann müssen Sie nichts unternehmen. Wenn Sie hingegen in Kenntnis der Finanzgeschichte davon ausgehen, dass die ökonomischen Regeln und Gesetze noch immer gelten, dann sollten Sie noch heute Krisensicher Investieren lesen. Jetzt 30 Tage kostenlos zum Test anfordern.


Wirtschafts- und Börsenzyklus haben auch weiterhin Bestand

Weder der Wirtschafts- noch der Börsenzyklus lassen sich durch Planwirtschaft oder per Order de Mufti abschaffen. Also auch nicht durch die massiven geldpolitischen Manipulationen der vergangenen Monate und Jahre. Die Zyklen können durch planwirtschaftliche Maßnahmen lediglich verzerrt und leider auch verstärkt werden.

Gerade Letzteres hat der vergangene Zyklus eindrucksvoll demonstriert. Zuerst wurde er in Form einer spektakulären Immobilienblase auf dem Weg nach oben deutlich in die Länge gezogen. Dann aber, nach dem unweigerlichen Platzen der Blase, zeigte sich die Kehrseite der Medaille. Statt einer normalen Rezession kam es zum stärksten Einbruch der Wirtschaft seit der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre und zu einer bedrohlichen Bankenkrise. Stellen Sie sich darauf ein, dass es dieses Mal sogar noch schlimmer kommen wird.


© Claus Vogt
www.clausvogt.com


P.S.: Die Börsenampeln stehen längst auf Rot, insbesondere auch beim DAX.





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