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Warum die Spekulation auf einen höheren Goldpreis solide ist

17.05.2015  |  Manfred Gburek
Vermutlich fragen Sie sich spätestens seit der abgelaufenen Woche, was es mit der Erholung des Goldpreises auf sich hat. Zwar führen die Kommentatoren aus Finanzen und Medien allerlei Begründungen an, aber die meisten von ihnen vernachlässigen den wichtigsten Aspekt: Nach dem mehr als dreijährigen Preisrückgang beginnen Großinvestoren wieder einzusteigen.

Ihr Kalkül ist so einfach wie überzeugend: Aktienkurse sind weitgehend ausgereizt, weil die fundamentalen Daten der Unternehmen - vor allem in den USA - nicht mehr stimmen. Anleihen leiden unter dem Ausverkauf, weil es zu viele von ihnen gibt und weil ihre realen Renditen, also die nominalen Renditen abzüglich Inflationsrate, in Minus zu rutschen drohen oder bereits gerutscht sind. Gold als Gegenpart der Anleihen und als Sachwert bietet dagegen Schutz vor den Auswüchsen an den unruhig gewordenen Aktien- und Anleihemärkten.

Der kommende Aufwärtstrend des Goldpreises wird in Schüben vonstatten gehen, weil die Großinvestoren mit ihren Käufen immer wieder Pausen einlegen werden. Für sie sind Goldkäufe keine kurzfristigen Spekulationen, sondern strategische Investitionen auf einige Jahre Sicht. Das bedeutet für Sie als private Anleger: Ihre Spekulation auf höhere Goldpreise wird in dieser Zeit aufgehen. Im Folgenden liefere ich Ihnen zusätzliche Argumente. Hierbei handelt es sich um einen Auszug aus meinem soeben erschienenen elektronischen Buch mit dem Titel "Von der Kunst finanziell zu überleben". Mehr erfahren Sie mit einem Klick auf den folgenden Link: https://www.epubli.de/shop/buch/45597

Um das Zentralbankgold ranken viele Geheimnisse. Zumindest so viel scheint festzustehen: Die USA besitzen davon am meisten, danach kommen Deutschland, Italien und Frankreich. Die Interessenvereinigung World Gold Council ist zuletzt zum Ergebnis gekommen, dass die Türkei seit 2011 kräftig zugelegt hat und bis 2014 nahe an Indien herangerückt ist und dass Russland 2014 China übertroffen hat. Man sollte all diese Zahlen allerdings nicht auf die sprichwörtliche Goldwaage legen, sondern eher als Trendindikatoren betrachten.

Die Geheimniskrämerei betrifft nicht zuletzt das Gold der Deutschen Bundesbank. Es lagert immer noch zum größten Teil im Ausland, vor allem in New York, wenn man den Statistikern glauben darf - ein Erbe des Kalten Krieges, als es darum ging, das deutsche Gold vor dem Zugriff der Sowjets zu schützen. Doch diese Zeiten sind längst vorbei, und so hat sich die Bundesbank nach jahrelangem Hin und Her endlich entschlossen, wenigstens einen Teil der im Ausland lagernden Goldreserven von dort zurückzuholen. Allerdings erst nach massivem Druck vonseiten des inzwischen aus der Tagespolitik ausgestiegenen Anwalts Peter Gauweiler und seiner Mitstreiter, wie Peter Boehringer, Vorstand der Deutschen Edelmetall Gesellschaft, oder auch vonseiten der Redaktion der "Bild"-Zeitung.

Dieses Beispiel belegt, dass Gold nicht einfach nur ein Edelmetall, sondern auch ein Politikum ist. Wie sehr, ergibt sich aus der folgenden Passage eines "Spiegel"-Interviews mit dem früheren Bundesbank-Präsidenten Karl Blessing, der dieses Amt von 1958 bis 1969 innehatte: "Ich erkläre Ihnen heute, dass ich mich selber persönlich schuldig fühle auf dem Gebiet. Ich hätte damals rigoroser sein müssen gegenüber Amerika. Die Dollar, die bei uns anfielen, die hätte man einfach rigoros in Gold umtauschen müssen." Frankreichs Präsident Charles de Gaulle hat es vorgemacht.

Gold ist der Antipode des sogenannten Papiergeldes, also dessen natürlicher Feind. Politiker hassen es, weil es sie diszipliniert. Folglich möchten sie es am liebsten abschaffen. Da ein seit Jahrtausenden geschätztes Gut das jedoch nicht so einfach mit sich machen lässt, versuchen sie seinen privaten Besitz zu verbieten (wie in den USA von 1933 bis 1974), seine Preisentwicklung zu manipulieren (wie in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts und zuletzt wieder besonders im Jahr 2013) oder es mit gezielten Pressekampagnen einfach schlecht machen zu lassen (wie um die Jahrtausendwende).

Für private Anleger sollten das dann immer Signale sein, Gold im Rahmen der eigenen Anlagepolitik stärker zu berücksichtigen. So wie jetzt, da wir mit Papiergeld zugeschüttet werden, dieses sich zunächst seinen Weg durch Aktien und Immobilien gebahnt hat und vor Gold nicht Halt machen kann, weil der Wert des Papiergeldes allein schon wegen der überbordenden Menge stetig sinkt.

Nähern wir uns also etwas mehr der Geldanlage in Gold. Angenommen, Sie sind 40 Jahre alt und hoffen, 80 zu werden. Das schließt ein, dass Sie innerhalb Ihrer erhofften Restlebenszeit vorübergehend auftretende Rückschläge (sogenannte Buchverluste) in Kauf nehmen können. Stellen Sie sich weiterhin vor, durch die riesige weltweite Geldschwemme käme es während der genannten Zeitspanne unter Schwankungen zu einem starken Goldpreisanstieg. In dessen Erwartung dürfte es Ihnen leicht fallen, den einen oder anderen temporären Rückgang des Goldpreises in Kauf zu nehmen.

Hierbei handelt es sich aus aktueller Sicht zweifellos um eine recht solide Spekulation. Sie ist gut zu begründen. Denn EZB, Fed und andere Zentralbanken haben die Inflation zu einem, wenn nicht sogar zum wichtigsten Ziel erklärt, und das bedeutet: Wenn ein beliebig vermehrbares Gut wie in diesem Fall das von Zentralbanken aus dem Nichts geschöpfte Geld immer mehr wird, steigt über kurz oder lang zwangsläufig der in diesem Geld gemessene Wert der nicht beliebig vermehrbaren Güter.

Dazu gehört Gold, dazu gehören aber auch andere Edelmetalle, Rohstoffe, Immobilien, Ackerland, Kunstwerke, Antiquitäten, Oldtimer und sonst noch was. Wobei allerdings zu beachten ist, dass Güter wie Rohstoffe oder Immobilien und erst recht Kunstwerke oder Oldtimer im Gegensatz zu Edelmetallen nicht mal eben in Geld umgewandelt werden können. Das heißt, ihre Liquidität (im Sinn von Liquidierbarkeit) ist eingeschränkt.

Gehören auch Aktien in die Riege der nicht beliebig vermehrbaren Güter? Schließlich sind ihre Kurse ja in den vergangenen Jahren nach oben geschossen, was als Zeichen von Knappheit gedeutet werden könnte. Dem lässt sich allerdings entgegenhalten, dass jede Kapitalerhöhung, jeder Split und jede Neuemission ein zusätzliches Aktienangebot mit sich bringt - zwar nicht beliebig viel, aber immerhin mehr, als dass man Aktien wegen nicht beliebiger Vermehrbarkeit auf eine Stufe mit Edelmetallen, Rohstoffen oder Immobilien stellen sollte.


© Manfred Gburek
www.gburek.eu

Herr Gburek ist Fachjournalist und Buchautor. Seine letzten Werke waren: Außer diversen Börsenbüchern schrieb er: "Das Goldbuch", das Wörterbuch "Geld und Gold klipp und klar von A bis Z", "Die 382 dümmsten Sprüche der Banker" und zuletzt das Ebook "Ach du liebes Geld!".





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