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Die Argumente der Goldhasser - und was gegen sie spricht

26.07.2015  |  Manfred Gburek
Der folgende Beitrag fällt aus dem üblichen Rahmen. Ich habe weder Zeit noch Mühe gescheut, um die Argumente der Kommentatoren des Goldpreisrückgangs zu zerpflücken. Herausgekommen ist eine Analyse, für die sich vor allem die Mainstream-Medien schämen sollten. Denn die meisten der im Folgenden aufgeführten 15 Begründungen stammen aus ihren Kreisen und sind überwiegend an den Haaren herbeigezogen, ja sie zeugen vielfach bereits von Goldhass. Die Reihenfolge entspricht ungefähr der Häufigkeit. Bitte urteilen Sie selbst:

Der Goldpreis ist gefallen,

... weil die amerikanische Notenbank Fed noch in diesem Jahr den Leitzins erhöhen will. Das macht das zinslose Gold uninteressant.

Das mit Abstand am meisten vorgebrachte Argument. Es beruht auf Erwartungen und lässt allein schon deshalb jegliche Logik vermissen. Wann und ob überhaupt die Fed diesbezüglich aktiv wird, steht in den Sternen und hängt vor allem von der US-Konjunktur ab. Die zeigt derzeit - je nachdem, welche Indikatoren man heranzieht - auch erhebliche Schwächen, wie hohe Schulden oder zu große Abhängigkeit vom Konsum.

Das spräche aus heutiger Sicht eher für eine Zinssenkung und für einen schwächeren Dollar, was amerikanischen Exporten zugute käme. Doch weil der US-Leitzins praktisch schon bei Null ist, geht das nicht. So gesehen hat das zinslose Gold im Vergleich zum Nullzins, zumal wenn man von ihm noch die Inflationsrate abzieht, real einen Vorteil.

... weil ein Zinsanstieg in den USA Anleger veranlassen würde, sich weiterhin vom Gold abzuwenden und verstärkt amerikanische Staatsanleihen zu kaufen.

Mit dem dann für Anleger unschönen Nebeneffekt, dass die Kurse der Anleihen umso stärker fallen, je höher die Zinsen steigen. Jeder Zinsanstieg sorgt dafür, dass die Renditen der bereits vorhandenen Anleihen in die Höhe gehen. Dieser mathematisch einfach zu begründende Mechanismus beschert also den Besitzern der Anleihen Verluste.

... weil der starke Dollar Gold als sicheren Hafen abgelöst hat.

Das nützt dem Dollar allerdings nichts, denn das Hafenbecken ist voller Schulden.

... weil China seine offiziellen Goldreserven in den Jahren von 2010 bis 2014 nur um enttäuschende 604 Tonnen auf 1658 Tonnen erhöht hat. Experten hatten mehr erwartet.

Dabei wird unterschlagen, dass die während der vergangenen Jahre aufgebauten chinesischen Goldreserven in privater Hand die offiziellen mittlerweile um fast das Vierfache übertreffen dürften. Im Übrigen sind chinesische Statistiken mit Vorsicht zu genießen. Derweil bleibt im Verborgenen, um welche "Experten" es sich handelt.

... weil chinesische Anleger ihr Gold verkaufen könnten, um im Zuge des geringer werdenden Wirtschaftswachstums finanziell über die Runden zu kommen.

Sie werden das Gegenteil tun, dann also noch mehr Ersparnisse in Gold investieren, um auf Nummer sicher zu gehen.

... weil Gold als Schutz vor Krisen ausgedient hat.

Vor welchen Krisen? Vor Schulden-, Wirtschafts-, Finanz-, Währungs-, Inflations-, Deflations-, politischen oder sonstigen Krisen? Von 2001 bis Anfang 2008 vervierfachte sich der Goldpreis nahezu, ohne dass eine von solchen Krise dabei eine größere Rolle gespielt hätte. Im Verlauf des Jahres 2008 fiel er sogar kurzfristig im Zuge der damaligen Wirtschafts- und Finanzkrise; das widerspricht dem Krisenargument zusätzlich.

... weil Goldfonds ihre Bestände erheblich abgebaut haben.

Das hat den Preisrückgang sicher beschleunigt, kann sich jedoch von heute auf morgen ins Gegenteil verkehren, eben weil der Abau der Bestände schon weit fortgeschritten ist.

... weil es keine Inflation gibt.

Oh doch, die horrende Geldmenge zeigt sehr wohl Inflation an, nur ergoss sich das viele Geld zunächst über Anleihen, dann über Aktien, Immobilien und fast alles, was in den Köpfen der Anleger zu den Sachwerten zu gehören versprach - außer Edelmetallen und Industrierohstoffen, die jetzt entsprechenden Nachholbedarf haben: Edelmetalle, sobald Short-Spekulanten sich in größerem Umfang mit ihnen eindecken müssen und/oder sobald die internationale Schuldenkrise wieder mehr ins Bewusstsein der Anleger rückt, und Industrierohstoffe, sobald die Weltkonjunktur sich bessert.


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