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Worst-Case-Szenario der Weltwirtschaft in Sichtweite

19.11.2015  |  Andrew Hoffman
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Die frühen "Reaktionen des Marktes" auf die Ereignisse des Wochenendes waren reichlich absurd. Nach dem unterirdisch schlechten Wachstumsbericht aus Japan stiegen die Kurse der Aktien-Futures weltweit auf mysteriöse Weise sprunghaft an - vermutlich in Erwartung weiterer quantitativer Lockerungen, obwohl sich die Zinssätze kaum geändert haben. Die Rohstoffpreise brachen dagegen durch die Bank weg ein. Selbst Rohöl fiel in die Nähe eines neuen 7-Jahres-Tiefs. Das zeigt, wie stark sich das Plunge Protection Team in Ost und West bemüht, die Nachrichten aus Frankreich zu kaschieren - am meisten in Frankreich selbst, wo die Aktienmärkte sogar ein Plus verzeichneten!

Wie üblich bemühte sich das Kartell zudem Sonntagnacht, die Stimmung an den Edelmetallmärkten zu drücken (zum 120. Mal innerhalb der letzten 126 Wochenenden) und attackierte den Sektor zur gewohnten Zeit um 2.15 Uhr in der Nacht (zum 550. Mal in den letzten 627 Handelstagen). Auch der Angriff auf die Edelmetalle pünktlich zur Öffnung der COMEX durfte nicht fehlen, schließlich ist er zum täglichen Ritual geworden, seit Gold und Silber am Morgen des 28. Oktober die Unverschämtheit besaßen, über ihren 200-Tages-Durchschnitt zu steigen. Daran können Sie sehen, wie groß die Angst der Machthaber mittlerweile ist. Sie werden den Krieg gegen die Naturgesetze der Wirtschaft nicht gewinnen können.

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Die genannten Manipulationen werden für die 7,3 Milliarden Bewohner dieses Planeten mit jedem Tag offensichtlicher, vor allem angesichts der erwähnten sinkenden Bestände an physischen Edelmetallen und der globalen Rekordnachfrage nach Münzen, Barren und Schmuck. Ganz zu schweigen vom historisch gesehen vollkommen unnormalen Verhalten der manipulierten Aktienindices.

Die Marktbreite des S&P 500 (d. h. die steigenden Aktien im Verhältnis zu den fallenden Aktien) befindet sich beispielsweise derzeit in einem völlig unerklärlichen Bereich: Seit Jahresbeginn sind allein die Top 10 Aktien so stark gestiegen, wie die untersten 490 gefallen sind! Und das, obwohl viele der "Marktlieblinge" in letzter Zeit große Verluste verzeichneten, die Bewertungen für Risikokapital sinken, die Unternehmenseinnahmen so stark abgenommen haben, wie seit 2009 nicht mehr und Starwood Hotels & Resorts, eine der weltweit größten Hotelgesellschaften, heute Morgen von Marriot Hotels übernommen wurde.

Es könnte kaum offensichtlicher sein, dass das Plunge Protection Team manisch Index-Futures kauft und dadurch eine aktuelle Version der Dotcom-Blase produziert - die genau wie diese platzen wird. In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen diesen fantastischen Artikel (in Englisch) über den Kollaps der Venture-Capital-Aktien empfehlen, der die Situation treffend darstellt.

An dieser Stelle noch ein Zitat von Howard Davidowitz, einem der besten und realistischsten Einzelhandelsanalysten. Auf die Frage, warum die Einzelhandelsgewinne und zahlreiche Wertpapiere (wie z. B. Walmart, Macy's, Nordstrom und JC Penny) sich im freien Fall befinden, antwortete er: "Das ist keine Wissenschaft. Die Kunden haben einfach kein Geld."

Ungeachtet aller wirtschaftlichen Ängste kann ich es kaum erwarten, bis die neusten Sitzungsprotokolle des Offenmarktausschusses der US-Notenbank veröffentlicht werden. Immerhin wurde dort offenbar die Anhebung der Zinsen trotz der einbrechenden Konjunktur diskutiert - auf Grundlage imaginärer Verbesserungen am Arbeitsmarkt, des mittelfristig erwarteten Anstiegs der Inflation und natürlich in Erwartung der Umkehr des "vorübergehenden" Abwärtstrends der Rohöl- und Importpreise, die seitdem auf den tiefsten Stand seit vielen Jahren gefallen sind.

Ich weise schon seit Jahren darauf hin, dass die sogenannten "Protokolle" nichts dergleichen sind. Es handelt sich einfach nur um Mitteilungen, die entsprechend der aktuellen Ereignisse zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfasst werden und der Fed nur eine weitere Möglichkeit geben, die Märkte zu beeinflussen und zu manipulieren. Wenn all die sich immer weiter zuspitzenden Probleme für die Fed genauso offensichtlich sind, wie für den Rest der Welt, dann ist es schwer vorstellbar, dass sie ihre derzeitige Propaganda beibehält - besonders falls sich die Manipulationsversuche der Preismanager in Folge der schwersten Terroranschläge in der westlichen Welt seit dem 11. September als erfolglos erweisen sollten.

Der Internationale Währungsfonds hat dem chinesischen Yuan am Wochenende übrigens grünes Licht für eine Aufnahme in den armseligen "strategischen Währungskorb" gegeben. Während im Mai viele noch davon sprachen, dass dies das Ende des Kartells bedeuten würde, war es in Wirklichkeit vollkommen unbedeutend für Gold und die monetäre Ordnung der Welt. Sicher, es ist positive Publicity für China und macht sich gut in der Propaganda der Kommunistischen Partei. Dahinter steckt genauso viel Aufrichtigkeit, wie wenn ein Politiker einem Kind einen Lolli gibt.

Ja, der langfristige Plan Chinas besteht darin, im Welthandel und an den Finanzmärkten die Vorherrschaft zu übernehmen. Aber kurz- und mittelfristig ist man im Reich der Mitte viel mehr darauf bedacht, die größte Blase der Geschichte am Platzen zu hindern. Dazu gehört auch die möglichst starke Abwertung des Yuan. (Die Blase wird trotzdem platzen, egal, welche alchemistischen Versuche die Regierung mit ihrer Währung unternimmt.) Was den Edelmetallmarkt betrifft, wette ich darauf, dass China weiterhin versuchen wird, still und leise so viel Gold (und Silber) wie möglich aufzukaufen, bis keins mehr zu haben ist. Und wenn Sie sich bis dahin keine persönlichen Edelmetallrücklagen zugelegt haben, wird es zu spät sein.


© Andrew Hoffman
http://blog.milesfranklin.com


Der Artikel wurde am 16. November 2015 auf http://blog.milesfranklin.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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