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Völker hört die Gold-Signale!

14.02.2016  |  Manfred Gburek
Gold und Silber sollten für Sie als Anleger in den nächsten Jahren eine besonders wichtige, wenn nicht sogar die zentrale Rolle spielen. Warum? Weil die beiden Edelmetalle anderen Anlagen die Schau stehlen werden. Die Wucht, mit der ihre Preise und erst recht die Kurse der Minenaktien zuletzt in die Höhe geschossen sind, bildet erst den Anfang. Hier handelt es sich nicht etwa nur um eine technische Reaktion nach über vier Jahren Abwärtstrend, sondern um eine nachhaltige Wende von der Baisse zur Hausse, zwischenzeitliche Unterbrechungen in kleinerem Umfang inbegriffen.

Daraus folgt, dass Sie gut beraten sind, Gold und Silber zu entscheidenden Komponenten Ihrer Anlagestrategie zu machen. Ob Sie dabei auf Münzen und Barren oder auf Minenaktien setzen, hängt von Ihrer Erfahrung im Umgang mit den beiden Anlageklassen ab, außerdem von Ihrer Nervenstärke, von Ihren finanziellen Zielen, von der Höhe des Einsatzes, von Ihrem Gesamtvermögen und dessen Struktur. Also allerhand Nebenbedingungen, über die Sie sich Gedanken machen sollten, bevor Sie investieren. Wobei ich voraussetze, dass Sie als regelmäßige Leser von goldseiten.de bereits über einen großen Batzen Gold und/oder Silber verfügen, gegebenenfalls auch über Minenaktien.

Wegen der genannten Nebenbedingungen halte ich es nicht für opportun, Ihnen zu raten, so und so viel Prozent Ihres Vermögens in Gold und Silber zu investieren. Doch zwei grundsätzliche Empfehlungen finde ich trotzdem wichtig: Investieren Sie so viel wie möglich in beide Edelmetalle mit dem Schwerpunkt Gold, je nach Erfahrung mit Minenaktien auch in diese, und achten Sie auf das Timing, beim Silber mehr als beim Gold und bei Minenaktien mehr als bei Münzen und Barren. Beachten Sie außerdem, dass Letztere nicht nur eine Geldanlage sind, sondern auch eine Versicherung gegen negative Zinsen, gegen Währungsverfall, Bankensterben und weitere Finanzkatastrophen. Demgegenüber sind Minenaktien Spekulationsobjekte, je nach Anlageziel auf wenige Tage, Wochen, Monate oder Jahre Sicht.

Apropos negative Zinsen: Sie lassen sich in Deutschland bestens am Bund Future und an den negativen "Renditen" der Bundesanleihen ablesen. Der Bund Future ist ein täglich börsengehandelter Terminkontrakt, der auf einer fiktiven Bundesanleihe mit 6 Prozent Nominalzins und 8,5 bis 10,5 Jahren (Rest-)Laufzeit beruht. In dieser Woche hat er die Rekordmarke von 165 Punkten übersprungen, was Anlegern nichts anderes signalisiert als: Finger weg von Bundesanleihen.

Oder in Zahlen ausgedrückt: Bundesanleihen bis zu acht Jahren Restlaufzeit haben negative "Renditen". Wer allerdings glaubt, mit längeren Laufzeiten besser zu fahren, sollte beachten: Sogar dreißigjährige werfen gerade mal 0,9 Prozent an positiver Rendite ab. Wenn irgendwann in den kommenden 30 Jahren eine Zinswende nach oben einsetzt, werden die Kurse dieser Anleihen abstürzen und ihren Anlegern dicke Verluste bescheren.

Bei solchen Aussichten kann es kaum verwundern, dass - vor allem konservative - Anleger auf der Suche nach Alternativen sind und sie zunehmend bei den Edelmetallen finden. Solche Anleger richten ihr Augenmerk nicht bloß deshalb auf sie, weil sie trotz des jüngsten Preisanstiegs immer noch günstig zu haben sind, sondern auch, weil besonders vom Goldpreis eine Signalwirkung ausgeht: Seht her, ich bin gestiegen, weil mit dem ganzen Finanzsystem etwas nicht stimmt! Seht her, wie es an den Börsen kracht, und achtet speziell auf die Kurse der Bankaktien - ein einziges Desaster, durchgreifende Besserung ausgeschlossen, weil die Geschäftsmodelle der großen Player in diesem Gewerbe primär auf dem Spiel mit dem Geld anderer Leute basieren.

Aber halt, ist nicht wenigstens die Anlage in Dollar dem Gold vorzuziehen, zumal amerikanische Staatsanleihen unabhängig von Laufzeiten positive Renditen abwerfen? Gegenfrage: Warum ist dann der Dollar zuletzt gegen den Euro gefallen? Klare Antwort: Weil die US-Konjunktur deutliche Anzeichen von Schwäche zeigt, die sich nicht von ungefähr in zuletzt rasant gefallenen Renditen der Staatsanleihen widerspiegelt. Das hindert die Amis indes nicht, Parolen zu verbreiten, indem sie ihre eigene Konjunkturschwäche über die Medien abwechselnd den Europäern, besonders den exportstarken Deutschen, den Chinesen und dem niedrigen Ölpreis anlasten.

Um nochmals auf die Signalwirkung des Goldpreises zu kommen: Er reflektiert auch die Dollar-Schwäche, die dem Zusammentreffen von mieser US-Konjunktur, verunglückter Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Fed sowie der tendenziellen Verlagerung des Wirtschaftswachstums nach Asien und Europa zuzuschreiben ist. Inwieweit auch Inflationserwartungen eine Rolle spielen, muss man abwarten. Sie dürften sich erst einstellen, wenn der Dollar zum Sinkflug ansetzt. Oder um bei der gängigen Abbildung des Dollar-Euro-Verhältnisses zu bleiben: Wenn man für einen Euro mehr als 1,20 Dollar hergeben muss.

Nun noch zur neuesten Ausgabe der schon traditionellen Studie "Gold Demand Trends", die alle verfügbaren Daten zum weltweiten Goldmarkt und ein paar spannende Aussagen enthält. Hier ein paar Beispiele: China und Indien haben 2015 wieder kräftig abgeräumt, wobei noch zu konstatieren ist, dass China als größter Goldförderer der Welt dem Edelmetall auch darüber hinaus sehr zugetan ist. Überraschend, allerdings schlüssig, erscheint die erhöhte japanische Nachfrage. Schlüssig, weil die kräftige Yen-Abwertung die Japaner veranlasst hat, mit Gold auf Nummer sicher zu gehen - was übrigens ebenso für die Chinesen gilt, die sich vor der Abwertung ihrer Währung Yuan mittels Gold geschützt haben, besonders im vierten Quartal 2015.

Aufseiten des Angebots fällt auf, dass sowohl die Minen als auch die Verkäufer von Altgold im Jahresvergleich 2015 zu 2014 dem Markt 16 bzw. 19 Prozent weniger Gold zur Verfügung gestellt haben. Wobei ins Gewicht fällt, dass die Goldförderung führender Minenkonzerne in Peru 2015 rückläufig war. Das gilt zum Beispiel für Newmont Mining und Buenaventura, die gemeinsam die Oberhoheit über die Yanacocha-Mine haben, und für Barrick mit der Mine Lagunas Norte.

Bemerkenswert ist, dass Indien im vergangenen November die erste offizielle Goldmünze des Subkontinents auf den Markt gebracht hat. Das riecht nach mehr, zumal Inder Gold bereits seit Jahrzehnten als Schutz vor Geldentwertung bevorzugen. Die Schutzfunktion des Edelmetalls wird während der kommenden Jahre bei Anlegern in aller Welt das Thema Nummer eins sein; dafür wird der aktuelle und potenzielle Abwertungswettlauf der Währungen sorgen.

Dass diese These alles andere als verwegen ist, ergibt sich nicht zuletzt daraus, dass die Notenbanken seit 2010 zu den Nettokäufern gehören, 2015 mit imponierenden 588,4 Tonnen, der zweithöchsten Aufstockung ihrer Goldreserven aus den vergangenen Jahren - ein Indiz dafür, wie wenig sie ihren eigenen Währungen vertrauen - und ein weiteres Zeichen mit explosiver Signalwirkung für den tendenziell steigenden Goldpreis.


© Manfred Gburek
www.gburek.eu

Herr Gburek ist Fachjournalist und Buchautor. Seine letzten Werke waren: Außer diversen Börsenbüchern schrieb er: "Das Goldbuch", das Wörterbuch "Geld und Gold klipp und klar von A bis Z", "Die 382 dümmsten Sprüche der Banker" und zuletzt das Ebook "Ach du liebes Geld!".



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