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Die neue Silber-Hausse

29.04.2016  |  Adam Hamilton
Silber ist in dieser Woche offiziell in einen neuen Bullenmarkt gestartet, als der Kurs wieder mehr als 20% über dem Tiefstpreis notierte. Spekulanten und Investoren kehren an den Markt zurück, während nach und nach bekannt wird, wie stark unterbewertet das weiße Metall im Verhältnis zum derzeitigen Goldpreis ist. Wenn der Silberkurs nach einem langen, bärischen Schlummer wieder zu neuem Leben erwacht und die nächste Hausse beginnt, kommt es dabei üblicherweise zu enormen Gewinnen. Die erste, kleine Rally, die wir jüngst beobachten konnten, war nur die Spitze des Eisbergs.

An diesem Dienstag schoss der Silberpreis im Zuge starker Käufe an den asiatischen Märkten zusammen mit dem Goldkurs um 4,4% in die Höhe. Der Katalysator dieser Bewegung ist faszinierend: China hat endlich seinen lang erwarteten, eigenen und in Yuan angegebenen Referenzpreis für Gold gestartet. Das Land ist nicht nur der größte Goldproduzent der Erde, sondern auch der größte Importeur: Kein anderer Staat fragt so viel Gold nach, wie China. Aufgrund seiner überragenden Bedeutung für den Goldmarkt sollte das Reich der Mitte im Edelmetallsektor über größeren Einfluss verfügen. Der neue Goldpreis in Yuan wird die jahrhundertealte Hegemonie des Londoner Goldmarktes letztlich in Frage stellen.

Die Tatsache, dass die Chinesen, die eine kulturell tief verwurzelte Affinität für Edelmetalle haben, nun über einen eigenen Benchmarkpreis in der Landeswährung und über leichteren Zugang zu den Edelmetallmärkten verfügen, katapultierte Silber in den Bereich eines neuen Bullenmarktes. Der bis dahin beste Schlussstand dieses Jahres war etwa eine Woche zuvor verzeichnet worden, als der Silberpreis gerade einmal 18,5% über seinem 6,4-Jahres-Tief von Mitte Dezember notierte, welches zu der Zeit verzeichnet wurde, als die Federal Reserve den US-Leitzins erstmals seit 9,5 Jahren wieder anhob. Die starke Rally vom Dienstag sorgte dafür, dass der Silberkurs 23,7% über dieses Tief stieg.

Damit wurde die offizielle Grenze zu einer neuen Hausse, für die ein Kursgewinn in Höhe von 20% nötig ist, ganz eindeutig übertroffen. Interessanterweise entwickelte sich Silber in den letzten Tagen sogar besser als Gold. Zwar erreichte der Goldkurs die Schwelle zum Bullenmarkt schon Anfang März, doch der bisherige Höchststand im laufenden Jahr lag nur 21,0% über dem 6,1-Jahres-Tief von Mitte Dezember 2015. Zunächst dauerte es wie üblich eine Weile, bis wirklich Bewegung in den Silberkurs kam, doch nun sind die Gewinne bereits höher als die des Goldkurses. Diese Outperformance wird künftig weiter zunehmen.

Die neue Silber-Hausse sollte niemanden überraschen. Ende letzten Jahres habe ich die ungewöhnlich niedrigen Silberpreise ausführlich diskutiert und das enorme, daraus resultierende Aufwärtspotential des weißen Metalls beleuchtet. Anfang Oktober habe ich den Abonnenten unseres monatlichen Newsletters zu langfristigen Investitionen in einen der besten Silberproduzenten geraten. Am Dienstag lagen die Aktien dieses Unternehmens bereits 208% im Plus, d. h. ihr Wert hat sich innerhalb von weniger als sieben Monaten verdreifacht! In meinem Artikel "Silber extrem unterbewertet - enormes Gewinnpotential" ging ich damals auf die Lage am Silbermarkt ein.

Mitte Januar fielen die Goldaktien dann auf ein völlig absurdes 13,5-Jahres-Tief und noch am selben Tag empfahl ich den Abonnenten unseres wöchentlichen Newsletters verschiedene neue Silberaktien. Der beste dieser Trades lag am Dienstag 293% im Plus, eine Vervierfachung des investierten Kapitals in nur drei Monaten! Als dann der Monat April begann und der Silberkurs bei etwa 15 $ feststeckte, erklärte ich die Situation in einem weiteren Essay ("Silber: Wie eine Sprungfeder").

Die Prämisse unserer Analysen und aktuellen Trades im Minensektor ist einfach: Der Goldpreis ist der wichtigste Faktor für die Entwicklung des Silberpreises, da sich das weiße Metall letztlich wie ein Messgerät für die Stimmung am Goldmarkt verhält. Wenn der Goldkurs deutlich zulegt, motiviert das sowohl Investoren als auch Spekulanten dazu, wieder Geld am Silbermarkt anzulegen, und da dieser im Verhältnis zum Goldmarkt so klein ist, haben die Kapitalzuflüsse einen übergroßen Effekt auf den Silberkurs.

Die vom altehrwürdigen Silver Institute veröffentlichten Fundamentaldaten des Silbermarktes zeigen, dass sich die weltweite Gesamtnachfrage nach dem Edelmetall im Jahr 2014 auf 1.067 Millionen Unzen belief. Entsprechend dem Durchschnittspreis jenes Jahres lag der Wert dieses Silbers bei 20,3 Milliarden $. Die Goldnachfrage erreichte im gleichen Jahr nach Angaben des World Gold Council dagegen 4.226,4 Tonnen, was angesichts des vorherrschenden Preisniveaus einem Wert von 172,0 Milliarden $ entsprach. Damit ist der Goldmarkt mehr als achtmal so groß wie der Silbermarkt.

Folglich hat jeder in den Silbersektor investierte Dollar dort achtmal so viel Gewicht, wie am Goldmarkt. Verglichen mit anderen Märkten ist also gar nicht viel Kapital nötig, um wirklich Bewegung in den Silbermarkt zu bringen. Zu Beginn dieses Jahres war das weiße Metall im Verhältnis zum Goldpreis extrem unterbewertet. Eine starke Silber-Hausse war also unvermeidlich, da es - wie in der Vergangenheit auch - nur eine Frage der Zeit war, bis der Silberkurs den Goldkurs wieder einholen und dessen Gewinne anschließend übertreffen würde.

Die Maßgabe, dass ein Kurs zunächst 20% über seinem Tiefstwert liegen muss, bevor von einem neuen Bullenmarkt gesprochen wird, mag zwar willkürlich sein, doch diese Grenze wird universell akzeptiert und ist daher von großer Bedeutung für die allgemeine Stimmung an einem Markt. Assets, die sich offiziell in einer Hausse befinden, werden von den Marktteilnehmern in einem viel positiveren Licht betrachtet, denn die Anleger lieben es, in Gewinner zu investieren. Infolgedessen beschleunigen sich die Kapitalzuflüsse in Bullenmärkten und die Käufe führen zu noch mehr Käufen. Die Trader drücken die Preise nach oben und locken dadurch weitere Trader an den Markt.

Wie das bei allen Bullenmärkten der Fall ist, muss auch Silber zunächst die sprichwörtliche "Wall of Worry" erklimmen, d. h. der Kurs muss weiter steigen, obwohl die Marktstimmung negativ bleibt. Die Wall Street schätzt die weitere Entwicklung pessimistisch ein und erwartet Kursgewinne von 5-10%, bevor weitere Zinserhöhungen durch die Fed den Silberpreis wieder fallen lassen. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass sich Gold in Zeiten steigender Zinsen in der Vergangenheit wirklich gut entwickelt hat, was sich auch positiv auf die Silberpreise auswirkt. Die meisten professionellen Analysten stehen der Silber-Hausse allerdings noch skeptisch gegenüber.

Da der jüngste Aufwärtstrend des weißen Metalls in dieser Woche nun zum offiziellen Bullenmarkt avanciert ist, sollte man wissen, wie sich die Spekulanten und Investoren am Silbermarkt in letzter Zeit verhalten haben. Unterscheiden sich die starken Käufe, die die Kursgewinne der letzten Monate befeuerten, grundlegend von denen, die den wichtigsten Rallys der letzten Jahre zugrunde lagen, welche immer wieder in sich zusammenfielen und den Kurs auf neue Tiefs stürzen ließen? Ja, durchaus. Sowohl bei den Spekulanten als auch bei den Investoren hat sich einiges verändert. Das lässt auf positive künftige Entwicklungen hoffen.

Beginnen wir mit den Spekulanten an den Terminmärkten. In den letzten Jahren hatten diese einen übergroßen Einfluss auf den Silberpreis, da die Investoren dem Markt größtenteils den Rücken kehrten. Der erste Chart zeigt neben dem Silberpreis die Gesamtzahl der Long- und Short-Positionen an Silber-Futures, die sich im Besitz der amerikanischen Spekulanten befinden. Jede wichtige Silber-Rally der letzten Jahre ließ sich größtenteils auf die Eindeckungskäufe dieser Gruppe von Marktteilnehmern zurückführen, die Silber kauften, um ihre fremdfinanzierten Short-Positionen glattstellen zu können.

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