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Zombie-Finanzsystem, Schwarze Schwäne und eine Goldaktienkorrektur

27.08.2016  |  The Gold Report
Mitte September 2008 starb das Weltfinanzsystem. Seither hat es sich in etwas verwandelt, das aus der "Nacht der lebenden Toten stammen" könnte. In einen Untoten, einen Zombie. Weltweit präsentierten die Zentralbanken dann ein interessantes, neues Konzept. Es geht davon aus, dass sich Prosperität irgendwie durch Kreditaufnahme und Ausgaben erreichen ließe. Prima Konzept, doch voll und ganz gescheitert, so scheint es.

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Jetzt haben wir ein Zombie-Finanzsystem und eine Welt, die noch nie zuvor in der Geschichte so hoch verschuldet war. Die meisten Staaten sind operativ schon bankrott, und trotzdem wollen sie sich weiter verschulden und noch mehr ausgeben, in der Hoffnung, dass es vielleicht jetzt - falls es nicht zuvor schon funktionierte - mit NOCH MEHR funktionieren könnte. Unsere Enkel und ihre Kinder werden für diese monumentale Dummheit zahlen müssen.

Meiner Ansicht nach war letzte Woche der Beginn einer Korrektur bei Gold und Silber zu beobachten. Wie Tom McClellan schon häufiger festgestellt hatte, markieren Vollmonde in der Tendenz entweder Marktwenden bei den Metallen oder aber Beschleunigungen bei den jeweiligen Marktrichtungen, die vor Erreichen der Vollmondphase dominant waren. Am 18. August hatten wir Vollmond und ich denke, dass Silber und Gold nach unten unterwegs sind.

Ich würde sehr gerne eine satte Korrektur sehen. Das Boot wird schon viel zu voll, und alle sitzen auf derselben Seite im Boot. Goldaktien, Silber und Gold führen diese Korrektur nach unten an. Der XAU (Philadelphia Gold and Silver Index), der HUI (NYSE Arca Gold BUGS Index) und auch Silber und Gold hatten in der ersten Augustwoche zumindest ein kurzfristiges Hoch markiert.

Ich habe ein paar tausend Exemplare meines Buches verkauft. Viele Leser haben den Eindruck, dass das Kapitel über Gewinnmitnahmen das mit Abstand nützlichste im Buch sei. Viele meiner Leser haben mehrere hundert Prozent an Gold- und Silberaktien verdient. Man sollte einen Plan haben.

Falls wir eine massive Korrektur erleben, so dürfte das Ihre Lebenschance für Investitionen in Minenwerte sein. Allerdings könnten XAU und HUI Verluste von 40 % oder mehr erleiden. Man sollte einen Plan haben. Entweder sitzen Sie alles bis zum Ende aus und bleiben drin oder Sie ziehen etwas Geld aus dem Markt. Jetzt wäre eine gute Zeit, sich auszahlen zu lassen. Denken Sie wieder daran, dass noch keiner von Gewinnmitnahmen Bankrott gegangen ist.

Ich beobachte viele verschiedene Indikatoren, um mir einen Eindruck davon zu machen, wo wir aktuell stehen. Ein solcher Indikator ist das Verhältnis, wie viele Silberunzen man zum Kauf einer Unze Gold braucht. Als ich Nobody Knows Anything schrieb, stand dieses Verhältnis bei 83:1, und ich meinte, dass dies ein besonders sicheres Geschäft sei.

Dieses Verhältnis ist nicht uninteressant, da jeder, der ein paar „Cents“ übrig hat, ein wenig physisches Gold oder Silber hält: Wenn es über 80:1 steigt, sollte man sein Gold verkaufen und Silber kaufen. Ende Juli, Anfang August fiel das Verhältnis dann auf 66:1 und stieg anschließend wieder. Während ich diesen Artikel schreibe, lag es wieder bei 71:1. Das ist ein wichtiges Zeichen für Stress im Finanzsystem. Wenn es über 80:1 steigt, werden wir kurz vor einer Implosion stehen.

Schwärme von Schwarzen Schwänen umkreisen uns, und keiner kann sagen, welcher landen wird.

Schon im Januar 2002 hatte ich vor den Gefahren der Derivate gewarnt. Nachdem das Finanzsystem im Jahr 2008 zusammenbrach, legte ich mit einer weiteren guten Besprechung des Themas Derivate nach. 2002 lag die Gesamtsumme für Derivate bei 100 Billionen $. Gegen Ende 2008 näherten wir uns schon 700 Billionen $ an. Heute liegen wir bei ungefähr 500 Billionen $.

Hier nur eine Kennzahl, die zeigt, wie wichtig Gold für das Weltfinanzsystem ist im Vergleich zu den Zinssätzen: Die Menge der Zinsderivate ist um das 1.300-fache größer als die Menge der Goldderivate. Es gibt viele Webseiten, die nachplappern und aufdringlich über Manipulation und Verschwörungen berichten; logisch gesehen, wissen wir aber, dass sich die Zentralbanken um Zinssätze sorgen und der Goldpreis ihnen Wurscht ist.

Die Zentralbanken kümmerten sich nicht darum, als der Goldpreis 1999 bei 252 $ lag. Und sie kümmerten sich auch nicht darum, als irgendjemand den Goldpreis runterdrückte, so dass er im September 2011 ganze 1.923 $ erreichte.

Um eine Sache machen sich die Zentralbanken tatsächlich Sorgen - und das ist der Markt für U.S. Treasury-Anleihen. Jetzt macht es den Eindruck, als habe dieser US-Anleihemarkt Anfang Juli ein Blow-Off-Top markiert. In unserem Zombie-Finanzsystem warfen griechische Anleihen letzte Woche weniger Zinsen ab als US-Anleihen. Das ist irrwitzig aber eben auch nicht irrwitziger als etwas, das noch nie in der Weltgeschichte zuvor passierte.


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