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Kalter Krieg II

21.02.2017  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
Themen:

  • Freiheit von Schulden bringt Freiheit im Handeln
  • Krisenstimmung: beidseitige massive Aufrüstung an Russlands Westgrenze
  • Aufbau des Zündmechanismus
  • Was liebt Krisen und Kriege? Wie immer: Gold und Silberpreise werden blühen, vielleicht sogar glühen!
  • Risse im Imperium
  • Eine Parallel-EU
  • Wird Montgomerys eiserne Hauptregel ignoriert?

Es ist noch gar nicht so lange her, als im «Ostblock» die Schulklassen oder auf Betriebs- und Parteitagungen bzw. auf sonstigen Menschenansammlungen, begleitet von plärrender Lautsprechermusik, die Anwesenden pflichtgemäss gezwungen waren, die supranationale kommunistische Welthymne mechanisch abzusingen, beginnend mit:

"Mit Russland, dem großen, auf ewig verbündet, steht machtvoll der Volksrepubliken Bastion ..." endend mit: "... du wirst uns führen von Sieg zu Sieg."

Mit den Siegen klappte es wohl nicht so richtig und die »Bastion der Volksrepubliken» sank zu einem weltpolitisch sehr zerzausten und arg verschrumpften, mageren Häuflein zusammen. Russland jedoch sank keineswegs zusammen, ist immer noch groß, und dies nicht nur als geografisch größtes Land der Welt, mit gewaltigen Bodenschätzen und Ressourcen, und einer seit vielen Generationen an Armut, Kälte und Entbehrungen gewöhnten Bevölkerung.

Sanktionen prallen von solch einem Volk ab. Moskau möchte sicherlich gerne die alte Größe wieder erreichen und erneut auf Augenhöhe mit Amerika stehen. Wird dies gelingen? Es kursiert zudem das Gerücht, dass die deutsche Staatsführerin angeblich bei einer vertraulichen Runde nach Krimsekt gefragt haben soll: »Sag mal ehrlich, mein lieber Wladimir, welche Stadt ist denn die nächste, die du besetzen wirst?». Und er soll geantwortet haben: »Wenn Ihr so weiter macht: Berlin.»

Dieselbe Stadt, in der sich eine von ihrer Partei abspringende CDU-Dame über die immer weitere «Umvolkung» Deutschlands mockierte. So gewinnt man Freunde unter hohen Politikern, und in der ein wohlbekannter, amtlich eingereister und bestens bekannter Terrorist eine schwere Untat begehen konnte. So gewinnt man Freunde unter den Ordnungskräften, und wo gerade ein Unternehmer sich darüber beklagte, dass von 70 ihm zugewiesenen Asylanten nur noch einer in seiner Firma verblieben wäre. So gewinnt man Freunde im Unternehmertum und unter in Arbeitgeberkreisen, und wo ein offizieller Außenminister damals noch, im Amt den legal und demokratisch gewählten Amerikaner Trump öffentlich als «Hassprediger» bezeichnete. So gewinnt man Freunde in den USA.

Abtrünnige, Fanatiker, Fehlverhalten, Abweichlertum, und persönliche Angriffe gegen Staatsoberhäupter - und alles so völlig unerwartet. Welch rätselhaftes Geschehen? Wann endlich kommt eine harmonische Einheitsmeinung, an die sich alle Einwohner brav halten?

Zu weiterer Verstimmung führte auch ein fragwürdiges Transparent, auf dem zu lesen war: Merkelt Ihr denn nicht, wie wir verMERKELT und verGAUCKELT werden?

Eigenartig ist auch das Verhalten der Medien. Im Streitfalle ergreifen diese doch normalerweise Partei für einen der streitenden Kontrahenten. Jedoch, im Falle von Trump und Putin, den größten derzeit denkbaren Gegnern, wird gegen beide heftig und gleichzeitig medial opponiert.

Man ist also gegen Hell und gegen Dunkel zur selben Zeit. Verstehe das wer will?

Unlängst wurde Putin öffentlich befragt. «Wird Russland demnächst einen Krieg beginnen?» Seine gelassene Antwort überraschte: «Russland beginnt keine Kriege, es beendet sie nur!» Soviel Selbstbewusstsein mit so wenigen Worten!

Sowohl die Frage wie auch Putins Antwort sind nicht ganz unlogisch, denn der Westen massiert an Russlands Westgrenzen immer neue Divisionen, Panzerverbände, Artillerieeinheiten, Raketen und andere große Ansammlungen hoch modernen Kriegsgerätes nebst brandneuen Kampfjet-Staffeln, und verhängt darüber hinaus immer neue Sanktionen gegen Russland. Dies wird östlicherseits als eine bedrohliche Provokation empfunden. «Polen sei zur Zeit sehr glücklich über neue, frisch stationierte Panzerbrigaden» vermelden die westlichen Medien.

Hoffentlich endet dieses «große Glück» eines unschönen Tages nicht in einem Albtraum. Und auch Deutschland spielt leider in diesem traurigen Geschehen eine Schlüsselrolle als Transitplattform und Stützpunkt. Wie oft schon haben sich derart gespannte Situationen in der Geschichte gewaltsam entladen?

Wären da eine ausgestreckte Friedenshand und versöhnliche Töne nicht die bessere Lösung?

Inzwischen hat ein ausscheidender US-Präsident den fernen Putin höchst persönlich für Hackerangriffe verantwortlich gemacht. Amüsante Vorstellung: Da hockt also ein etwas kleinwüchsiger schlanker Mann in einem Hinterzimmer des Kremels, hämmert persönlich auf Tasten mit kyrillischem Alphabet ein und hackt da leise und stolzgeschwellt vor sich hin.

Von Moskau wurde die neue Anti-Russland Kampagne des so genannten «Go-bama» als «Abschiedsgeschenk billigster Hilfs-Küchendiplomatie eines Abgeschobenen» bezeichnet. Ein Friedens- und Freundschaftsvertrag auf allerhöchster Ebene wird immer wünschenswerter und dringlicher, damit Wortgefechte sich nicht am unschönen Ende in reale Taten umsetzen.

Auch Deutschland wäre im Konfliktfalle indirekt in Gefahr. Es hängt bei Erdöl und -gas zu insgesamt 41%, und bei Kohle zu 11% - und Osteuropa zu fast 100% - von Russland ab. Den ersten Winter dürfte man im Osten im Konfliktfalle kaum überleben. Und Deutschland selbst dürfte Jahrzehnte brauchen, um die 53% Energieausfall zu ersetzen. Wahrhaft erbauliche Aussichten, und noch mehr Grund zu Vorsicht, Vernunft und Friedensgesprächen.

Immerhin beantwortete Putin die Ausweisung russischer Diplomaten aus den USA nicht mit einer Gegen-Ausweisung amerikanischer Diplomaten aus Russland, im Gegenteil: Er arrangierte einen Empfang im Kreml für diese US-Diplomaten, mit Sekt und Kaviar für die Erwachsenen, und Geschenken für deren Kinder.

Putins Antwort: «Russland beginnt keine Kriege, es beendet sie nur!» Soviel Selbstbewusstsein, wie bereits bemerkt, hat aber auch historische Gründe: Sowohl Schweden, wie auch Frankreich und Deutschland, scheiterten alle in dem Versuch, Russland zu besetzen und zu kontrollieren. Klima, riesige Abstände und Bevölkerung waren unüberwindliche Hindernisse. Weiterhin: Derzeit ist auch das Land von der weltweiten Schuldenzange nicht einfach, und wie ansonsten üblich, geräuschlos zerdrückbar. Freiheit vom Schuldendruck gewährt aber Freiheit im Handeln. «Wer leiht oder zahlt, befiehlt» gilt nicht für Russland, und schon gar nicht auf internationaler Ebene.


Kolonialismus mit Rissen im Gefüge

So gut wie alle Länder der Welt sind hochgradig verschuldet. Die meisten Verschuldungsgrade, also das Verhältnis zwischen Schulden und Wirtschaftsleistung, liegen im Bereich zwischen 110 und 160%. Und damit ist man, abgesehen vom endlosen Zahlunsdruck, abhängig von einem Bankenkartell, von Großbanken oder von Finanzkonzernen, vom Ausland, von einer Zentralbank, von der Wall Street - ganz allgemein von der Hochfinanz.

Auf jeden Fall wird man Befehlsempfänger und hörig. Ansonsten werden die Zinsen nicht gesenkt oder es gibt keine neuen Kredite oder keine Zwischenfinanzierungen oder Überbrückungen oder anderen Finanzbalsam auf die fressende Schuldenkrätze. Politische und wirtschaftliche Freiheiten Ade!

Und Gold, als ein Element der Freiheit, stört in diesem Geschehen des Aufbaus immer neuer Abhängigkeiten ganz gewaltig. Seine Kauf- und Tauschkraft muss also so lange wie möglich tief unten gehalten werden.

Russland aber hat keine nennenswerte Verschuldung wie von 150% oder so, sondern nur eine von etwa 7% oder so. Das internationale Schuldenkartell ist also stinksauer, dass es einer wagte, aus der stählernen globalen Zins-Zwangsjacke auszubrechen und vom Schuldenkarussell abzuspringen. Putin weiss das, und fühlt sich entsprechend frei.


Montgomerys Hauptregel vergaßen schon einige vor unserer Zeit


Die sogenannte «Graue Eminenz der Weltpolitik», im Hauptberuf russischer Ministerpräsident, macht keinen Hehl daraus, dass er künftig immer mehr außerhalb der Machtzone der USA handeln würde.

Westliche Medien bescheinigen Putin, dass er als einziger - welche Frechheit - Europäer nicht zu den Klängen der militärischen Finanz-Trillerpfeifen von Washington und der Wall Street tanzt, und in den Tanzpausen sklavisch dienert, kriecht und katzbuckelt.


Eine Parallel-EU

So gründete Putin 2016 die «Eurasian Economic Union», kurz «EEU», als eine Art Gegengewicht zur EU, wobei die USA nicht eingeladen waren. Bisher traten der Union 49 Länder bei. Gleichzeitig reduzierte Moskau seine Dollar-Wertpapiere um über ein Drittel. Die Chinesen, als die größten Eigner amerikanischer Schuldpapiere, reduzierten ihre Bestände ebenfalls um 10 Milliarden US-Dollar.

Noch schlimmer: Japan als zweitgrößter Halter nach China, verkaufte 45 Milliarden an Dollarpapieren. Sogar die bisher US-treuen Saudis trennten sich von 8 Milliarden Dollar. Selbst das kleine Ungarn ging auf Distanz, trennte sich von ein paar «Greenbacks», und rief Österreich und Deutschland wiederholt auf, ihre Grenzen schnell dicht zu machen.

Die westlichen Medien sehen in dergleichen nur vernachlässigbare Kleinigkeiten und verstärken ihre systematische Putin-Attacken weiter. Sie loben die westlichen Streitkräfte, allen voran die NATO, und deren an Allmacht grenzenden Fähigkeiten. Tatsächlich brachen auf einem der letzten NATO-Treffen die Anwesenden wiederholt und geradezu verzückt in einen Gesang aus, dessen wesentliche und wörtliche Aussage im Refrain war: «Wir sind die Welt». Sie vergessen, dass sie damit die gleiche Einstellung schüren, die sowohl Napoleon wie auch Hitler in größte Schwierigkeiten, und danach die russischen Streitkräfte in den Westen brachte.

Dagegen hatte der große Feldherr Montgomery folgendes zu sagen: «Der nächste Landkrieg, wenn er denn kommt, wird völlig verschieden vom letzten sein. Wir sollten uns dabei über die neuen Regeln im Klaren sein. Regel Nummer 1 auf Seite 1 des neuen Handbuchs für moderne Kriegführung: «Marschiere niemals Richtung Moskau». Napoleon und Hitler versuchten es und scheiterten.

Nochmal: Das ist die und bleibt die Hauptregel!

So, wem sollte man trauen? Einem praktisch hoch erfahrenen Feldmarschall oder dem Glauben, dass Ex-Obama & Co., Hollande, Renzi, selbst neu ernannte EU-Finanz-Halbgötter, und Merkel wie auch Draghi, in ihren Einschätzungen besser als die Russland-Angreifer der Vergangenheit seien.

Im Größenwahn und feudaler Selbstherrlichkeit könnten sie die eiserne Regel Montgomerys nur zu leicht vergessen, nur um eines Tages die überraschende Erfahrung machen zu müssen, dass man doch ganz und gar nicht «die Welt» war und sich die Komponisten der NATO-Imperialhymne einst (mit ihrem «wir sind die Welt») gewaltig irrten.


Neo-Kolonialismus mit Rissen

Die Ostländer sollen künftig vom Westen (sprich von Deutschland) viel «freies Geld» erhalten. Sollte es zu einem Krieg kommen, und die Russen ihre Länder überrennen, wird auf derartige Haltungen und Feinheiten sowie auf Energiemangelgeschrei keine Rücksicht genommen. Die Russen wissen das.

Sie wissen auch, dass das zusammengebrochene Selbstvertrauen der ehemaligen Ostblockstaaten dazu führte, dass diese Länder von NATO, USA und EU ohne einen Schuss erobert wurden.

«Erobern» im modernen Sinne bedeutet 75% durch Beherrschung von Informationen/Medien/Propaganda, von wilden Versprechungen auf ewigen kostenlosen westlichen Wohlstand begleitet, von Bestechung der Eliten, sowie erst einmal alles Staatsgold sofort ab nach New York, und ferner das Land 15% wirtschaftlich und zu 5% militärisch zu besetzen.

Die Ost-Länder, mit ihren Minderwertigkeitskomplexen, möchten eben «gerne zum Wohlstandsparadies dazu gehören», nicht zuletzt, weil sie doch aus Richtung Brüssel sehr viel Papiergeld in Form einer endlosen Subventionskette erhoffen, was bisher leider ausblieb. Genau genommen sind sie im Grunde unwichtige Kolonien des westlichen Imperiums und werden eine unwichtige Rolle - bestenfalls als Aufmarschgebiet - spielen.

Sie dürfen aber bis dahin hinter dem NATO Schutzzaun lautstark gegen Putin bellen. Eine löbliche Rolle. Doch beißen bellende Hunde?

Aber wehe, wehe einer bisse ganz aus einem kleinem, unbeabsichtigtem, technischen Versehen heraus den großen Bären, und dieser bisse dann zurück. Die Folgen eines kleinen dummen wehrtechnischen Fehlers eines Kleinhundes aus der NATO-Meute, wären wegen des dann gegebenen «Bündnisfalles» nicht auszudenken.

Hinzu kommt, dass das gesamte Westeuropa mittlerweile nahezu nahtlos in das US-Empire integriert wurde. Nicht nur die Führer von Deutschland und Frankreich, sondern auch gesichtslose nicht gewählte Bürokraten in Brüssel, führen diese US-Ableger, wie eine Art moderner Kolonieverbund, ganz im Sinne der Ober-Finanz-Kolonialisten in Washington. Derzeit läuft eine lautstarke Kampagne, um alle bisher neutralen Staaten Westeuropas, z.B. Schweden, Norwegen, Österreich, Schweiz, Finnland, und wer sich sonst noch «neutral» nennt, stramm in die NATO einzugliedern.

Für den heimlich geplanten Schlag darf es niemanden mehr geben, der sich außerhalb des möglichen Kriegsschauplatzes stellt. Vielleicht stellen sich dann - und besser schon vorher - die Anleger nicht mehr außerhalb des Gold-Kriegsschauplatzes auf.

Bald wird die Munition des Unzenkalibers dort knapp. Der lange währende Kampf um reale, freie Gold-Marktpreise ist noch lange nicht beendet. Irgendwann kommt dort auf jeden Fall eine Unzenpreis-Kernexplosion? Fällig ist sie schon lange.

Deutschland bildet im geplanten dritten Waffengang mit Russland wieder einmal die «Speerspitze». Dieses Wort wird ganz offen gebraucht, vor allen in den 3 baltischen Republiken, wo die Deutschen ganz offiziell an der Spitze des westlichen Bündnisses stehen.

Die Bundeswehr jedoch schrumpfte, mittlerweile, laut offiziellen Angaben wegen «wachsender internationaler Verpflichtungen in Mali und Afghanistan usw. auf die »bisher kleinste Dimension seit ihrer Gründung».

Im Grundgesetz steht jedoch, dass die Bundeswehr außer im Falle eines direkten Angriffs auf Deutschland nicht im Ausland eingesetzt werden darf. Dazu erklären westliche Geheimdienstler der Führung in Berlin lakonisch: «Russland plane keinerlei Aggressionen gegen den Westen, sondern ist froh, wenn man es in Ruhe lässt».

Das Ganze wird noch verstärkt durch das kritiklose Unterstützen von ideologisch Verbündeten, wie Nadeshda Savchenko oder auch von Al-Khattab sowie «gewaltigen Protesten» von mindestens 8 bis 12 (gut bezahlten) Demonstrationsteilnehmern, die laut gegen die «ungeheure Brutalität eines widerlichen Systems der Russen» schreien.

Kommt ein noch so idiotisches Argument aus Washington, solange es nur anti-russisch ist, wird es von den europäischen Ländern nicht nur 3 Mal, sondern gleich 12 Mal wiederholt, und die begleitenden Befehle nahezu blind ausgeführt.

So wurden im Mai 2016 die Sanktionen gegen Russland still und selbstverständlich von allen EU-Ländern, einig wie ein Mann, binnen weniger Minuten verlängert, ohne dass dies von den Medien und in den Parlamenten auch nur erwähnt wurde. Selbst der französische Ministerpräsident stieß zuletzt ins gleiche Horn.

Ansonsten kann jedoch keine Putin-Hetze krass genug ausfallen. Sie wird mit Verstärkung wiederholt und beliebig oft nach-trompetet. An die möglichen Wirkungen (Energiefluss, Rohstoffversorgung, Krieg) denkt niemand. Ganz im Sinne der Eintagsfliege, die kurz vor ihrem Tod freudestrahlend erklärt: «Gottseidank, heute ist Himmelfahrtstag».

Fallen die russischen Energielieferungen aus, kämen dann Tonnen von Beileids- und Freundschafts-Telegramme zum Lesen, und einige Fässer frisches Walöl zum HEIZEN, und einige Packungen Knäckebrot zum Essen, per Einschreiben, aus dem fernen Brüssel. Jeder Realitätsbegriff scheint an der russischen Westgrenze völlig abhanden gekommen zu sein. Dort spielt man nicht nur mit dem Feuer sondern mit der Lunte eines möglichen Weltbrandes.

Die dritte Art des Lernens ist die bitterste: BRÜSSEL vergisst, ohne Russland läuft in Europa nichts.Das wussten schon die alten Chinesen: Es gibt drei Arten von Lernen: Durch Nachdenken, das ist das Schwerste, durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und durch Erfahrung, das ist das Bitterste.

Statt den Russen die Friedenshand zu reichen, reicht man ihnen die Schwerthand.

Die Früchte werden am Ende bitter sein. Alle Waffen werden eines unschönen Tages benötigt, und nicht nur einmal durch die Produzenten höchst lukrativ abgesetzt, und möglicherweise zwischendurch durch noch neuere ersetzt.

Folglich beging der Westen eine Reihe auf Dauer schwerwiegender Fehler, wie die Installation von Anti-Raketen-Systemen in Ost-Europa, genau wie in Süd-Korea, mit der mehr als zweifeIhaften Begründung, dass diese Maßnahme Europa vor Atomraketen aus dem Iran bzw. vor dem leicht verrückten «Großen Bruder» im Norden Koreas schützen würde.

Kleinigkeit am Rande: Der Iran hat weder derart weitreichende Raketen noch Atomwaffen, und der große Führer Nord-Koreas hat ein paar Trägerraketen, die gerade einmal einige Kilometer über seine Grenze reichen, wo sie Volkstanzaufführungen vorübergehend stören könnten. Aber solcherart Tatsachen und Kleinkram stören niemanden.

Vielleicht verfügt der Iran in einem halben Jahrhundert, oder etwas länger, tatsächlich über derartige Waffen. Und Nord-Korea erobert schon bald im Alleingang das Weltall mit Küchenmessern, und errichtet ein nordkoreanisches McDonalds-Restaurant auf der Vorderseite des Mondes. Wer weiss?

Demnächst rüstet man im NATO-Raum noch gegen einen Nuklearangriff der Kaiser-Pinguine vom Südpol massiv auf. Diese Tiere betreiben ja seit vielen Jahrzehnten intensivste atomare Aufrüstung mit überreichen Mitteln des Internationalen Roten Kreuzes und betreiben wüste Hetzkampagnen gegen NATO Vogelfleischkonserven.

Aber immer neue NATO-Befehlszentren, Schutzbunker, neue Flugplätze, Panzerübungsgelände, neue Flakbatterien und Artillerie, neue hoch mobile Divisionen, mit hunderten immer neuer Flugzeuge und Panzerverbänden gehen in Stellung, sowie neue Raketenabschussbasen entstehen rund um Russland (Afghanistan eingeschlossen) fast täglich.


Freunde vor Ort berichten Bedenkliches

Persönliche Freunde berichten aus den drei Baltischen Provinzen, in denen sie leben, von dortigen hektischen Kriegsvorbereitungen: täglich rollen neue Panzerschlangen an ihren Wohnungen vorbei. Als Folge hiervon wollen sie mit der lapidaren Begründung nach England auswandern: «Dort ist es derzeit noch sicher, denn England ist zumindest nicht mehr EU!»

Das stimmt nachdenklich, denn sie sitzen inmitten des Aufrüstungsgetümmels, und sehen und hören die wachsende Bewaffnung und den Ausbau der Raketenbasen, das Rollen der NATO-Panzerketten, wie auch die lautstarken Bewegungen der motorisierten «Rapid Reaction Forces» Tag und Nacht, während die deutschen Medien nahezu stillschweigend darüber hinweg gehen.

Man bereitet sich dort eben gegen den «geplanten Überfall des bösen Putin» vor, ist gelegentlich zu hören, und dann ginge sogar den Bayern Bier und Weisswurst aus. Vor diesem Drama können uns nur immer neu stationierte Divisionen bewahren. Dies ist doch genauso selbstverständlich wie die Tatsache, dass jemand, der ein WC verlässt, eben noch rasch spülen muss. Niemand denkt sich etwas dabei.

Auch ist die EU wirtschaftlich stärker als die USA. Die Wirtschaftsleistung der EU beläuft sich derzeit auf 16 und die der Amerikaner auf 14 Billionen Dollar im Jahr. Ein kleines "Krieglein" gegen die wirtschaftlich superschwachen Russen kann doch niemandem schaden. Danach ziehen endlich US-Superbanken, Goldman-Sachs, Coca-Cola, US-Rohstoffkonzerne und General Motors freudestrahlend in Russland ein. Und noch besser: Man erhält die gewaltigen Bodenschätze endlich umsonst. Und Billionen von Schuldzinsen fließen Jahrzehnte hindurch in die richtige Richtung, also gen Westen.


Gefährliche Bedrohung?

Wie groß ist die reale Bedrohung für Russland? Politisch gesehen sind derlei Aufrüstungen hoch provokativ. Aus militärischer Sicht jedoch ist, entgegen der Meinung westlicher Kriegshetzer, kaum etwas zu befürchten. Einige 1000 Soldaten mehr oder weniger an Russlands Grenzen zum Westen sind keine wirkliche Bedrohung, sondern im Ernstfall für die Russen eine Art militärischer Spaß.

Doch diese relativ bescheidenen Anfänge der NATO-Aufrüstung könnten im Laufe der Zeit zu einer großen, wirklich ernsten Bedrohung für Moskau werden, falls zur westlichen Verstärkung echte US-Kernwaffen ankommen sollten.

Die westliche Hetze ist nicht nur rhetorisch, militaristisch und "Russo phobisch", sondern wird immer messianischer, so wie sie es unter Napoleon und Hitler war, und dabei jedes Mal so viele Millionen - nicht nur russischer - Leben kostete.

Die komplette Re-Kolonisierung Westeuropas stört die Russen am meisten. Vorbei und vergessen sind die Tage, als ein Charles de Gaulle, Helmut Schmidt, Francois Mitterand oder irgendeiner der vielen italienischen Regierungschefs die Nachkriegszeit in Westeuropa bestimmten, und dessen Zukunft gestalteten. Diese Männer agierten wie wahre Patrioten und nicht wie ihre Nachfolger als bloße US-koloniale Administratoren. Washington niest nur leicht, und Europa kriegt den Stockschnupfen, Ohrensausen, Podagra und Zipperlein.

Auch die ehemaligen Sowjet-Randstaaten in Ost-Europa sind ebenfalls in einen reinen US-Kolonialstatus abgesunken, obwohl sich dort ebenfalls starker Unwillen regt, wie beispielsweise in Ungarn. In Ungarn muss jetzt jeder Wohlfahrtsempfänger 8 Stunden Arbeit am Tag als Gegenleistung erbringen, außerdem darf jeder Anwohner einen mit Beute weglaufenden Dieb oder Einbrecher sofort ohne Warnung in den Rücken schießen, was als Notwehr gilt.

Doch westliche Gutmenschen verlangen für derartige Verbrecher dieser Art a) Verständnis und b) noch eine Belohnung für diese armen, völlig unwissenden Fremden, die gerade erst begannen - sich etwas zu gewaltsam vielleicht - zu integrieren.


Zweiter "Kalter Krieg" oder darf es auch ein bisschen mehr sein?

Putin weiß aber andererseits auch, dass die Tage des Dollars als Weltleitwährung und damit die Zeit des US-Welt-Imperiums ablaufen. Diese Phase des Verfalls, ob langsam oder schnell, ist bereits angelaufen.

Wenn die amerikanische Führung keinen Weg findet, die internationalen Konditionen radikal zu ändern, sprich die beiden Hauptgegner ihres globalen Finanzkapitalismus (Russland und China) wie auch Indien, und ebenfalls den deutschen Exportweltmeister, bald auszuschalten, wird ihr Weltreich mit Sicherheit kollabieren.

Aus diesem Grund muss von Seiten des Westens zumindest ein Zweiter Kalter Krieg zum Laufen, und im Idealfall ein Heißer WK III ins Rollen gebracht werden. Schließlich darbt das weitgehend de-industrialisierte Amerika und seine noch verbliebene Hauptindustrie, also die Waffenbranche, leise vor sich hin. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen und der Konjunktur auf die Beine geholfen werden.

Hierbei müssen natürlich die Europäer die zentrale Opferrolle spielen, eine absolute Selbstverständlichkeit. Das sieht schließlich jeder ein. Die hoch lukrative Kriegsfinanzierung besorgt Amerika und das nachfolgende Abkassieren der Kriegsschulden plus Megazins, einschließlich den Raub allen Staatsgoldes, wie auch den ertragreichen Wiederaufbau zum krönenden Abschluss.

Ein rückgratloses West-Europa, welches nicht einmal seine eigenen Interessen wahrnehmen kann, und ein sich andienendes Ost-Europa, schreien beide geradezu danach, ein ordentliches Schlachtfeld zwischen West und Ost zu erschaffen bzw. zu werden. Natürlich zugunsten der US-Herrscher und zulasten der europäischen wirtschaftlichen Konkurrenz (Deutschland schon wieder als Exportweltmeister, und dies trotz zwei verheerender, verlorener Kriege), welche durch diese globale Dominanz in der Ausfuhrbranche die noch verbliebene Exportindustrie der USA empfindlich stört.

Ebenso müssen die russischen Ausbrecher aus dem globalen Finanzgefängnis, sowie der Mega-Goldhorter China, die sich alle dem Zinsdienst der Wall Street entziehen, mal kräftig eins auf den Deckel kriegen, oder rasch wieder eingefangen werden, sonst schaffen diese schlimmen Beispiele am Ende noch Nachahmer.

Kein Wunder, dass die Russen eine derartige Lage sehr ernst nehmen. Primitiv ausgedrückt: Amerika braucht einen Großkrieg, einfach um mit ihrem Finanzsystem zu überleben, und so die Weltmacht Nummer Eins bleiben zu können. Außerdem muss man für das nachfolgende Elend glaubhaft einen Schuldigen präsentieren können. Die Sündenbock-Rolle ist doch Russland und seinem Führer wie auf den Leib geschnitten. Ein solches Szenario hätte jedoch einen ganz großen Gewinner: Die Edelmetalle werten auf, und deren systematische Preisdrückerei durch Papiergold und Papiersilber endet.

Daher auch das messianische Gerede vom bitterbösen Putin, der jetzt schon an allem Schuld ist, was auf der Welt schief läuft. Das wichtige Feld von Ideologie und Propaganda wird sorgfältig vorbereitet. Die «richtigen Bilder» in den Köpfen der Menschen werden durch die westlichen Medien Tag und Nacht geformt und endlos wiederholt. Selbst die Lüge wird zur Wahrheit, wenn sie öffentlich oft genug wiederholt wird, nach dem Motto von Lieschen Müller: «Ich hab`s doch alles im Fernsehen klar gesehen. Alles stimmt immer, was die da zeigen».


Warnung durch effiziente Vorbereitungen, präventives Handeln und etwas Ballistik

Zunächst einmal versuchen die Russen ihr Bestes, den Amerikanern glaubhaft zu machen, dass im Falle eines heißen Konfliktes in Europa, das US-«Homeland» völlig anders wie im WK II nicht ungeschoren davonkäme.

Wenn mögliche kriegerische Maßnahmen in Europa, die Existenz Russlands und seiner Menschen bedrohen, wird Moskau entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten, die diesmal die Existenz der USA und seiner Menschen im gleichen Maße bedrohen.

Die Idee des «Gleichgewichts des Schreckens», unter der die Welt bis zum Ende des Kalten Krieges so lange lebte, ist alles andere als tot. Sie feiert unter westlichem Propagandaregen gerade wieder ihre Auferstehung. Das alles unter der Hymne: «Wir sind die Welt», wie sie die NATO-Führung nebst Spitzenpolitikern fast täglich vor den TV-Kameras voller Begeisterung absingen.


© Prof. Hans-Jürgen Bocker
www.profbocker.ch


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